Geißel der Freiheit (GdF): Die Deutsche Umwelt Hilfe (DUH)

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Neudeutsche Redewendung: "Sich einen Eisbären aufbinden lassen". (Foto: Pixabay)

Meinereiner wird nicht müde, zu betonen, daß „Umwelt“ ein ziemlicher neuer Begriff ist, der es erst im Jahre 1915 in ein deutsches Wörterbuch geschafft hat. Das heißt, mit der europäischen Geistesgeschichte hatte er für die längste Zeit nicht das Geringste zu tun.

von Max Erdinger

Der Begriff wurde aus dem Englischen übernommen, wo er als „environment“ ebenfalls ziemlich jung ist. Enstanden ist er dort bei der wissenschaftlichen Behandlung der Evolutionstheorie erst im 19. Jahrhundert. Umweltschützer heißen im angloamerikanischen Sprachraum „Environmentalists“. Wenn man dort von jemandem behauptet, er sei „mental“, dann ist das gemeint, was man im Deutschen mit „einen Dachschaden haben“ oder mit „nicht mehr alle Latten am Zaun haben“ übersetzt. Der Environmentalist, der Umweltschützer also, ist einer, bei dem lediglich genauer spezifiert worden ist, in welcher Hinsicht genau er einen Dachschaden hat. Für den „Environmentalisten“ gibt es besonders bei den Amerikanern den despektierlichen Begriff „tree hugger“ („Baumknutscher“ oder „Baumumarmer“). Ebenfalls gerne wird „greenie“ verwendet, was mit „Grüni“ schon phonetisch gut übersetzt ist. Vom „Grüni“ bis zum „Hofreiter“ ist es nicht weit. Das aber nur als kleine Gemeinheit am Rande. „Mental“ hat natürlich auch andere Übersetzungen, als „Hofreiter“. Entschuldigung, ich meinte „Dachschaden“. Betonung auf „auch“, wenn ich schon gerade bei der Phonetik bin.

Den Begriff „Umwelt“ könnte man auch bezeichnen als einen geistesgeschichtlichen Sprengsatz. Jedenfalls funktioniert er so. Galt auch in England bis ins 19. Jahrhundert, daß es die Welt gibt und daß alles auf der Welt, also auch der Mensch, eigentlich in der Welt lebt, der Begriff „Welt“ also alles umfasste, was es auf ihr gab, hat sich das mit der „Umwelt“ geändert. „Umwelt“ löst den Menschen aus der Welt heraus. Er ist der Welt nicht mehr ausgeliefert wie alles andere, sondern er wird zum Beeinflußer der Welt. Er ist nicht mehr in der Welt, sondern er steht außerhalb der Welt. Die Welt wurde zur „Umwelt“ (nicht zu verwechseln mit Umgebung oder Umfeld) – und der Mensch vermittels der „Umwelt“ in einen Gegensatz zur Welt gestellt. Seit das passiert ist, entwickelt sich „Umwelt“ immer mehr zu einem politischen Herrschaftsinstrument, zu einem Züchtigungsmittel, mit dem sich alles begründen läßt, wofür der Mensch in der Welt keine Notwendigkeit erkennt.

