Schall…was?

Lärm (Bild: Techniker Krankenkasse; Doping für den Kopf; CC BY-NC-ND 2.0; siehe Link)

Es ist angesichts der Realsatire um den Berliner Flughafen BER immer leicht eine Zote zu reißen. Der umweltfreundlichste Flughafen, auf dem kein einziger Flieger fliegt. Das Acht- Milliarden-Grab ohne Verkehrsanbindung. Teuere Ampelanlagen rund herum, für Straßen, die in leere Felder führen.

Von Schlaglicht

Und nun dies: Der stillste deutsche Flughafen hat rund 19 000 Anträge von Anwohnern für Schallschutz abgearbeitet. Rund 2000 liegen noch vor. Heißt im Klartext: Sogar in niedrigen Zimmern, Wohnküchen und Wintergärten in der Nachbarschaft des angeblichen Großflughafens hat man zentimeterdicke Schallschutzfenster auf Staatskosten eingebaut. Und das, obwohl gar kein Schall da ist! Millionen Bauförderung ohne Sinn, außer für den Bauherren. Und nachts? Herrscht ohnehin Flugverbot. Da müssen die Maschinen aus Asien und Amerika eben nach Rostock oder Hannover und dann mit dem Bus weiter Richtung Hauptstadt der DDR.

Und während BER-Chef Engelbert Lütke-Daldrup die mögliche Eröffnung der Glasbetonkatastrophe weiter auf`s kommenden Jahr verschiebt, machen sich FDP-Politiker für den Mrd-teueren Erhalt des alten Flughafens Tegel stark. Der säuft zwar in seinen Kellernbereichen regelmäßig ab, es kommt zu Stromausfällen mehrfach im Monat. Doch das Rattenbiotop im Norden Berlins soll weiterhin als Regierungsflugplatz genutzt werden. Wo kämen wir denn da hin, wenn unsere Abgeordneten und Regenten auf einmal so direkt den eigenen Fehlplanungen konfrontiert würden und so weit nach Schönefeld hinausfahren müssten, um nach Hause zu fliegen? Dorthin gibt es ja noch nicht einmal vernünftige Straßenanbindungen. Und das ist nach Wowereit „gut so.“ Kaum auszudenken, was das für ein Krach wäre, wenn auf der zweispurigen Berlinanbindung jährlich 50 Millionen Passagiere herüberrollen würden, samt Logistik-Lkw, etc. Nein. Da braucht man schon im Vorhinein einen guten Schallschutz, um vor solchen Argumenten nichts mitbekommen zu müssen. Halb Berlin könnte neue Schalschutzfenster beantragen. Und erst die Wintergartenbesitzer!

Bei traurigen Beobachtern und Mitbezahlern herrscht langsam die Überzeugung: Wenn der BER fertig ist, will eh keiner mehr nach Berlin. Dann sind alle Kassen leer.