Faith Goldy in Charlottesville: „Körper flogen durch die Luft“

Faith Goldy berichtete direkt vom Anschlagsort Foto: Rebel Media/YouTube
Faith Goldy berichtete direkt vom Anschlagsort Foto: Rebel Media/YouTube

Die Rebel Media Reporterin Faith Goldy war bei der tödlichen Attacke eines vermutlich rechten Autofahrers in Charlottesville, Virginia dabei. Sie sprach mit Stefan Molyneux über die tragischen Ereignisse.

Faith Goldy: „Mehrere Anführer der Alt-Right Bewegung wollten hier eine Demo abhalten. Es ging um eine Statue des Südstaaten-Generals Robert E. Lee, die der stellvertretende Bürgermeister entfernen lassen wollte. Sie hatte eine Genehmigung für die Demo, die wurde wieder entzogen, dann zogen sie vors Bundesgericht um die Demo doch noch bestätigen zu lassen. Es gab eine starke Polizeipräsenz, weil mehrere tausend Antifas erwartet wurden. Um Mittags waren schon Sondereinsatzkräfte vor Ort, der (rechtsextreme) Anführer Richard Spencer hatte schon mehrmals Tränengas abbekommen und verließ die Demo. Etwa eine Stunde nach Beginn der Demo begann die Polizei, die Menschen in kleinere Gruppen aufzuteilen. Damit waren die verfeindeten Gruppen getrennt. Das ging etwa zwei Stunden lang so.

Immer wenn die beiden Seiten aufeinandertrafen, kam es zu Gewaltausbrüchen. Ich habe Black Lives Matter-Aktivisten und junge schwarze Männer gesehen, die Steine auf Armeeveteran geworfen haben. Dann habe ich meinen Helm angezogen. Nach zwei Stunden beschlossen die Antifa und BLM Leute, auf die Straßen zu gehen. Und in dem Moment war plötzlich die Polizei verschwunden. Davor waren es Spezialkräfte und Nationalgarde mit Panzerfahrzeugen gewesen, die waren plötzlich weg. Ich habe keine einzige Uniform mehr gesehen. Die Antifa und BLM Leute haben ihre Sprechchöre angefangen, ‚No Nazis, no KKK’ und gingen eine Straße hinauf. Das sieht man auf meinem Periscope: Ich war zu sehr im Zentrum, und wollte an den Rand. Gerade habe ich meine Kamera umgedreht, da hörte ich mehrere dumpfe Schläge wie eine Trommel. Aber es war keine Trommel. Wenige Meter vor mir sind dann drei Autos ineinander gefahren. Ein grauer Dodge Charger ist von hinten auf den mittleren Wagen aufgefahren und hat ihn in den ersten Wagen geschoben. Körper flogen durch die Luft. Ein Mädchen wurde zwischen zwei Autos eingeklemmt. Die Straße war ja voller Menschen. Zum Glück habe ich sie später gesehen und sie war am Leben. Ein anderes Mädchen wurde auch eingeklemmt. Überall waren blutende Menschen. Ich habe zehn oder zwölf gezählt die am Boden lagen. Es war ja keine Polizei mehr da, deshalb hat es mehrere Minuten gedauert, bis ein Krankenwagen eingetroffen ist. Der Wagen setzte dann sehr zügig zurück. Und da war das klar, dass wir es hier mit versuchtem Totschlag zu tun haben.“

Stefan Moyneux: „Es sah nach Absicht aus, ja. Der Wagen hatte geschwärzte Scheiben, ist direkt in die Menge gefahren und ist dann wieder abgehauen.“

Faith Goldy: „Es wird sicher viel klarer werden wenn wir wissen, wer der Fahrer war. Egal was man von der Alt-Right hält, wenn der Fahrer sich zur Alt-Right bekennt wird das ziemlich negativ für die sein. Ich weiß nicht ob man sich von so was erholen kann. Sie müssten sich auf jeden Fall in Zukunft viel klarer von solcher Gewalt distanzieren. Das war ein schrecklicher, widerlicher Vorfall – aber ich muss auch sagen, Richard Spencer, Jason Kessler, diese Typen wollten nur ihr Recht auf Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit ausüben. Auf den Periscopes von Spencer sieht man wie er der Polizei sagt, Jungs, wir haben eine Genehmigung, wir wollen hier bloß demonstrieren. Und stattdessen kriegen sie von der Antifa Pfefferspray ins Gesicht und die Demo wird abgesagt. Bei der letzten „Battle for Berkeley“ hat man gesehen: Wenn diese Alt-Right-Typen unter sich bleiben und demonstrieren, und keine Antifa dabei ist, dann ist das meistens eine ziemlich friedliche Angelegenheit.“

Stefan Molyneux: „Das ist ein alter Trick, ein ganze Bewegung anhand von ein paar Extremisten diskreditieren zu wollen. Jedes Mal wenn es einen islamischen Terroranschlag gibt, heißt es, ja, aber nicht alle Muslime sind so. Aber für die Rechten scheint das nicht zu gelten. Sobald weiße Rechtsextreme irgendwas anstellen, gilt das gleich für die ganze Rechte. Aber man sollte eine Bewegung nicht aufgrund von ein paar Extremisten beurteilen.“

Faith Goldy: „Ich will das sehr deutlich sagen: Was passiert ist, ist furchtbar und verurteilenswert. Ich glaube. es war versuchter Totschlag. Ich hoffe der Verantwortliche wird mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft und kommt ins Gefängnis. Und ich bete für alle Verletzten und ihre baldige Genesung. Aber das ursprüngliche Thema sollte auch nicht von diesem tragischen Vorfall überschattet werden: Nämlich, dass hier eine politische Gruppe, die nicht zur Gewalt aufruft und nur friedlich demonstrieren wollte, um ihre Demonstrationsrecht gebracht wurde, obwohl sie die Genehmigung eines Bundesgerichts hatten.

Man muss ganz klar sagen, es sind nicht die angeblichen Nazis und KKK Typen, sondern die Antifa und BLM, die die gewalttätige Eskalation mit Reizgas und Steinwürfen zu verantworten haben. Irgendwann müssen die Leute aufwachen und sehen, hier gelten doppelte Standards. Warum wurden die rechten Demonstranten von bewaffneter Polizei bedrängt, die dann verschwunden waren, als die Antifa und BLM marschieren wollten?“

Das ganze Interview hier auf YouTube.

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