Naturschutz ist etwas anderes als Umweltschutz. Naturschutz gab es schon länger als den Umweltschutz. Naturschutz wird immer „vor Ort“ betrieben. Daß die oberbayerischen Seen zum Beispiel schon vor dem Entstehen der Grünen die saubersten der ganzen Bundesrepublik gewesen sind, ist den Naturschützern in der vormals konservativen CSU zu verdanken, die schon lange vor dem ersten „Grüni“ verfügt hatten, daß es keinen Motorbootbetrieb auf bayerischen Seen zu geben hat. Es wäre also verkehrt, die Grünen mit Naturschutz in Verbindung zu bringen. Grünen geht es um den Umweltschutz – und zwar global. Das allerdings nur vorgeblich. Tatsächlich ist Grünen völlig schnurz, ob die heimische Natur leidet. Fledermäuse, Greifvögel und Störche, die von Windrädern zerhäckselt werden, sind nicht mehr als Kollateralschäden im Geiste des globalen Umweltschutzes. Katrin Göring-Eckardt: „Wir müssen den Planeten retten“. Die „Umweltschäden“, die in China beim Abbau der Rohstoffe für die Batterien von Elektroautos freigesetzt werden, interessieren den Grüni ebenfalls nicht. Daß das schwedische Umweltministerium just zwei Tage vor dem letzten Grünen-Bundesparteitag eine Studie veröffentlicht hatte, welche die katastrophale „Umweltbilanz“ des Elektroautos belegt, hielt den blonden Parteivorstandszottel nicht davon ab, eine Lobhudelei nach der nächsten auf die Zukunft der Elektromobilität vom Stapel zu lassen. Und davon, daß – im wahrsten Sinne des Wortes – „brandgefährliche“ Häuserisolierungen dereinst als Sondermüll zu entsorgen sind, daß sie oft Schimmelbildung begünstigen und die Sporen in der Atemluft äußerst krankmachend für „die Menschen“ sind, die in solchen Häusern wohnen, kein Wort. Den Begriff „Umwelt“ also ideologisch ungeschminkt und daher auch richtig verstanden, trifft es ohnehin nur den Bedroher der lieben Welt, den Menschen also, der über den Begriff in einen Gegensatz zur Welt gestellt worden ist und so zur staatsbürokratischen Verfügungsmasse staatlicher Weltenretter (Baumknutscher) geworden ist. Hier also der Mensch als Bedrohung der Welt, dort die Weltenbeauftragten, welche die Welt vor ihrem Bedroher „schützen“ und dabei selbst bestens versorgt sind. Sollten die Grünen also jemals einen grundehrlichen Wahlslogan brauchen, dann wäre folgender besonders gut: „Damit wir gut leben können, müssen Sie schuld sein.“

Grüne zu wählen, ist also in etwa das, was früher Tetzels Ablaßhandel gewesen ist. Wähle grün – und deine Schuld dafür, daß du in der Welt der Mensch bist, der du eben ist, verringert sich. Dauergrün wählen macht komplett unschuldig. Im Grunde ist „grünes Denken“ nichts weiter als eine völlige Pervertierung des christlichen Gedankens von der Erbsünde.

Wer so geschützt werden muß vor dem Menschen, wie die liebe „Umwelt“, der braucht natürlich Hilfe. Deswegen gibt es die „Deutsche Umwelt Hilfe“ (DUH). Besonders edel ist es nämlich, dem Bedürftigen zu helfen. Interessant in dem Zusammenhang ist auch das „Deutsche“ in „Deutsche Umwelt Hilfe“. Immerhin haben wir keine deutsche Fußball-Nationalmannschaft mehr, sondern nur noch „die Mannschaft“. Auch das DRK (Deutsches Rotes Kreuz) gibt es noch. Das ist zwar nationalistisch, aber was soll´s. „Gerade wir als Deutsche“ ist als Satzbaustein jedweden Nationalismus´ völlig unverdächtig. Als Helfer und gute Menschen dürfen wir gerne nationalistisch bis zum Abkotzen sein. Lediglich als Fußball-Blitzkrieger oder kulturell Überlegene dürfen wir das nicht. Noch nicht einmal denken dürfen „gerade wir als Deutsche“, daß es so etwas wie kulturelle Überlegenheit überhaupt geben könnte. Weswegen wir von den Deutschen ja auch zu den „die Menschen“ geworden sind. „Deutsche Menschen retten die Umwelt“ geht also. „Deutsche Menschen sind schlauer als die dummen Menschen der afrikanischen Umwelt“, geht allerdings nicht. Das wäre negativ-nationalistisch, chauvinistisch, rassistisch und negrophob. Aber ich schweife ab.

