Was wird der „Dieselgipfel“ bringen?

Ergebnis einer Diesel-AU, schädlicher Diesel-Ruß Foto: Thomas Schlawig
Ergebnis einer Diesel-AU, schädlicher Diesel-Ruß Foto: Thomas Schlawig

In Berlin findet heute unter Teilnahme von Vertretern der Automobilbranche, der Bundesregierung sowie der betroffenen Länder der hochgelobte „Dieselgipfel“ statt. Ziel ist ein drohendes Fahrverbot für Dieselbesitzer durch Umrüstung zu verhindern. Was werden diese bringen? Aus einem Diesel lässt sich trotz aller Anstrengungen kein Saubermann machen.

Ergebnis einer Diesel-AU, schädlicher Dieselruß  Foto: Thomas Schlawig

Ein Kommentar von Thomas Schlawig

Noch ehe der „Dieselgipfel“ überhaupt begonnen hat, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) 75 der neuesten Dieselmodelle getestet. Mit erschreckendem Ergebnis. Spitzenreiter in der Negativliste war der aktuelle Audi A8 L 4,2 TDI, welcher beim Straßentest mit 1422 mg/km den zulässigen Höchstwert um das 17,8-fache überschritt.[1]

Was soll der „Dieselgipfel“ nun bringen? Die Automobilbranche schlägt Softwareupdates vor, welche in der Regel beim Werkstattbesuch ohne Wissen des Kunden ohnehin schon längst durchgeführt werden. Der Umwelt(zerstörungs)minister (siehe http://www.journalistenwatch.com/2017/07/29/die-klimarettung-ist-nichts-weiter-als-eine-gigantische-abzocke-der-verbraucher/) schlägt ein Hardwareupdate vor, was immer sich dahinter verbergen mag (DPF und Oxidationskat haben die meisten Diesel bereits). AdBlue-Einspritzung[2] birgt evtl. wieder andere Risiken, wer weiß es schon. Außerdem verursacht es zusätzliche Kosten. Zudem macht es den, früher völlig unkomplizierten Diesel noch komplizierter. Davon abgesehen werden dadurch lediglich die Stickoxide, nicht aber der Dieselruß verringert. Einen Benziner tankt man einfach auf, fertig.  Wollte man es genau nehmen, müßte man den Diesel in einen Benziner updaten. Was ein Diesel taugt, läßt sich am besten bei einer AU beobachten. Der Ablauf einer Diesel-AU lässt sich diesem Schema zu entnehmen.[3] Eine Diesel-AU ist im Gegensatz zu einer AU bei einem Benziner aufwändiger und zum Teil nicht gerade ungefährlich für einen betagten Motor, wie es Diesel aufgrund ihrer km-Leistung meistens sind.

Die meisten Hersteller empfehlen vor einer AU einen Ölwechsel. Warum? Im Motoröl wird ein großer Teil des bei der Verbrennung anfallenden Dieselrußes gebunden, welcher das Meßergebnis bei der AU verfälschen kann. Als nächstes empfehlen die Hersteller bei Fahrzeugen mit Steuerriemen und hoher Laufleistung einen Wechsel des Steuerriemens, da dieser beim Hochdrehen des Motors bis zur Abregeldrehzahl evtl. reißen kann. Das kommt dann einer Zerstörung des Motos gleich. Es fallen also Kosten an, über welche man bei einem Benziner überhaupt nicht nachzudenken braucht. Knackpunkt bei der Diesel-AU ist der so genannte k-Wert (Trübungswert), welcher den Ruß-Anteil in den Abgasen mißt. Liegt dieser über dem gesetzlich vorgeschriebenen Wert, was nicht selten ist, gilt die AU als nicht bestanden. Zudem kann dann auch keine TÜV-Plakette erteilt werden. In aller Regel wird der k-Wert überschritten, wenn das Fahrzeug ausschließlich im Kurzstreckenbetrieb gefahren wird.

