Die SNB druckt immer mehr Geld und treibt damit die Spekulationsblase an

Haus des Geldes: Die Schweizer Nationalbank in Zürich (Foto: Von Adrian Michael - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5254116
Haus des Geldes: Die Schweizer Nationalbank in Zürich (Foto: Von Adrian Michael - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5254116

In dieser Woche wurde bekannt, dass hinter den massiven Aufkäufen von US Aktien aus dem Ausland größtenteils die Schweizerische Nationalbank SNP steckt, die damit versucht, den Außenwert des Schweizer Franken stabil zu halten.

Von Ingmar Blessing

Als der „Hedge Fonds“ SNP vorschriftsgemäß ihr US Portfolio öffentlich machte zeigte sich, dass die Gerüchte stimmen, wonach die SNB in diesem Jahr als aggressiver Käufer von US Aktien auftritt. Wie ZeroHedge berichtet liegt der aktuelle Wert des US-Aktienbestandes der SNB bei über 84 Milliarden Dollar und in nur drei Monaten wurden für insgesamt 4,1 Milliarden Dollar Aktien hinzugekauft.

Damit wandelt sich die SNB – bei der es sich um eine an der Börse gehandele Aktiengesellschaft mit Geldmonopol in der Schweiz handelt – immer mehr zu einem Auslandsinvestitionsfonds, während die Aufgabe, die schweizerische Volkswirtschaft mit einer angemessenen Geldmenge zu versorgen zum Nebenbetrieb mutiert. Alleine die US Aktien im Besitz der SNB betragen etwa 20 Prozent des schweizerischen BIP und da der Franken an den Euro gebunden wird kann man erwarten, dass die SNB in mindestens vergleichbarer Höhe Aktien aus der Eurozone im Bestand hat. Insgesamt hält die SNB ausländische Anleihen und Aktien in Höhe von gut 700 Milliarden Dollar, also einmal die komplette Jahreswirtschaftsleistung des Landes.

Die SNB gleicht damit immer mehr eher dem staatlichen Pensionsfonds von Norwegen, der mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft gefüllt wird, als einer klassischen Zentralbank, wobei alle großen Zentralbanken der Welt in ihrem verzweifelten Versuch die Konjunktur zu stimulieren seit einigen Jahren auch Privatwerte aufkaufen. Bislang geschah dies in Japan wie in Europa ohne weiteren Erfolg, außer dass dadurch der Markt völlig verzerrt wurde und sich eine sehr große Preisblase gebildet hat, die irgendwann platzen wird.

Während die Bank of Japan bislang lediglich regional und vor allem japanische Aktien und Anleihen kauft, die EZB aktuell nur Staats- und Unternehmensanleihen in die Bücher nimmt und die Federal Reserve sich bislang nur alle Optionen offen hält, so ist die SNB nun schon seit einiger Zeit dabei, den Schweizer Franken zu stabilisieren, indem sie immer neues Geld druckt und dafür im Ausland Anleihen und Aktien kauft. Etwas, das vor  einiger Zeit noch als „Fake News“ und „Verschwörungstheorie“ bezeichnet wurde.

Die Schweiz gilt bei kleinen wie großen Anlegern als sicherer Hafen, was einen permanenten und starken Nachfrageüberhang nach der Währung erzeugt, wie eine vorübergehende Aufhebung der Eurobindung vor 18 Monaten eindrucksvoll zeigte. Vor mittlerweile drei Jahren gab es in der Schweiz die sogenannte Goldinitiative, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. In einer Volksabstimmung wurde darüber entschieden, ob die SNB gesetzlich dazu gezwungen werden soll mindestens 20 Prozent ihres Portfolios in physischem Gold anzulegen – was bei gängigen Anlagestrategien einem „normalen“ Anteil entspräche. Die Initiative wurde nach einer massiven Gegenkampagne durch die Politik, Mainstream Medien und Banken vom Volk abgelehnt und so liegt der Goldanteil im Portfolio der Zentralbank heute bei deutlich unter 10 Prozent, Tendenz sinkend.

Betrachtet man das Portfolio der SNB aus der Perspektive eines Anlagevermögens, dann ist der niedrige Edelmetallanteil eindeutig ein spekulatives Zeichen. Dies gilt vor allem im Zusammenhang mit der Tatsache, dass die Bank weiterhin ganz offensichtlich überteuerte Aktienwerte aufkauft und damit effektiv als einer der Anheizer der aktuellen Spekulationsblase agiert. Ein eigentlich äußerst un-schweizerisches Verhalten.

Haus des Geldes: Die Schweizer Nationalbank in Zürich (Foto: Von Adrian Michael – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5254116

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