Neuer Rekord: 440.000 Asylanträge in 2017 bisher bearbeitet

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Die Neusiedler marschieren durch Europa (Foto Seita/shutterstock)

Von Januar bis Juli hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 32 Prozent mehr Asylanträge entschieden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie die Welt berichtet. Das ist neuer Rekord. Weniger als der Hälfte der Antragsteller bekam einen Schutzstatus. Neu ins Land kamen in derselben Zeit 107.000 Migranten. Das ist mehr, als Italien derzeit aufnimmt.

Allerdings hat die Zahl der bearbeiteten Anträge nur bedingte Aussagekraft, da von den 440.000 Anträgen ein gewisser Teil aus abzuarbeitenden Altanträgen der beiden zurückliegenden Jahren bestand. Die monatliche Einwanderung nach Deutschland beläuft sich seit einiger Zeit konstant auf ca. 15.000 Personen (Juli: 15.069).

Die meisten Antragsteller kommen ihren eigenen Angaben zufolge aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan, der Türkei und Nigeria. Den 107.000 Neuankömmlingen in Deutschland stehen im selben Zeitraum eigenartigerweise nur 95.000 in Italien gegenüber.

Die meisten der 444.000 Antragsteller auf Asyl sind keine Schutzberechtigten. Von individueller Verfolgung bedroht sind laut BAMF lediglich 20,9 Prozent, also etwa ein Fünftel. Sie gelten daher als Flüchtlinge im Rechtssinn. Asylberechtigt nach dem Grundgesetz waren nur 2631 Personen.

Weitere 17,1 Prozent erhielten den subsidiären Schutz. Diesen Titel erhalten Migranten, deren Rückkehr in ihre Heimat zu gefährlich wäre. Vor allem Bürgerkriegsflüchtlinge erhalten subsidiären Schutz. Nur 6,3 Prozent erhielten als Schutztitel das sogenannte Abschiebungsverbot.

Abgelehnt wurden 38,9 Prozent der Anträge. Bei weiteren 16,8 Prozent kam es entweder dazu, daß Antragsteller ihre Anträge im laufenden Verfahren selbst zurückzogen oder die Behörden das Verfahren beendeten, etwa dann, wenn der Betroffene vorher schon in einem anderen EU-Staat einen Asylantrag gestellt hatte. (ME)

 

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