Anderer Leute Schuhe

(Bild: JouWatch)
Anderen in die Schuhe schieben (Bild: JouWatch)

Es waren wie immer die anderen. Nur bei Erfolgsmeldungen ist man es selber. So sieht es der italienische Außenminister Angelino Alfano, wenn er über die 200.000 in diesem Jahr zu erwartenden Zuwanderer übers Mittelmeer spricht. Bisher sind schon 93.000 gekommen. 2.385 schafften es nicht. Die EU hat versagt. „Die Verteilung der Flüchtlinge auf die EU-Staaten funktioniert überhaupt nicht,“ sagt er. Und Recht hat er.

Von Schlaglicht

Denn bisher haben die Italiener die Zuwanderer nur weiterwandern lassen. Erst seitdem der österreichische Kollege Sebastian Kurz mit einer Brenner-Sperre drohte, mokiert der Herr aus Italien schwerst konsterniert. Klar will der nicht auf die eigenen Versäumnisse nach dem Dublin-Abkommen mit blanken Fakten erinnert werden.

Etwa wie, wenn die Bundespolizei in Bayern bei Raubling Anfang August zwei dutzend halberfrorene, blinde Zugpassagiere unter Güterzügen herauszerrte. Da fragt man sich: Fährt der Zug aus Italien nicht auch über Österreich? Und was wollte der Herr Kurz da gleich wieder machen, um illegale Einreise zu verhindern? Nach Dublin würde es für die meist afrikanischen Touristen heißen: Ab ins sonnige Italien zu Herrn Alfano.

Wo aber hat nun Italien versagt? Erstens zahlen die Italiener den Neuzugängen keinen Cent und verfrachten sie in Unterkünfte meist im Hinterland. Zweitens wird dann dort irgendwann nicht mehr kontrolliert, ob die Damen und meistens Herren noch da sind. Drittens: Mit zwei Kriegsschiffen vor der libyschen Küste herumzufahren ist zwar martialisch, aber unsinnig, wenn diese nicht eingreifen.

Einfacher ist es immer, die Probleme in anderer Leute Schuhe zu schieben.

Bei der gemeinsamen EU-Operation „Sophia“, die den Steuerzahler auch wieder eine Menge Geld kostet, wurden bereits 110 mutmaßliche Schleuser festgenommen, mehr als 470 Boote beschlagnahmt. Das sind wenigstens ein paar greifbare Erfolge, wenn man gegen die große Welle allerdings nicht gewappnet ist. Diese wartet noch an Land. Dort sollte sie auch in Einwanderungszentren bearbeitet und gleich nach Hause geschickt werden. Nur werden diese gefordert, aber nicht gebaut.

Unter all den Doktoren und Professoren, dem akademischen Braindrain aus Afrika, muss man schließlich nicht erst auf dem deutschen Sozialamt zur Erkenntnis gelangen, dass unser Facharbeitermangel von dieser Klientel eher weniger behoben werden wird.

Wandere aus, solange es noch geht!
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