Anti-Merkel Proteste: Tillich ist billig

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Häppchenweise schiebt sich Angela Merkel unser Land in den Schlund (Foto: Collage)

Jouwatch hatte gestern über die Proteste gegen die Kanzlerin bei ihrem Wahlkampfauftritt im sächsischen Annaberg-Buchholz berichtet. Es ging hoch her. Der Einfachheit halber ordnete die „Welt“ sämtliche Demonstranten – Zitat: „dem Dunstkreis der asyl- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung und Anhängern der AfD“ zu. Das ist natürlich eine der üblichen Sauereien, da insinuiert wird, von den „guten Demokraten“ (sprich: von den apolitischen Schlafschafen) könne gar keiner der Kanzlerin feindselig gegenüberstehen. Ich kenne aber apolitische Leute, die gesagt haben, daß sie ihre Brötchen woanders kaufen würden, selbst wenn die Bäckerei Merkel im Nachbarhaus wäre.

Den Vogel abgeschossen hat aber Stanislaw Tillich (CDU), der sächsische Ministerpräsident – Zitat: „Diejenigen aus Annaberg, die die Kanzlerin hören und sich eine Meinung bilden wollten, waren da. Und dann gibt es eine Gruppe, die will gar nicht zuhören, die will nur Krawall machen. Und sie hat sich ja selbst entblößt.“ – Zitatende.

Ja, Stanislaw Tillich. Eine Meinung zu Merkel kann man sich als Annaberger natürlich erst dann bilden, wenn die Heimsuchung im Ort ist. Es gibt ja weder Fernsehen noch Internet in Annaberg-Buchholz. Wäre es anders, könnte man eventuell noch verstehen, daß viele Annaberger ganz offensichtich eine vorgefaßte Meinung zur Kanzlerin hatten.

Ernsthaft, Tillich: Die ganze Bundesrepublik muß sich seit zwölf Jahren die phrasenhafte Schaumsprache einer Angela Merkel in die Gehörgänge schmieren lassen. Die ganze Litanei von „gemeinsam“, „konstruktiv“, dem „Dialog“, den „Herausforderungen“ und der „Augenhöhe“. Den ganzen verlogenen Seich von „Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“, von den „die Menschen“, die „noch nicht so lange“ oder „schon länger hier leben“.

Jeder politisch halbwegs Informierte konnte sich an drei Fingern abzählen, was die watschelnde Sprechblase wieder absondern würde. Selbstkritik hat ja gar keiner erwartet. So blöd ist niemand, als daß er nicht gewußt hätte, daß Wahlkampf ist und daß sich Wahlkämpfer nie selbst beschmutzen. Es war also schon vorher klar, daß es statt einer Infoveranstaltung eine Propagandashow geben würde. Und die wurde empfindlich gestört. Völlig zu recht. Wahlkampf eben. Krawall zu machen, ist die letzte Chance der mutwillig Ignorierten. Und ehrlich gesagt, Tillich: Gegen euch CDU-Figuren samt dieser FDJ-Heimsuchung kann der Krawall gar nicht groß genug sein.

Im Übrigen würde ich gerne einmal Folgendes klarstellen, Tillich: Diejenigen, die in Annaberg-Buchholz lautstark gegen Merkel protestiert haben, befinden sich ihrer Grundhaltung nach allenfalls in Deutschland noch in einer großen Minderheit. In den USA, in Polen, in Tschechien, der Slowakei, in Serbien, in Ungarn, in Russland und in Italien wären diese Annaberger Sachsen bei der großen Mehrheit gewesen. Was das für die Funktionäre bedeutet („Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ – Gorbatschow), die hierzulande mit zunehmender Härte und ungeheuerlicher Selbstherrlichkeit jeden Widerstand mundtot machen wollen und en passant eine DDR 2.0 dabei errichten, kann sich sogar ein Tillich an drei Fingern abzählen. Wenn Eure Macht ein Ende hat, dann gnade euch Gott. Sonst wird es nämlich keiner mehr tun. Das betrifft vor allen anderen diese unsägliche Kanzlerin. Das weiß sie auch. Umsonst hält sich nicht hartnäckig die Geschichte, die im Handelsblatt letztes Jahr auftauchte, nämlich, daß Joachim Sauer, Merkels Ehemann, eine Ranch in Paraguay gekauft haben soll. Paraguay liefert angeblich nicht aus. (ME)