Euphorie oder Panik bei Bitcoin?

Foto: Durch Alexander Kirch/Shutterstock
Das Geld, das aus dem Computer kommt (Foto: Durch Alexander Kirch/Shutterstock)

Die Kryptowährung Bitcoin hebt gerade massiv ab und ist in den letzten beiden Wochen buchstäblich senkrecht nach oben gegangen. Der Wert hat sich dabei verdoppelt. Was immer das ist, normal ist es nicht.

Von Ingmar Blessing

Nach der Spaltung bei Bitcoin, JouWatch berichtete, und einem kurzen Wertverlust beider Währungen ist der Preis des „Originals“ in den Tagen danach stark  nach oben gegangen, was rational kaum erklärbar ist, zumal es auf den Märkten keine sichtbaren großen Bewegungen gab oder gar eine Panik, in deren Folge Kapital in die vermeintlich sichere Kryptowährung floss.

Der Preis von Bitcoin Cash, dem neuen Ableger ist indes konstant geblieben und liegt gleich auf mit dem größten Bitcoin Konkurrenten Ethereum. Insgesamt flossen in den letzten Tagen etwa 20 Milliarden Dollar an Kapital in die Währung, was vom Volumen her dem Wert von Infineon entspricht oder Island.

Die naheliegendsten Erklärungen für einen so großen Preissprung bestehen darin, dass entweder die Zugewinne der Währung in letzter Zeit bei Kleinanlegern zu einer Euphorie führten und nun jeder ein Stück von den Kurssprüngen abhaben will, oder aber jemand bekam sehr viel Geld in die Hand, wusste aber nicht wohin mit dem Geld und wählte schließlich Bitcoin aus.

Als dritte Möglichkeit kommt noch infrage, dass die Blase in der Weltwirtschaft nun tatsächlich anfängt zu platzen und die ersten Anleger mit den besten Informationen ihr Kapital in sichere oder als sicher geltende Werte verschieben. Dafür spricht, dass die Aktienmärkte in den letzten Wochen nicht mehr gestiegen sind und offenbar nur noch einige wenige große institutionelle Anleger wie die  Schweizerische Nationalbank Aktien kaufen. Die Wertzuwächse jenseits von Bitcoin gibt es seit einigen Wochen bei Gold und Silber, die sechs und elf Prozent an Wert hinzu gewann. Das ist zwar bei weitem weniger als bei Bitcoin, allerdings gilt es zu bedenken, dass der gesamte Weltmarkt für Bitcoin jederzeit handelbar ist und in Echtzeit aktualisiert wird. Die Märkte für Gold und Silber dagegen sind stark fragmentiert. Ihr Weltmarktpreis bildet daher nicht immer die unmittelbare Wertigkeit ab, vor allem nicht in ihrer „physischen“ Form, da die meisten an den Börsen gehandelten Edelmetalle heute nur als Schuldschein existieren.

Sollte der nach oben schießende Bitcoinpreis also der Indikator sein, dass die Weltwirtschaft gerade in eine massive Krise übergeht, dann ist es wahrscheinlich, dass Gold und Silber erst mit einigen Tagen Verspätung ebenfalls mit vergleichbar starken Preissprüngen reagieren.

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