Friedensnobelpreisträger bitten um Gnade für zum Tode Verurteilte in Saudi-Arabien

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Saudi Arabien - Das Land in dem die Todesstrafe blüht (Durch zefart/Shutterstock)

Zehn Friedens-Nobelpreisträger haben den saudischen König Salman ibn Abd al-Aziz und seinen Sohn den Kronprinzen Mohammed bin Salman um Gnade für 14 junge Menschen gebeten, denen die Todesstrafe droht. Unter ihnen ist der frühere südafrikanischen Erzbischof Desmond Tutu und der ehemalige polnische Staatspräsident Lech Wałęsa.

Von Marilla Slominski

In ihrem Brief, der am Freitag veröffentlicht wurde, sagen sie, die Exekution auszusetzten, würde die „große Ungerechtigkeit korrigieren“.

Die Preisträger erklären, dass die 14 in einem Massengerichtsverfahren Verurteilten die Todesstrafe nicht verdienen würden. Die jungen Verurteilten hatten sich 2012 an Protesten gegen die Regierung beteiligt.

Die Nobelpreisträger werfen den saudischen Behörden vor, Geständnisse mit Hilfe körperlicher Gewalt erzwungen zu haben.

Den 14 Inhaftierten, die hingerichtet werden sollen, wird Protest und Gewalt gegen Sicherheitskräfte vorgeworfen.

Unter den Todeskandidaten, die alle der schiitischen Minderheit angehören, befindet sich auch Mujtaba al-Sweikat, der auf dem Saudi Airport auf dem Weg in die USA verhaftet wurde, wo er an der Western Michigan University studieren wollte. Er war bei seiner Verhaftung 18 Jahre alt. Ihm wurde zum Verhängnis, dass er eine Facebook-Gruppe betreute und Fotos von den Demonstrationen postete. Ihm sei während des erzwungenen Geständnisses die Schulter gebrochen worden.

Ein weiterer zum Tode Verurteilter ist Ali al Nimr. Ihm wird vorgeworfen eine Blackberry Seite namens „The Liberals“ entworfen und Fotos von den Demonstrationen verbreitet zu haben. Er habe andere dazu aufgerufen, sich den Demos anzuschließen.

Munir Adam, ein teilweise tauber und blinder 20jähriger und zwei andere seien noch Jugendliche, beklagen die Nobelpreisträger.

Der amerikanische Lehrerverband hat Präsident Trump dazu aufgefordert, von Saudi-Arabien zu verlangen, die Hinrichtungen der 14 jungen Männer zu stoppen.

Die herrschenden Sunniten behaupten immer wieder, die schiitischen Protestler würden mit dem Feind des Königshauses, dem Iran, paktieren.

Neben den Friedensnobelpreisträgern Desmond Tutu und Lech Wałęsa, unterschrieben auch Jose Ramos-Horta, Ex-Präsident von Ost Timor, der ehemalige südafrikanische Präsident F.W. De Klerk, der indische Anti-Sklaverei Führer Kailash Satyarthi, sowie die liberianische Friedensaktivistin Leymah Gbowee, die jemenitische  Menschenrechtsaktivistin Yemeni Tawakkol Karman, die iranische Richterin unnd Juristin Shirin Ebadi, die amerikanische Anti-Landminen Aktivistin Jody Williams und die nordirische Friedensaktivistin Mairead Maguire.

 

 

 

 

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