Kreuzfahrt im Jahr 2017- Im Programm: der Piratenüberfall

Symbolfoto: Durch NAN728/Shutterstock
Wenn es dunkel wird auf dem Meer...(Symbolfoto: Durch NAN728/Shutterstock)

Nichts mit dem Drink bei leiser Musik unter dem Sternenhimmel des Ozeans: Aus Angst vor somalischen Piraten mussten fast 2000 Passagiere eines Kreuzfahrschiffes 10 Nächte in absoluter Dunkelheit und Stille verbringen.

Von Marilla Slominski

Die Urlauber hatten für die Kreuzfahrt auf der „Princess Sea“ zum Teil mehr als 46 000 Euro bezahlt. 104 Tage auf See, von Sydney nach Dubai. Doch der Luxusurlaub wurde schnell zur gefährlichen Albtraumfahrt auf einem „Geisterschiff“. Im Indischen Ozean, Arabischen Meer, durch den Golf von Aden und im Suez Kanal hieß es für die 1900 Reisenden: Licht aus, Türen abschließen, Fenster verdunkeln und leise sein. Ein Szenario, dass an die Fliegerangriffe im Zweiten Weltkrieg erinnert.

Von Live Musik, angekündigten „blendenden magischen Shows“, Comedy Vorführungen und gut besuchten Nachtclubs war in dieser Zeit keine Rede mehr. Vergessen die aufwendigen Deck-Partys, der nächtliche Drink an der Bar draußen bei lauer Meeresluft.

Vorhänge wurden vorgezogen, Jalousien runtergelassen, die Lichter von Beginn der Dämmerung bis zum Morgengrauen ausgeschaltet, um nicht die Aufmerksamkeit der bewaffneten somalischen Piratengangs auf sich zu ziehen.

Dafür all inclusive: Das Verhaltenstraining im Fall des Piratenangriffs. Den Passagieren verging schnell das überhebliche Lächeln, als der Piratenalarm losging und die Crew zum Übungs-Appell antrat. Passagiere – ab in die Kabinen zum Durchzählen, lautete der Befehl. Sie wurden angewiesen, sich zu ihrer eigenen Sicherheit auf den Boden zu setzen und sich an den Handläufen festzuhalten, falls das Schiff Ausweichmanöver fahren müsse, um den Piraten zu entkommen.

Die Urlauber mit Außenkabinen sollten unbedingt die Balkon- und Kabinentüren verriegeln und in den Schiffskorridoren Schutz suchen, so dass zwischen ihnen und den bewaffneten Somalis zwei geschlossene Türen waren.

In den letzten 12 Jahren wurden sechsmal Kreuzfahrschiffe zum Ziel von somalischen Gangs. Im März wurde ein Handelsschiff von den Piraten geentert. Dramatische Bilder zeigten damals, wie das mit Maschinengewehren bewaffnete Sicherheitspersonal versuchte, die Piraten mit gezielten Schüssen abzuwehren.

Zwei Dutzend somalische Männer hatten sich unter dem Vorwand Wasser zu brauchen, dem Öltanker Aris 13 genähert. Das Schiff konnte später ohne Lösegeldzahlung befreit werden.