Das geht aber so nicht!

(Bild: JouWatch)
So geht das nicht! (Bild: JouWatch)

Kurz vor der Wahl trifft diese Nachricht die deutsche Schönwetter-Kanzlerin in ihrem Südtiroler Urlaub wie eine Schlechtwetterfront. Industrie, Baubranche und Energiewirtschaft haben im Juni ihre Produktivität heruntergefahren. 1,2 Prozent weniger. Nicht 0,2 Prozent mehr, wie prognostiziert.

Von Schlaglicht

Die deutsche Produktion sinkt! Und die Industrie stinkt. Am 30. April zeigte Mutti noch, wie Solarstrom die Energiewende verändern könnte. 85 Prozent des Stroms seien um die Mittagsstunde direkt aus der Sonne gekommen. Doch leider scheint nicht immer die Sonne. Und leider liegt nicht überall ein Kabel. So nahm die CO2-Emission von Kohle und Gas seit 2000 gerade mal um 6,5 Prozent ab. In Berlin würde jedes zweite Licht ausgehen, würde man auf die schmutzige Braunkohleenergie heute verzichten. Um 40 Prozent sollte der CO2-Wert bis 2020 gesenkt werden. Pustekuchen. So holen Realitäten Muttis Versprechungen ein.

Und dann kommt auch noch dieser Oettinger, Günther, EU-Kommissar, mit seiner Drohung einer Milliarden-Strafe fürs Kungeln in der Autobranche. Und das alles vor der Wahl samt Dieselskandal. Und die AfD trifft keine Schuld.

Na, vielleicht kann man mit Bildern von Ertrinkenden aus dem Mittelmeer ordentlich kontern. Die Agenturen sind voll davon. Moral steht hier wieder an erster Stelle. Darf man da zusehen? Die müssen wir doch alle sofort retten! Und wenn nicht, ist die AfD schuld. Die Strategie könnte klappen. Von denen hörte man vor der Wahl doch eh recht wenig.

Und wenn gar nix klappt, ist es vielleicht der Österreicher mit den lustigen Ohren gewesen, der den Afrikanern den Brenner zusperrte. Hannibal ante Portas. Nur sehen heute die Hannibals irgendwie anders aus und haben keine Elefanten. Manchmal nur deren Zähne im Gepäck. Aber das ist eine andere Geschichte.

Muss Mutti nur noch die Geldvernichtung durch Niedrigzinsen und vergleichsweise moderate Lohnanstiege als Konjunkturstützen umdeuten und die Altersarmut als notwendiges, solidarisches Mittel. Und dann bekommt sie wieder 52 Prozent von denen, die es unbedingt nicht besser wissen wollen. Denn mit zuviel Wahrheiten vor der Wahl geht es nicht.

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