Züge umfahren Deutschland weiträumig

Mister Schienenersatzverkehr: Ronald Pofalla (Foto: Von H-stt - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57743375
Mister Schienenersatzverkehr: Ronald Pofalla (Foto: Von H-stt - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57743375

Die Rheintalstrecke, eine der wichtigsten Bahnverbindungen in Europa, bleibt bis auf weiteres auf der Höhe von Rastatt gesperrt. Nach einer Havarie am Samstag in der Tunnelbaustelle in Rastatt verbogen sich die Gleise der darüber verlaufenden Bahnlinie – ein Schaden, den die Bahn zunächst bis zum 26. August behoben haben wollte.

Ein Kommentar von Thomas Schlawig

Bahnchaos zwischen Rastatt und Baden Baden. Güterzüge müssen weiträumig umgeleitet werden. Reisende müssen mit stundenlanger Wartezeit und nervenaufreibendem Schienenersatzverkehr rechnen. Was ist passiert? Durch Probleme in der Tunnelbaustelle in Rastatt senkte sich die darüber liegende Bahntrasse ab und mußte für den Bahnverkehr gesperrt werden. Ein Blick zurück.  1996 unterzeichnete die Bundesregierung einen Vertrag mit der Schweiz. Darin verpflichtete sich Deutschland, bis zur Inbetriebnahme des neuen Gotthard-Basistunnels die Eisenbahnachse durchs Rheintal auszubauen. 

Der Gotthard-Tunnel wurde am 01.Juni 2016 nach 17 Jahren Bauzeit offiziell eröffnet. Man darf nicht vergessen, daß dieser Tunnel durch Fels und Gestein gebaut wurde, währenddessen es auf deutscher Seite auf dem flachen Land nicht möglich war, die vertragliche Verpflichtung gegenüber der Schweiz einzuhalten. Mit den oben angeführten Problemen bis heute nicht. Somit macht Deutschland nach den ständigen Pleiten mit dem Hauptstadtflughafen BER seiner Ingenieurs-und Baukunst wieder mal alle Ehre.

„Im Jahr 2022 soll die Bahnstrecke unter der Barockstadt Rastatt ein wichtiger Baustein der Bahnmagistrale von Genua nach Rotterdam sein. Die Gesamtlänge des Tunnels wird beim Durchstoß im Herbst etwa 4,2 Kilometer betragen.“  Die angepeilte Fertigstellung im Jahr 2022 dürfte, nach den derzeitigen Problemen wohl kaum eingehalten werden. Der dann fertiggestellte Tunnel beträgt dann stolze 4,2 km Länge. Zum Vergleich, der durch Fels und Gestein gebaute Gotthard-Tunnel hat eine Länge von 57,1 km und wurde fristgerecht fertiggestellt. Eine durchgängige Verbindung von Rotterdam über Basel nach Genua dürfte somit auf Jahre am Nadelöhr Deutschland scheitern.

Löblich ist, Zitat:                                                                                                                       „Die Deutsche Bahn gibt in diesem Jahr 7,5 Milliarden Euro aus, um ihr Netz zu modernisieren und zu erneuern. Instand gesetzt werden rund 1650 Kilometer Gleise, 1800 Weichen und 4600 Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik. Derzeit wird im deutschen Schienennetz täglich auf rund 1000 Baustellen gearbeitet.“

Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, daß Deutschland seine 1996 eingegangene vertragliche Verpflichtung gegenüber der Schweiz bis heute nicht nachgekommen ist. Es stellt sich die Frage, WARUM?

Künftig soll besser über Regionen hinweg geplant werden, um die Baustellen verträglicher zu gestalten und die Pünktlichkeitswerte zu verbessern, wie Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla vor einigen Wochen ankündigte.

Wäre es nicht besser, an die Spitze einer derart wichtigen Position eine kompetente Person zu stellen, statt eines ehem. Politikers, welcher seinerzeit nicht unumstritten in diese Verantwortung gekommen ist?

Allerdings hat Deutschland in Bezug auf Planung, Finanzierung, Bau und Fertigstellung nicht nur bei der Bahn ein Problem. „Marode Brücken im Westen machen anschaulich, dass Deutschland in den vergangenen Jahren zu wenig Geld in seine Infrastruktur investiert hat. Dringend nötige Neubauten werden erst in vielen Jahren fertig, die Verwaltung muss einzelne Bauwerke für Lastwagen sperren oder das Tempo drosseln. Die Folge: In einem Land, das immer mehr Güter in die Welt exportiert, kommen Transporte auf den Straßen immer langsamer voran.“

 Erschreckend daran ist, daß ein Teil Deutschlands unter den Kommunisten diese „Entwicklung“ schon einmal genommen hat. Es wurde Jahrzehnte von der vorhandenen Substanz gezehrt, bis eines Tages alles marode und zerfallen war. Damit war das Ende eingeläutet. Das heutige Deutschland ist mit seiner Planwirtschaft wieder auf dem besten Weg in diese Richtung. Es wird wieder ein Irrweg sein.

 

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