Das Mädchenjunge – ein Ding aus einer anderen Welt

(Symbolfoto: Durch Oksana Kuzmina/Shutterstock
Ein Kind als Überraschungskiste (Symbolfoto: Durch Oksana Kuzmina/Shutterstock)

Großbritannien kann sich über die erste Gender-Familie freuen: der Mann ist jetzt eine Frau, die Frau ist beides und mittendrin der Sohn, der geschlechtsneutral aufgezogen wird.

Von Marilla Slominski

Nikki und Louise Draven aus Middlesborough wollen sich nicht mehr als „Frau“ und „Mann“ verstanden wissen und erziehen ihren vierjährigen Sohn als „Person“ und nicht als Jungen.

Da sie auch nicht „besessen“ von den Geschlechtern sind, mit denen sie geboren wurden, wollen sie ihrem kleinen Sohn Star Cloud (Sternenwolke) alle Möglichkeit offenlassen und so ist der Junge im zarten Alter von vier auch schon „völlig losgelöst“. Er lackiert sich die Nägel, trägt Röcke und spielt mit Puppen und Autos.

„Mutter“ Louise wurde als Mann geboren, ist jetzt Frau, die andere Mama Nikki wurde als Frau geboren und ist mal Mann und mal Frau.

Verwirrt? So geht’s Star Cloud auch. Für ihn ist Louise- der biologische Vater- seine Mama und Nikki, seine leibliche Mutter nennt er „Daddy“- genauer gesagt „Dada“.

„Keiner von uns beiden ist besessen von dem Geschlecht, mit dem wir geboren wurden. Unser Sohn soll auch nicht in eine Geschlechterrolle hineingezwungen werden. Wir sind eine normale Familie, in der jeder sein kann, was er will“, erklärt der/die 31jährige Mamapapa Louise.

Und so ist Söhnchen Star Cloud befreit vom Joch des Jungeseins und trägt Mädchen- und Jungenkleidung, schminkt sich und lackiert sich gerne die Nägel.

Wenn „es“ im September in die Schule kommt, trägt „es“ zwar die Schuluniform für Jungen, hat sich dazu aber schon eine Weste und Socken in Pink ausgesucht.

„Wir haben ihm nie gesagt, er sei ein Junge. Wir haben ihm gesagt, er kann sein, was immer er will. Wir haben ihm auch nie spezielle Jungenkleidung oder Spielzeug gekauft. Seine Lieblingsfarbe ist Pink und er liebt alles mit Sternen drauf – wegen seines Namens“, freut sich Papamama Nikki.

Eine glückliche Familie, wenn da bloß nicht die anderen Kinder wären: „Einmal ist Star Cloud nach Hause gekommen und hat erzählt, er kann nicht mehr mit Puppen spielen. Die Kinder hatten ihm gesagt, die seien für Mädchen. Aber wir haben ihm erklärt, dass jeder mit Puppen spielen darf und das eine gute praktische Übung für ihn ist, wenn er selber einmal Vater ist.“

„Vielleicht werde ich kein Daddy, vielleicht werde ich auch eine Mami“, habe „Sternenwolke“ geantwortet, erzählt Nikkimamapapa.

Ein Jahr vor der Geburt von Star Cloud begann Mann Louise, als Frau zu leben. Das sie eigentlich weiblich ist, habe er schon mit acht Jahren gewusst, erklärt Louise.

Die Schule, in die Jungemädchen Star Cloud ab nächsten Monat gehen wird, spielt begeistert mit beim freien Rollentausch: „Die Schule hat uns zugesichert, dass sie alles tun werden, um uns zu helfen. Sie freuen sich darauf, jetzt eine „inklusive“ Familie bei sich zu haben“, so Nikki.

Und so weiß Star Cloud auch folgerichtig noch nicht, was später einmal aus ihm/ihr werden wird – seine Kindheit, ein einziges Überraschungspaket mit unbekanntem Ausgang.

P.S.: In den USA wandte sich gerade ein verzweifeltes Paar an die Öffentlichkeit. Vor vier Jahren wurde ihnen von den Behörden das Sorgerecht für ihre beiden Söhne entzogen – nicht weil sie sie schlecht behandelt haben, sondern weil sie „zu dumm“ seien. Amy Fabbrini habe nur einen IQ von 72,  der ihres Lebensgefährten Eric Ziegler liege gerade mal bei 66, so die Begründung der Behörden. 

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