Neue Einwanderungsroute führt über das Schwarze Meer

Symbolfoto: BalkansCat/ Shutterstock
Horch, was kommt von draußen rein? Wird ja wohl kein "Flüchtling" sein. Symbolfoto: BalkansCat/ Shutterstock

Nachdem die Mittelmeerroute von Libyen nach Italien durch den Rückzug von drei NGOs schwerer passierbar wird, suchen sich die Schlepper neue Wege um ihren Kunden die Einwanderung nach Europa zu ermöglichen. Die rumänischen Behörden warnen jetzt vor der Eröffnung einer vierten Route- sie führt über das Schwarze Meer.

Von Marilla Slominski

Am Sonntag setzte die rumänische Küstenwache ein Boot mit 69 Irakern fest. Sie waren knapp 20 Kilometer von der Hafenstadt Mangalia entfernt. Die Yacht fuhr unter türkischer Flagge, an Bord bulgarische und zypriotische Menschenschmuggler.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 2500 Einwanderer bei dem Versuch illegal über die Grenze zu gelangen erwischt, so die rumänischen Behörden. Das seien bereits 5mal so viel wie im vergleichbaren Zeitraum 2016. Laut Frontex habe im vergangenen Jahr nur ein einziger Einwanderer Europa über das Schwarze Meer erfolgreich erreicht.

Auch Bulgarien bereitet sich vor und will den Schutz seiner Grenzen massiv ausbauen. „Zur Stärkung unseres Grenzschutzes werden wir künftig verstärkt das Militär einsetzen“, sagte der zuständige bulgarische Verteidigungsminister Krasimir Karakachanov der „Welt“ (Donnerstagausgabe). Geplant sei eine Aufteilung der Grenze in fünf verschiedene Zonen.
„In jede dieser Zonen werden wir jeweils eine bewaffnete Truppe in Kompaniestärke schicken, die den entsprechenden Grenzabschnitt bewachen soll. Da werden auch hoch spezialisierte Kampftruppen dabei sein“, sagte Karakachanov, der stellvertretender Ministerpräsident seines Landes ist. Insgesamt sollen demnach bis zu 600 Soldaten eingesetzt werden. (Quelle: dts)

Die Einwanderungszahlen über die östliche Mittelmeerroute, die Balkanroute und auch die bislang so beliebte Mittelmeerroute zwischen Libyen und Italien sinken dank Restriktionen zwar vorerst.

Dafür steigen auch in Spanien die Zahlen weiter an. Gestern nahmen drei spanische Küstenboote insgesamt 317 afrikanische Einwanderer an Bord. Sie wurden kurz vor Cadiz entdeckt.

Insgesamt kamen in diesem Jahr in Spanien 12.000 Einwanderer aus Afrika an, fast so viele wie im gesamten Vorjahreszeitraum. Griechenland erreichten bisher mehr als 14.000 Einwanderer.

Gewarnt wird regelmäßig von allen Seiten:

„Die größten Fluchtbewegungen stehen uns noch bevor: Afrikas Bevölkerung wird sich in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln. Ein Land wie Ägypten wird auf 100 Millionen Menschen anwachsen, Nigeria auf 400 Millionen. In unserem digitalen Zeitalter mit Internet und Handys wissen alle über unseren Wohlstand und unsere Lebensweise Bescheid“so CDU-Entwicklungsminister Gerd Müller.

Und auch EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani, nimmt kein Blatt vor den Mund und prophezeit: „Wenn wir es nicht schaffen, die zentralen Probleme in afrikanischen Staaten zu lösen, werden in zehn Jahren zehn, 20 oder sogar 30 Millionen Einwanderer in die Europäische Union kommen.“

 

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