#GoogleGate: Wie konservative Webseiten zensiert werden

Foto: https://www.frot.co.nz/design/health/another-example-of-google-censorship/
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Wir berichteten bereits wie Google regierungskritische Suchbegriffe herausfiltert, mit Project Owl Nachrichten angeblich „minderer Qualität“ zensiert, und die Software Perspective zum Erkennen politisch nicht korrekter Begriffe entwickelt. JouWatch zeigt wie konservative Webseiten von Google benachteiligt werden.

Von Collin McMahon


Google und Angela Merkel verbindet ein langes freundschaftliches Verhältnis.  Merkel hat z.B. vorgezogen, mit dem gescheiterten Google+ zusammenzuarbeiten statt mit anderen, erfolgreicheren Social-Media-Kanälen wie Facebook oder Twitter. Google-Chef Eric Schmidt hat auch Barack Obama und Hillary Clinton im Wahlkampf unterstützt, wie erst durch Wikileaks bekannt wurde.

Wir untersuchten bereits wie die Google Autocomplete-Funktion häufig besuchte Begriffe wie „Merkel verrückt“ oder „Merkel verbrecher“ herausfiltert. Dasselbe funktioniert aber auch für die Autocomplete-Funktion in der Adressleiste. Viele Browser kombinieren jetzt die URL mit der Google-Suchleiste. Wenn man dort die Anfangsbuchstaben von Mainstream-Medien wie Zeit, Welt, FAZ oder Süddeutscher Zeitung eingibt, wird man automatisch auf die Homepage dieser Medien geleitet. Das funktioniert auch bei linken bzw. linksextremen Medien wie taz oder Linksunten.Indymedia.

Gibt man jedoch die Anfangsbuchstaben von konservativen Webseiten wie Die Achse des Guten, Tichys Einblick oder die Junge Freiheit ein, so wird man als erstes auf den Wikipedia-Eintrag zu diesen Seiten geleitet, wo oft linksangehauchte, stark akademisch anmutende „Einordnungen“ zur „Rezeption“ dieser konservativ-kritischen Seiten zu finden sind.

So erfahren wir im Artikel zu Tichys Einblick, das konservative Schlachtschiff bestehe „zu fünf Prozent aus Pegida, aus ein wenig Verständnis für die AfD, gemischt mit unendlicher Enttäuschung über die CDU und Angela Merkel.“ Im Text über Die Achse des Guten darf eine Sabine Schiffer die „Achse“ ohne weitere Belege als „antiislamisch“ bezeichnen. Im ersten Absatz zur Jungen Freiheit ordnen nicht näher genannte Politikwissenschaftler „sie einem „Grenzbereich zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus“ zu und bezeichnen sie als „Sprachrohr der Neuen Rechten“.“

Die kritischen, nicht-angepassten Medien erleben aber zur Zeit im Wahljahr einen Boom, da immer mehr Leser erkennen, wie einseitig die Mainstream-Berichterstattung ist. JouWatch hat aktuell 5 Millionen Klicks im Monat und ca. 50.000 Leser am Tag. Da Google als profitorientiertes Unternehmen dem Markt folgen oder untergehen wird, sind wir gespannt, welche „Rezeptionsanalyse“ wir in ein paar Jahren über die gescheiterten Fake News Medien lesen dürfen.

Foto: https://www.frot.co.nz/design/health/another-example-of-google-censorship/

Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Bei Verlagsinteresse bitte Zuschrift.