Dann sammelt sich im Auspuff aufgrund nicht erreichter Temperaturen der Ruß. Deswegen wird bei der Diesel-AU auch ein so genannter Reinigungsgasstoß bis zur Abregeldrehzahl durchgeführt (siehe Foto oben). Danach erfolgen drei Gasstöße bis zur Abregeldrehzahl um den k-Wert zu ermitteln. Diese Gasstöße bis zur Abregeldrehzahl (5000 min-1) haben schon oft zu Irretationen bei Kunden gesorgt, bis hin zu Äußerungen wie: „Sind Sie wahnsinnig, wollen Sie mir den Motor zerstören. Ich werde mich bei ihrem Chef beschweren. Sowas habe ich ja noch nie erlebt.“ Der Gesetzgeber fordert es aber nun einmal. Was tut man allerdings, wenn die AU aufgrund des zu hohen k-Wertes nicht bestanden wird? Um den Kunden hohe Kosten zu ersparen, kann man eigentlich nur gegen das Gesetz verstoßen und mit dem betroffenen Fahrzeug auf die Autobahn fahren um den Auspuff regelrecht frei zu blasen.

Man pustet den Ruß einfach in die Luft, danach wird zu 99% die AU auch bestanden. Soviel zum sauberen Diesel. Was auch oft vernachlässigt wird, ist die Tatsache, daß oftmals die Voraussetzungen zur Durchführung einer AU in den Betrieben gar nicht gegeben sind. Gefordert wird von den Kfz-Innungen z.B. ein gesonderter, schallisolierter Raum, da ein Dieselmotor bei Abregeldrehzahl erheblichen Lärm verursacht und eine Abgasabsauganlage. Beides ist oftmals nicht vorhanden. Und selbst wenn eine Abgasansauganlage vorhanden ist, werden Abgase und Ruß durch eine Esse ins Freie geleitet. Ob das bei dem „Dieselgipfel“ auch ein Thema sein wird? Ich glaube es kaum. Man kann sich drehen und wenden wie man will, der Diesel war, ist und bleibt ein Sorgenkind wenn man es mit dem Umweltschutz ernst nehmen will.

Zum Schluß ein Blick auf die Dienstwagenflotte der „Politiker“, welche jetzt scheinheilig saubere „Diesel“ fordern, anstatt mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Zitat: „Üppige Motorisierung und große Autos stehen nach wie vor hoch im Kurs der Politiker – 42-mal gab es Grüne und 14-mal Rote Karten – der Rest landete im Mittelfeld und erhält damit von der DUH die Gelbe Karte. Gleich sechs Ministerpräsidenten kassieren Rot, bei den Regierungsmitgliedern halten nicht einmal die Umweltministerin oder der Gesundheitsminister mit ihren Autos den EU-Grenzwert ein.“
Dabei geht es in diesem „Dienstwagencheck“ lediglich um die CO2-Emission!!! Stickoxide und Ruß bleiben unberücksichtigt.

Den Vogel abgeschoßen hat dabei allerdings NRW-Schulminister Sylvia Löhrmann.

Zitat: „Weil die NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann für die Wahlkampftour vom Audi A8 in einen Toyota-Hybriden umstieg, zog sie eine Menge Spott auf sich. „Grüne Doppelmoral“ wird der Ministerin vorgeworfen. Sie verteidigt sich: „Im Gegenteil! Saubere Trennung zwischen Ministerinnendienstwagen und Wahlkampfauto. Wie sich das gehört.“[4]

Das Frechheit allerdings nicht immer siegt, zeigt das Abschneiden der NRW-Grünen bei der Landtagswahl 2017.

[1] http://www.t-online.de/auto/id_81795424/auch-neueste-diesel-modelle-fallen-bei-abgas-tests-durch.html

[2] http://www.auto-motor-und-sport.de/news/abgasreinigung-nox-diesel-adblue-scr-kat-harnstoffeinspritzung-10539483.html

[3] http://www.biat.uni-flensburg.de/msc/ueberblick/Abgas/AU-Ablauf-Diesel.htm

[4] http://m.focus.de/auto/elektroauto/dienstwagen-tausch-toyota-fahren-weil-es-keine-deutschen-hybride-gibt-nachhilfe-fuer-gruene_id_6939963.html

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.