Juncker läßt´s krachen

Foto: Collage, Basis Shutterstock
Sein Traum vom Fliegen (Foto: Collage, Basis Shutterstock)

Jean-Claude Juncker kennt kein Schamgefühle, wenn es darum geht, sich das Leben auf Kosten der europäischen Steuerzahler zu versüßen. Mit dem Privat-Jet mal kurz nach Rom? Why not! Kostet ja nur schlappe 25.000 Euro! So what!

Von Marilla Slominski

Für ein nur zweistündiges informelles Meeting mit dem italienischen Premierminister Matteo Renzi charterte Juncker einen Privatjet und flog von Brüssel nach Rom, wie heute bekannt wurde.

Das Treffen war schon lange geplant worden, deshalb ist das Unverständnis groß, warum der Chef der EU-Kommission nicht einen normalen Charterflug nutzen wollte.

Eine spanische NGO Organisation hatte drei Jahre lang für die Veröffentlichung von Junckers Ausgaben vor Gericht gekämpft und nun gewonnen und nur deshalb ist dieser Skandal an die Öffentlichkeit gekommen.

Wie gut es sich Juncker gehen lässt, zeigen auch die Ausgaben im Januar und Februar 2016: Ein Trip nach Berlin mit einer Übernachtung: knapp 1.800 Euro für die ungestörte Nachtruhe im weichen Hotelbett. Knapp 750 Euro berappten die Steuerzahler für eine Fahrt ins 450 km entfernte Straßburger EU-Parlament.

Die bisher unter Verschluss gehaltenen Zahlen, zeigen die Verschwendungssucht der EU-Politiker. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres gaben die 28 EU-Kommissare und hochrangige EU-Politiker mehr als eine halbe Million Euro für Reisen, Hotels, Essen und Drinks aus.

EU-Skeptiker Nigel Farange findet klare Worte: „Skandalös! Obwohl günstigere Flüge verfügbar waren, fliegt Juncker auf Kosten der Steuerzahler mit dem Privatjet. Wahrscheinlich ist das der Grund für die überzogenen Brexit-Forderungen der EU an Großbritannien“, empört sich der britische Politiker.

Es ist nicht das erste Mal, dass Junckers Liebe zu Privat-Jets in die Schlagzeilen gerät. Erst im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass Juncker gerne den EU-Fuhrpark für seine Reisen nutzt.

Mehr als 12 Millionen Euro müssen die Steuerzahler für den Einsatz der „EU Force One“ , eine Flotte von sechs Fliegern, berappen, mit der hochrangige EU-Politiker von Brüssel nach Straßburg jetten. Dagegen sind die 200.000 Euro für zwei Züge, die extra für die reiselustigen EU-Politiker für einen zweitägigen Kurztrip von Brüssel nach Straßburg gebucht wurden, fast eine Lappalie.

Erst im vergangenen Monat nutzte Jean-Claude Juncker ein Privatflugzeug als „Taxi“ um zu einem Treffen von Brüssel in die Türkei zu kommen – auch hier saß der Steuerzahler mit mehr als 60.000 Euro ganz vorne in der ersten Reihe.