Schweiz: Kommt das Aus für Halal- und Koscher-Fleisch?

(Bild: JouWatch)
Nur noch Vegetarisches für Schweizer Muslime und Juden? (Bild: JouWatch)

In der Schweiz könnte der Import von Produkten, die von betäubungslos geschächteten Tieren stammen, bald verboten werden. Ein Vorstoß möchte Importe von „tierquälerisch erzeugten Produkten“ verbieten. Bei den Eidgenossen ist das Schächten seit 1893 verboten, wird jedoch durch Importe umgangen.

In der Schweiz wurde Anfang Juni eine sogenannte „Motion“ – ein parlamentarischer Vorstoß, der die Regierung auf eidgenössischer, kantonaler oder kommunaler Ebene beauftragt tätig zu werden – eingereicht, die den Import aller „tierquälerisch erzeugten Produkte“ in die Schweiz verbieten soll. Parlament wie Bundesrat hatten bereits mehreren Vorstössen zugestimmt, die den Import tierquälerisch erzeugter Produkte in die Schweiz partiell verbieten. Nun soll ein generelles Importverbot erreicht werden.

Grundsatzentscheid gegen alle „Qualprodukte“

Für Juden und Muslime würde dies bedeuten, dass sie fortan auf ihr Halal- und Koscherfleisch verzichten müssen, da hierbei das betäubungslose Schächten von Tieren und die damit verbundenen unglaublichen Qualen aus religiösen Gründen in Kauf genommen werden. Obwohl in der Schweiz diese Art der Schlachtung bereits seit 120 Jahren verboten ist, wird das Verbot durch Importe umgangen.

Die Motion wurde von Nationalrat Matthias Aebischer (SP/BE) eingebracht und zusammen mit der Tierschutzorganisation Alliance Animale Suisse erarbeitet und strebt einen Grundsatzentscheid gegen alle „Qualprodukte“ – nicht nur Halal- und Koscherfleisch – an.

Nicht im Namen der Glaubensfreiheit das Quälen von Geschöpfen rechtfertigen

Es könne  nicht sein, dass es in der Schweiz strenge Tierschutzvorschriften gibt, die dann über Importe umgangen werden, so die Initiatoren. Katharina Büttiker, Präsidentin von Alliance Animale Suiss betont, dass es außer Frage stehe, dass Halal- und Schächtfleisch zu den tierquälerisch hergestellten Produkten zählen. Es dürfe nicht sein, dass im Namen der Glaubensfreiheit das Quälen von Geschöpfen gerechtfertigt werde.

Die Alliance Animale Suisse zeigte sich nun hocherfreut über den  Entscheid des Nationalrats, die Motion anzunehmen. Sie hofft, dass der Ständerat, der diesen nun behandelt, seine Verantwortung wahrnimmt und das wegweisende Engagement für mehr Tierschutz ebenfalls unterstützt. Stimmt auch der Ständerat dem Vorstoss zu, muss der Bundesrat die rechtlichen Grundlagen für ein Importverbot von Produkten wie Stopfleber und Froschschenkel, oder Halal- und Koscherfleisch oder andere „Qualprodukte“ erarbeiten.

Der Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds sieht durch ein Importverbot von koscherem Fleisch die Religionsfreiheit der Juden massiv eingeschränkt. Die Koordination Islamischer Organisationen Schweiz hingegen würde es laut Blick begrüßen, wenn alles Hala.fleisch mit  Betäubung produziert werden würde. (BS)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.