Die „Deutsche Umwelt Hilfe“ (DUH) also: Was ist sie, wie arbeitet sie, wer finanziert sie, wie finanziert sie sich überhaupt – und worum geht es generell dabei? Schon die Bezeichnung dieses Vereins ist ja güldener Seim im Gehörgang aller derjenigen auf der Höhe des Zeitgeistes. Nur nebenbei: Das sind also die, denen es niemals passieren könnte, die Höhe mit der Niederung zu verwechseln. Selbstgerechtigkeit macht sicher.

Diese „Umwelthilfe“ ist eine Organisation mit etwa 80 Mitarbeitern, ein straff geführter  Wirtschaftsbetrieb seit mehr als 40 Jahren. Wichtigste Geldquelle sind nicht etwa Spenden oder Mitgliedsbeiträge, sondern die Auftragsarbeit für Konzerne. Geld gibt es zum Beispiel für das Verfassen von Nachhaltigkeitsberichten. Das meiste Geld gibt es aber für die  „gute“ Schnüffelei. Verdeckte „Ermittler“ inspizieren Möbelhäuser und Supermärkte oder besuchen Gaststätten. Wird irgendeine Verordnung nicht vollumfänglich beachtet, schlägt die „Umwelthilfe“ zu – und zwar in Form einer Abmahnung! Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch, ein echter Schwabe, hat das ganz genau organisiert.

Zunächst werden 245 Euro fällig. Diese Abmahnungen sind langjährig laufende Rechtstitel. Im Wiederholungsfall, womöglich erst nach vielen Jahren müssen die Ermahnten eine erneute Strafe zahlen – und zwar dann, wenn die verdeckten „Ermittler“ wieder vorbeigeschaut haben. Dann ist man, bspw. als Gastwirt, gleich einmal mit 5.000 Euro dabei. Den Gewinn, streicht den dann eine Stiftung ein, die den grün-gelb gefiederten Pflaumenfrosch vor dem Bau der Autobahn rettet? Das ist eine berechtigte Frage. Die Antwort lautet „Nein“. Den Gewinn streicht die Deutsche Umwelthilfe ein. Und warum darf die das? Weil ihre Ziele als subjektiv „gut“ gelten bei den schuldigen Menschen, die gelernt haben, sich selbst als das Krebsübel der Welt zu begreifen . Das allerdings ist gefährlich, denn es birgt den theoretischen Kern zur Diktatur. Zur Begründung später mehr. Zunächst einige Fakten: Die Spender der „Deutschen Umwelthilfe“ (DUH).

Der Autokonzern Toyota ist einer davon. Man munkelt von 80.000 Euro jährlich. Ist das nicht schön? Japaner finanzieren die Deutsche Umwelt Hilfe – und VW hat einen „Diesel-Abgasskandal“. Daß die Toyota-Werke größtenteils mit Atomstrom betrieben werden, stört in Deutschland niemanden, besonders bei der „Deutschen Umwelthilfe“ nicht. Bösartig ist, wer behauptet, Toyota hätte ein Interesse an der Schädigung von VW. Er müsste den Japanern unterstellen, daß sie stinksauer darüber sind, die Weltmarktführerschaft an die Wolfsburger verloren zu haben. Das wäre Nipponphobie. Toyota spendet aus demselben Grund an die „Deutsche Umwelthife“, aus dem auch der Weihnachtsmann die Geschenke bringt: Toyota will den „die Menschen“ eine Freude machen. Deswegen sagt man ja auch „Land des Lächelns“ zu Japan, obwohl es eigentlich China wäre, das man seit Franz Lehárs gleichamiger Operette so nennen müsste.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch kennt sich mit der Autoindustrie aus. Bis 2004 war seine Abmahnfirma für die Nachhaltigkeitsberichte der Daimler-Benz AG verantwortlich, was bestimt nicht nur unter finanziellen Gesichtspunkten kein schlechtes Geschäft gewesen ist. Aber auch Produzenten von Rußpartikelfiltern geben zu, Spender der DUH zu sein – und zwar die größten! Da ist es sicherlich nur ein unglücklicher Zufall, daß Besitzer von Diesel-Autos teure Filteranlagen kaufen müssen. Es kann nur Zufall sein, daß die Hersteller dieser Rußfilter großzügig an den Abmahnverein spenden, der wiederum den politischen Druck zur Durchsetzung entsprechender Gesetze generiert. Alles in allem ist das ganz bestimmt und völlig zufällig ein sauberes Geschäft!

