Frankreich: Kirchen verschwinden, Moscheen entstehen

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In Frankreich ist das Ende des Christentums eingeleitet (Foto: JouWatch)

Vor zwei Jahren richtete der französische Journalist Denis Tillinac zusammen mit einem Dutzend anderer Prominenter einen verzweifelten Appell an die Öffentlichkeit: „Frankreich ist kein zufälliger Raum… fünfzehnhundert Jahre historische und geografische Geschichte begründen seinen Charakter. Beschriftet eingetragen, tief eingetragen in unsere Landschaften, sind die Kirchen, Kathedralen und Wallfahrtsorte geben unserem Patriotismus Bedeutung und Gestalt. Fordern wir unsere Behörden und Politiker dazu auf, dass zu respektieren“, so der Journalist.

Von Marilla Slominski

Diese Worte richtete er an die Verantwortlichen, nachdem französischen Imame gefordert hatten, leere Kirchen in Moscheen umzuwandeln.

Nur ein Jahr später wurde dem französischen Priester Jacques Hamel von Korangläubigen auf den Stufen des Altars seiner katholischen Kirche Saint-Étienne-du-Rouvray der Kopf abgeschnitten. Ein Fall, der nicht nur in Frankreich für einen Aufschrei des Entsetzens sorgte. Es war die erste große Attacke auch auf die christliche Symbolik.

Nach diesem Tag verhinderte die französische Polizei diverse islamische Attacken auf die Kathedrale Notre Dame in Paris. Erst im Juni erschoss die Polizei einen Muslim, der sie auf den Stufen von Notre Dame mit einem Hammer angriff. Auch ein Anschlag einer Gruppe von Musliminnen, die auf Befehl des syrischen IS einen Anschlag auf Notre Dame geplant hatten, konnte rechtzeitig verhindert werden.

Frankreichs berühmteste katholische Kathedrale ist bevorzugtes Ziel der Islamgläubigen.

Gleichzeitig wenden sich Frankreichs Verantwortliche von den Symbolen ihrer christlichen Geschichte ab und gibt immer mehr Kirchen zum Abriss frei. Vergangenen Monat machte ein Abriss-Team die Kapelle Saint Martin in Sablé-sur-Sarthe, die 1880-1886 gebaut und 2015 entweiht wurde, dem Erdboden gleich. Sie musste einem Parkplatz weichen.

Fotos in den sozialen Netzwerken zeigen wie das Kreuz von der Spitze abgerissen wird und die Kapelle zerstört wird. Die Bilder erinnern fatal an die Bilder aus den IS-Gebieten, in denen eine Kirche nach der anderen von den Islamgläubigen platt gemacht wurde.

Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Trennung von Kirche und Staat vom 9.Dezember 1905 gingen alle Kirchengebäude in staatlichen Besitz über. Seitdem haben die Behörden das letzte Wort darüber, ob eine Kirche erhalten bleibt oder die Kosten für ihren Erhalt gespart werden und sie abgerissen wird.

Wie die Entscheidung angesichts knapper Kassen ausfällt, ist nicht schwer zu erraten und so ist Frankreich fleißig dabei seine Kirchen zurückzubauen, wie das im Behördenjargon verharmlosend genannt wird.

Und die französischen Behörden sind fleißig: In den vergangenen zwei Jahren wurden 27 Kirchen zerstört. In Frankreich sind mehr als 1000 Kirchen vor Verkauf oder Abriss bedroht, gab die katholische Kirche bekannt. Andere befürchten sogar, dass das Land bis 2030 5000 bis 10 000 Gotteshäuser verlieren wird.

Genau dieselben Behörden und Bürgermeister, die knausern, wenn es um historische christliche Gebäude geht, zeigen Großzügigkeit, wenn eine neue Moschee entstehen soll. Gab es im Jahr 2003 noch landesweit 1 500 islamische Gebetshäuser sind es heute bereits 2 400.

Wenn es um den Islam geht, ist es in Frankreich mit der vielgerühmten Neutralität ganz schnell vorbei. So verkaufte die Gemeinde Évreux ein 5000qm großes Grundstück für einen symbolischen Euro an die Gemeinschaft des Muslimischen Glaubens. In Frankreich wurden in den letzten 30 Jahren mehr Moscheen errichtet, als katholische Kirche im ganzen vergangenen Jahhundert.

Nur wenige Monate nach der blutigen Hinrichtung des katholischen Priesters Jacques Hamel räumte die französische Polizei die Kirche Santa Rita im 15. Arrondissement von Paris. Sie trugen die Priester an ihren Beinen aus der Kirche, die gerade eine Messe abhielten. Jetzt befindet sich dort ein Parkplatz. In Frankreich genießen Bäume inzwischen mehr Schutz als Kirchen. Die französischen Behörden würden es nicht wagen, so gegen den Islam vorzugehen, wie sie es derzeit gegen das Christentum tun. Marine Le Pen stellte bereits im vergangenen Jahr die Frage: „Warum bauen wir die Parkplätze nicht dort, wo die  salafistischen Moscheen sind, statt dort, wo unsere Kirchen stehen?“

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