Schweinerei: Gender-Pay-Gap schon bei Kindern

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Werden unterschiedlich bezahlt: Unsere armen Kinder (Foto: Durch Pandora Studio/Shutterstock)

Die Kinder-Medien-Studie 2017, in Auftrag gegeben und finanziert von der Blue Ocean Entertainment AG, der Egmont Ehapa Media GmbH, Gruner + Jahr, der Panini Verlags GmbH, dem SPIEGEL-Verlag und auch dem ZEIT Verlag, kam hinsichtlich der sozialen Gerechtigkeitskluft zwischen vierjährigen Mädchen und fünfjährigen Jungen zu einem erschütternden Ergebnis. So erschütternd ist es, daß man sich bei der ARD-Tagesschau offenbar veranlaßt sah, eine eigene Grafik anzufertigen.

Max Erdinger

Zitat: „Gender-Pay-Gap sogar schon bei Heranwachsenden. Die Studie untersuchte auch, über wie viel Geld Kinder verfügen können. Dabei zeigte sich, dass Jungen – wie auch im späteren Arbeitsleben immer noch der Fall – in allen Altersgruppen etwas mehr bekommen als Mädchen. Schon Vier- und Fünfjährige haben im Monat 17 Euro (Mädchen) und 20 Euro (Jungen) zur Verfügung. Die Sechs- bis Neunjährigen haben 30 bzw. 33 Euro zur Verfügung, die 10- bis 13-Jährigen 52 bzw. 55 Euro.“ – Zitatende.

Verdammte Sauerei (Foto: Screenshot Facebook)

Schockschwerenot. Bis zu ihrem dreizehnten Lebensjahr bekommen Mädchen bei steigenden Taschengeldern immer drei Euro weniger als die verwöhnten Buben. Wenn man das zu Ende denkt, kommt man bei einer rosa Bundeskanzlerin heraus, die drei Euro im Monat weniger einstreicht als ein blauer Bundeskanzler. Eine himmelschreiende Ungerechtigkeit.

Wenn man jetzt bedenkt, daß rosa Frauen aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung sechs Jahre länger eine Rente beziehen, die um drei Euro im Monat niedriger ist, als es die Rente eines blauen Mannes wäre, wenn der noch leben würde, dann sind sie die rosa Frauen bei 72 Monaten mehr Lebenserwartung im Schnitt um glatte 216 Euro im Nachteil.

Halt, Moment, – das müssen wir anders rechnen. Angenommen, die Verstorbenenrente für blaue Männer betrüge 700 Euro, dann hätten rosa Lebendfrauen nur 697 Euro. Also: 697 Euro mehr als die Toten, die Null Euro bekommen. Bei 72 Monaten wären das dann 50.184 Euro mehr als die Männer. Wenn man die wiederum umlegt auf die neun Jahre (108 Monate) zwischen dem vierten und dem dreizehnten Lebensjahr, dann sind das 464,66 Euro pro Monat, die kleine Mädchen mehr Taschengeld bekommen als kleine Jungen. Obwohl: von den 464,66 müssten wir natürlich wieder 3 Euro abziehen, was ja gerade der Skandal ist, dessentwegen es diese Nachricht bis in die Tagesschau geschafft hat. Bei der ARD hält man sich mit Nonsens nämlich nicht auf. Skandale sind gefragt.

Wer ist Blue Ocean Entertainment? Das ist ein Medienunternehmen der Burda-Gruppe, welches als Zielgruppe Kinder von eineinhalb bis dreizehn Jahren hat. Der Gruppenchef Hubert Burda wurde 1940 geboren und gilt laut forbes als 1,8-facher Milliardär. Verheiratet ist der 77-jährige Krösus mit der Schauspielerin Maria Furtwängler, die demnächst 51 Jahre alt wird. Bei ihrer Hochzeit im Jahre 1991 war Maria Furtwängler also 25 Jahre alt und ihr Gemahl 51 Jahre. Das heißt, er war damals doppelt so alt wie seine Frau und hatte deswegen auch 314 Monate länger Taschengeld erhalten als seine Frau. Plus 3 Euro im Monat. Angenommen, es waren im Schnitt 153 Euro monatlich, dann wären das zusammen 48.042 Euro und damit ungerechtfertigterweise 942 Euro mehr, als seine ungeborene Frau bekommen hätte, wäre sie bereits auf der Welt gewesen. War sie aber nicht.

Vermutlich wird sie aber länger auf der Welt bleiben als Hubert Burda. Für die ganze Zeit, in der Maria länger auf der Welt sein wird als Hubert, stehen ihr dann die 1,8 Milliarden zur Verfügung, von denen natürlich 3 Euro pro Überlebensmonat abgezogen werden müssten, wenn die Studie stimmen soll. Wenn sie sechs Jahre länger lebt als Hubert, der statistisch gesehen 32 Jahre vor ihr stirbt, dann hätte sie also 1.800.000.000 Euro geteilt durch 384 Monate als Ausgeich dafür, daß sie wegen ihrer Ungeborenheit einstmals 48.042 Euro weniger Taschengeld als Hubert hatte. Plus drei Euro im Monat. Oder weniger? – Wurschtetz.

Ich rechne das schnell einmal aus: 1.800.000.000 geteilt durch 384 = 4.687.500 Euro im Monat. Und dabei fehlen dann noch die 942 Euro, um die sie von Anfang an beschissen worden war, weil sie ein rosa Mädchen ist.

Maria Furtwängler gibt sich gern feministisch und unglaublich sozial eingestellt. Zitat von ihr: „Die Botschaft lautet: Als Frau musst du in deinen Körper investieren, in deinen Busen, in deinen Hintern, um Aufmerksamkeit zu erregen.“ – Zitatende. Das heißt, die Furtwängler kann „Aufmerksamkeit erregen“ nicht von „Reichtum erlangen“ unterscheiden. Noch ein Zitat von ihr: „Warum sollten sich Frauen nicht jüngere Männer als Betthupferl suchen? Das tun die Männer ja umgekehrt auch.“ – Zitatende. Mit anderen Worten: Hubert, du bist ein stinkreicher und nützlicher alter Hängezipfel und ich verdiene als rosa Schauspielerin drei Euro im Monat weniger als du.

Auf alle Fälle sind solche Studien wie die Kinder-Medien-Studie 2017 bei diesen Auftraggebern und diesen Finanziers kein Wunder: Hätten fünfjährige Mädchen drei Euro mehr im Monat, könnten sie viel mehr Prinzessin Lillifee und Bibi Blocksberg von der Blue Ocean Entertainment kaufen als die Jungen, die sowieso nur lauter Sachen lesen, die es bei Blue Ocean nicht gibt. Das sind wichtige Erkenntnisse, die es auch angesichts einer zweiten Immigrationswelle in die EU, dem nicht minder wichtigen Dieselskandal und dem alltäglichen Gemetzel samt dem ganzen Geschiss mit den halsstarrigen Italienern durchhaus verdienen, in der Tagesschau verkündet zu werden.

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