Der Tagesspiegel hatte dazu recherchiert – Zitat: „Mit dem Abmahngeschäft nimmt die Umwelthilfe Millionenbeträge ein. Von Jahr zu Jahr wird es mehr: 2014 waren es 2.323 Millionen Euro, im Jahr zuvor 1.790 Millionen, 2009 waren es noch 676.000 Euro. Diese Gelder haben zunehmend mehr Anteil am Etat der Organisation. Die Einnahmen aus dem ‚Verbraucherschutz’, wie die Umwelthilfe diese Einnahmen in ihren Jahresberichten nennt, machten 2014 insgesamt 28 Prozent aller Einnahmen aus, 2013 waren es 22 Prozent.“ Resch selbst erläutert weiter, wie die Umwelthilfe vorgeht: „Wir haben ständig etwa fünf Mitarbeiter dafür im Einsatz.“ Sie seien fest angestellt, nicht auf Provisionsbasis tätig. Sie durchforsteten das Internet auf Angebote mit Verstößen gegen diese und andere Verordnungen. Insgesamt hätten sie dabei rund 15 Rechtsverordnungen im Blick. Zwei Mitarbeiter davon seien auch im Außendienst tätig, besuchten Autohäuser und den Einzelhandel. 2015 gingen auf diese Weise 1265 Abmahnungen heraus, 438 Mal kam es zu Gerichtsverfahren – auch dies nach Angaben des Tagesspiegel. Bei den über 800 Abmahnungen hat man sich übrigens außergerichtlich geeinigt – im Klartext: die Deutsche Umwelthilfe hat kassiert. Kritiker sprechen von einer „Abmahnindustrie“, die die DUH aufgezogen habe, und von einem „grün angestrichenen Abmahnverein“. Aber es trifft ja die „Bösen“, also ist Mitleid fehl am Platz – so scheint man bei der DUH zu denken.“ – Zitatende.

Interessant ist jedenfalls ein Vergleich der Mitgliedszahlen: Der BUND Naturschutz hat ca. 600.000 Mitglieder. Die Deutsche Umwelthilfe hat ca. 250. Interessant daran ist, welchen medialen Einfluß die „Deutsche Umwelthilfe“ inzwischen hat. Gerade wegen der anstehenden Bundestagswahl ist das interessant. DUH-Chef Resch teilte sich zeitweise die Geschäftsführung des DUH mit Rainer Baake. Der war unter dem grünen Umweltminister Jürgen Trittin Staatssekretär. Ein Schelm, wer darüber spekuliert, ob nicht die Bundestagswahl eine große Rolle spielt beim Sommertheater dieses Jahres, welches sich „Dieselskandal“ nennt. Der Leiter des Dresdner Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme, Matthias Klingner, mahnt ideologiefreie Diskussionen an und bringt ausgezeichnete Argumente, findet aber kaum Gehör. Vielleicht deswegen nicht, weil beim „Dieselskandal“ die Lobbyisten der Grünen ihre Verbündeten in den Redaktionen sitzen haben? Eine schon etwas ältere Umfrage zur parteipolitischen Präferenz deutscher Redakteure und Journalisten gäbe einer solchen Unterstellung Nahrung.

Zwei Begriffe gibt es jedenfalls, die perfekt zueinander passen: „Deutscher Michel“ und „Deutsche Umwelthilfe“. „Dieselskandal“ und „Deutscher Michel“ bilden aber auch ein schönes Begriffspärchen. Der deutsche Michel und seine Ehe für alle halt.

 

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