Planet der Laffen

Planet der Affen (Bild: © 2017 Twentieth Century Fox)

Donald Trump hatte Recht mit seiner Fake Reality: Sie gipfelt gerade mit der Weisheit des Dudenhöfer, Ferdinand, jenes automobilen Allweisen, der verkündete, der deutsche Diesel-Michel werde auf 15 Mrd Wertverlust und Umrüstschikanen sitzen bleiben.

Von Schlaglicht

Nicht mitgerechnet hat der Mann all die noch ausstehenden Strafzahlungen für Dieselbeschiss und Kartelabsprachen in anderen Ländern, die der deutsche  Dieselmichel ebenfalls durch höhere Preise auch wieder abbezahlen muss. Und dabei hat sich die Leistung seines Autos gerade verringert und der Spritverbrauch erhöht. Auf dem Planeten Diesel 2017 wollte man nicht landen, hätte man die Wahl. Den hier regieren nicht die Affen – wie im gleichnamigen Kinoblockbuster, sondern die Laffen.

Da saß ein normalerweise buntkarierter Verkehrs-Dobrindt, bei dessen Anblick man auf jeglichen Verkehr schon keine Lust mehr hat, und verkündete Minimallösungen, die auch noch auf Freiwilligkeit der Industrie basierten. Da  wehrt sich ein schlacksiger, graumelierter VW-Chef gegen den ministeriellen Vorwurf, nicht erfolgreich gewirtschaftet zu haben, mit abfälligem Lächeln. „Wir sind doch reich in diesem Land,“ betonte jener Manager, der seine Boni trotz Skandalen nur um ein Jahr verschoben hatte, nicht aber darauf verzichtete. Und  das trotz massiver Einsparmaßnahmen und Massenkündigungen in seinem Laden.

Seine Kollegen nickten zustimmend. Ist der Ruf der deutschen Automobilindustrie erst ruiniert, millionärt sich’s völlig ungeniert. Die Chinesen warten nur auf so ein Verhalten, um im nächsten Fünfjahresplan die Elektromobilität und das Dieselverbot bei sich zu verkünden. Dann werden sie Strafzahlungen für böse Deutsche wegen des Smogs in ihren Millionenstädten verhängen. Wie sehen dann die viel gepriesenen chinesischen Märkte für unsere Autolaffen wohl aus?

Und während Aldi Millionen Eier kundenbewusst wegen des Fripronil-Skandals freiwillig aus dem Handel nimmt, SUV-t und dieselt die deutsche Automobilwirtschaft fleißig weiter in unseren Innenstädten. Jetzt wird erst einmal mit Zaubersalz und Softwareupdates gearbeitet. Das geht schnell und hilft immer irgendwie argumentativ, wenn Fahrverbote für Diesel drohen. Und wenn etwa 5,6 Millionen Fahrzeuge bis zum 1. Januar 2018  schnell umbespielt werden sollen, weiß auch keiner genau, wie das in fünf Monaten gehen  soll.

Wie das geht müssen wir den wild mit den Fingern herumfuchtelnden Johnny Deep alias Captain Jack Sparrow  aus dem Karibikfluch fragen: Der kann das und spielt mit den Fingern Richtung Auto beschwörend in der Luft herum. Bleiben wir bei den Hollywood-Analogien, wenn es schon um fake reality geht. „Rambo 1“ sollte laut Drehbuch mit einem weinenden Vietnamveteran enden und Julia Roberts in „Pretty Woman“ als verzweifelte Hure am Straßenrand landen. Alles kam anders. Im „Planet der Affen“ endet alles in einer blutigen Revolution der verarschten Doofköppe, die die Zeche bezahlen mussten. Warten wir es ab.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...