Weitere IS-Kämpfer unterwegs als Flüchtlinge

Vor zwei Wochen wurde ein Interpol-Bericht veröffentlicht, der die Namen von 173 IS-Kämpfern enthält, die auf dem Weg nach Europa sind, um Anschläge zu begehen. Nun wurden weitere Details bekannt.

Von Marilla Slominski

Zu jeder der 173 Personen finden sich auf der Liste demnach unter anderem Name, Fotos, das Datum, an dem sie vom IS rekrutiert wurden und die Moscheen, in denen sie zuletzt gebetet haben.

Auch ein Belgier ist unter den genannten IS- „Flüchtlingen“. Es handelt sich um einen 24Jährigen mit marokkanischen Wurzeln, der „Abu Omar Al-Belgiki“ genannt wird. Sein Name soll ein Tribut an den Anführer der Pariser Attentate Abdelhamid Abaaoud sein, der aus dem belgischen Molenbeek stammte und den gleichen Namen benutzte.

Wo sich der belgisch-marokkanische IS-Kämpfer „Der Belgier“ im Augenblick aufhält, ist unklar. Es wird vermutet, dass er wie die anderen auch versucht, über Syrien nach Europa zu gelangen.

Die meisten der gelisteten zukünftigen islamischen Attentäter sollen aus dem Irak stammen. Es wird vermutet, dass der IS gezielt versucht, sie mit dem Flüchtlingsstrom in den Westen zu bringen. Dabei haben Nichteuropäer bessere Chancen durchzukommen, als Korangläubige mit einer westlichen Staatsangehörigkeit.

Besonders besorgniserregend ist die Zahl der Minderjährigen auf der Terrorliste. Es soll sich um 20 junge Männer handeln, der jüngste unter ihnen ist 15, berichtet der belgische Journalist Guy Van Vlierden auf Twitter. Für sie ist es noch einfacher, durch das Netz zu schlüpfen. Von drei Teenagern ist bekannt, dass sie vom IS als Selbstmordattentäter ausgebildet worden sind. Die drei haben die IS-Region verlassen und werden in der Türkei oder bereits in Europa vermutet.

Daß Abu Omar Al-Belgiki den gleichen Namen benutzt, wie der IS-Kommandant Abdelhamid Abaaoud, der im November 2015 die Anschläge in Paris plante, bei denen 130 Menschen starben und 368 verletzt wurden, wird als ein gefährliches Zeichen gedeutet. Auch Abdelhamid Abaaoud war als sogenannter Flüchtling nach Europa gekommen.

Die westlichen Staaten haben zunehmend mit islamischen Terror-“Flüchtlingen“ zu kämpfen. Nicht nur in Deutschland gibt es immer mehr Attacken von sogenannten Flüchtlingen und IS-Anhängern.

Auch in den USA steigt die Zahl kontinuierlich. Bereits im November 2015 gab das FBI bekannt, es ermittle in 1000 Fällen im Zusammenhang mit dem IS. Wie hoch die Zahl mittlerweile ist, ist unbekannt. Seit März 2014 wurden dort 130 mutmaßliche IS Attentäter verhaftet.

 

 

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