Anti-Zensur-Autorenvereinigung findet Zensur gegen die AfD okay

(Bild: Regula Venske, Foto: © Roland Baege)
PEN-Deutschland Chefin Regula Venske betreibt Zensur (Bild: Regula Venske, Foto: © Roland Baege)

Das PEN-Zentrum Deutschland, eine Anti-Zensur-Autorenvereinigung, findet Zensur okay, wenn sich diese gegen die AfD wendet. Der Bock würde zum Gärtner gemacht werden, so PEN, wenn die „Stiftung Lesen“ beim bundesweiten Vorlesetag Mandatsträger der AfD einlade.

Das PEN-Zentrum Deutschland, eines von  weltweit 150 Schriftstellervereinigungen die als Mitglied beim internationale Autorenverband  P.E.N. (Poets, Essayists, Novelists) hat sich dem geschriebenem Wort und dessen Freiheit verpflichtet und führt in seiner Charta die freie Meinungsäußerung als oberstes Notwenigkeit für eine freie Gesellschaft an.

„Den Bock zum Gärtner gemacht“

Sagen und Tun sind aber auch beim durchaus elitären PEN-Zentrum Deutschland keine Einheit. Aktuell kritisiert PEN-Deutschland die „Stiftung Lesen“ und deren ausgesprochene Einladung an Mandatsträger der AfD, sich am 17. November beim bundesweiten Vorlesetag als „größtem Vorlesefest zwischen der Nordseeküste und den Alpen“ an Kitas und Schulen ebenfalls einzubringen.

Denn so Regula Venske, die Präsidentin des deutschen PEN, damit mache man „den Bock zum Gärtner“. In einer Pressemitteilung zeigt der Autorenverband auf, dass er selbst durchaus gewillt ist, jene Zensur, die so plakativ kritisiert wird, als legitim zu erachten, wenn es dem Verein in den linkspolitischen Kram passt.  In der nachfolgender Erklärung macht PEN-Deutschland klar, kein Problem damit zu haben, selbst Zensur auszuüben, wenn es darum geht, AfD-Abgeordnete von Lesetagungen auszuschließen.

„Den Bock zum Gärtner gemacht“. Deutscher PEN kritisiert Einladung der ‚Stiftung Lesen‘ an Mandatsträger der AfD

Die durch die „Stiftung Lesen“ ausgesprochene Einladung an Mandatsträger der AfD, sich am 17. November beim bundesweiten Vorlesetag als „größtem Vorlesefest zwischen der Nordseeküste und den Alpen“ an Kitas und Schulen einzubringen, „macht den Bock zum Gärtner“, so die Präsidentin des deutschen PEN, Regula Venske.

Nach Auffassung des deutschen PEN sind die Grundsätze der AfD, die sich gegen die bestehende kulturelle Vielfalt und Toleranz richten, nicht vereinbar mit den an Schulen und Kitas vertretenen und unsere Gesellschaft bereichernden Leitbildern. In diesem Sinne hat sich der deutsche PEN Ende April auf seiner Jahrestagung in Dortmund gemeinsam mit dem Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) und dem Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise e.V. (FBK) in einer Resolution gegen die Programmatik der AfD und anderer rechtspopulistischer Bewegungen gewandt, die sich gegen den Kernbestand demokratischer und toleranter Grundordnungen richten und Pluralität sowie Meinungsfreiheit gefährden.

Mit ihrer an Politiker von fragwürdiger politischer Couleur und Gesinnung gerichteten Einladung habe die ‚Stiftung Lesen‘ ihren eigenen Grundsätzen widersprochen, denen zufolge die Zusammenarbeit mit Parteien, Institutionen und anderen Gruppen oder Einzelpersonen, die antidemokratisches, rassistisches, fremdenfeindliches oder diskriminierendes Gedankengut vertreten oder verbreiten, ausgeschlossen seien, so PEN-Präsidentin Regula Venske:

„Autorinnen und Autoren setzen sich an 365 Tagen im Jahr – oft für lächerlich kleines Geld – für die Leseförderung ein. Weil Literatur für die Herzensbildung der Kinder und eine Erziehung zu Offenheit und Demokratie unabdingbar ist. Mit ihrer flächendeckenden Einladung an Abgeordnete, für 1 Tag Literaturbotschafter zu spielen, macht die Stiftung Lesen sowieso schon manchen Bock zum Gärtner, brüsten sich Vertreter dieser Berufsgruppe im Gespräch mit uns Schriftstellern doch beschämend oft damit, ‚leider keine Zeit zum Lesen‘ zu haben. Mandatsträger der AfD aber können keine Lesebotschafter an deutschen Schulen sein.“

Für das PEN-Zentrum Deutschland

Carlos Collado Seidel
Generalsekretär“

PEN-Deutschland – eine politisch-korrekte Schreiberling-Vereinigung

Wie schizophren PEN-Deutschland stellenweise agiert, offenbare die Vereinigung 2015, als die US-Sektion sich entschlossen hatte, das französische Blatt Charlie Hebdo nach dem grauenhaften dschihadistischen Anschlag , mit einem Preis für Meinungsfreiheit auszuzeichnen. Nach Bekanntgabe hatten 145 Schriftsteller des PEN-Verbands angekündigt, der Preisverleihung fernzubleiben. Der Boykott wurde mit Frankreichs angeblicher „religiöser Intoleranz“ und dem Verbreiten einer zwanghaft säkularen Sichtweise begründet.

Charlie Hebdo habe religiöse Menschen mit Spott überzogen, so der damalige  Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, Josef Haslinger. Das müsse man nicht unbedingt mit einem Preis auszeichnen. In einem Interview mit Deutschlandradio Kultur wirft der Österreicher der Zeitschrift vor, in Paris zur Verschärfung des Klimas zwischen den gesellschaftlichen Gruppen beizutragen. Angesichts vermehrter Zuwanderung nach Europa seien „wir“ darauf angewiesen, dass es zu einem gedeihlichen Zusammenleben der verschiedenen Kulturen und Religionen komme. Er wolle „der Freiheit der Kritik und der Kunst zwar keine Grenzen setzen“, aber man müsse nicht alles mit einem Preis unterstützen, so Haslinger.

Als „entsetzlich falsch“ kritisierte der frühere PEN-Präsident und Bestseller-Autor Salman Rushdie die damaligen Bedenken seiner Schriftstellerkollegen. „Wenn PEN als Organisation der Meinungsfreiheit nicht die Menschen verteidigen und feiern kann, die dafür getötet worden sind, Bilder zu zeichnen, dann ist die Organisation ihren Namen nicht wert.“

Ganz ähnlich kann die Argumentation geführt werden, wenn PEN Deutschland sich nun einseitig politisch betätigt und deshalb vor Zensur nicht zurückschreckt. (BS)

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