Deutscher Jagdverband gibt „Wahlprüfsteine“ für seine Jäger heraus und „vergisst“ die AfD

Der DJV will nicht, dass seine Mitglieder die jagdpolitischen Positionen der AfD erfahren (Bild: Screenshot)

„Was Jägerinnen und Jäger vor der Wahl wissen sollten“, so der Aufmacher des Deutschen Jagdverbands (DJV), der für seine Mitglieder die „fünf großen Parteien“ vor der Bundestagswahl zu deren „jagdpolitischen“ Positionen befragte. Die AfD jedoch wurde vom DJV großzügig ausgespart und nicht befragt. „Nicht gut!“, so die noch netteren Aussagen zur DJV-Zensur.

Der Deutsche Jagdverband e.V. – Vereinigung der deutschen Landesjagdverbände für den Schutz von Wild, Jagd und Natur (DJVI vertritt rund 15 deutsche Landesjagdverbände – ohne  Bayern – die traten aus dem Verbund aus. Im DJV und deren Untergliederungen sind 369.314 Jagdscheininhabern organisiert.

„Was Jägerinnen und Jäger vor der Wahl wissen sollten“

Und auch der DJV gab im Vorfeld der Bundestagswahl für seine Mitglieder einen Wahlprüfstein heraus. Dieser solle eine Orientierung zur jagdpolitschen Einstellung verschiedener Parteien bieten und wird auf der Internetseite mit dem markigen Spruch „Was Jägerinnen und Jäger vor der Wahl wissen sollten“ feil geboten.

Dazu habe der DJV die „fünf großen Parteien“ CDU/CSU, SPD, Bündnis90/Die Grünen, DIE LINKE sowie die FDP befragt. Diejenige Partei indes, die alle Chancen hat, mindestens als drittstärkste Kraft bei der Bundestagswahl in den Deutschen Bundestag einzuziehen, wurde vom DJV plakativ nicht befragt.

Die jagdpolitischen Positionen der AfD sucht das DJV-Mitglied vergebens – Die AfD wurde einfach nicht gefragt (Bild: Screenshot)

Weidmännische Entrüstung auf Facebook

Auf Facebook fragen sich nun wiederum nicht gerade wenige Kommentatoren, warum eine Partei, die eine nicht gerade geringe Unterstützung in der Bevölkerung habe, vom DJV einfach künstlich heraus gelassen wurde. Andere wiederum wundern sich, warum die AfD geflissentlich vom DJV ignoriert werde, währen die Union, die den Jägern erst kürzlich 200 kg schwere Monsterschränke beschert habe, bei so einer Umfrage vier grüne Smilies bekommt. Das sei dann doch sehr fragwürdig.

Ein Weiterer stellt dem „lieben DJV“ die Frage, warum die FDP, Linke und Grüne zu den „großen“ Parteien zählen und fordert – wenn diese Parteien Gehör bekommen, dann bitte auch die Positionen der AfD präsentiert zu bekommen und resümiert: „Egal was man von dieser Partei halten mag – uns Jägern feindlicher gesinnter als SPD und Grüne wird diese wohl kaum sein“.

Der DJV gibt als Rechtfertigung, die AfD nicht befragt zu haben, an:

Die Auswahl der angeschriebenen Parteien hat auf Basis eines transparenten und neutralen Kriterienkataloges stattgefunden. Folgende Kriterien haben wir festgelegt:

1. Die Partei ist im Bundestag vertreten.
2. Die Partei ist an einer Landesregierung beteiligt.
3. Die Partei hat die Bereitschaft signalisiert, Regierungsverantwortung auf Bundesebene zu übernehmen.

Die politische Arbeit des DJV richtet sich im besonderen Maße auf den Bundesgesetzgeber (Bundesregierung, Bundesrat, Deutscher Bundestag). Die politische Interessenvertretung in den einzelnen Bundesländern findet durch die regional zuständigen Landesjagdverbände (LJV) statt. Aufgrund der oben genannten Kriterien und dem bundespolitischen Bezug des DJV haben daher nur Parteien unseren Wahlprüfstein erhalten, die mindestens ein Kriterium erfüllt haben und die Absicht und realistische Möglichkeit der Regierungsverantwortung im Bund nach der Wahl haben. Hätten wir allen Parteien, die in Landesparlamenten vertreten sind (NPD, Freie Wähler…), einen Wahlprüfstein übersandt, wäre dies nicht sachdienlich. Die AfD erfüllt leider keines der Kriterien. Bereits im Frühjahr 2016 hat der AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Alexander Gauland, öffentlich verkündet, seine Partei wolle keine Regierungsverantwortung übernehmen.“

„Das ist mehr als eine billige Ausrede! Ihr seid der Interessenvertreter ALLER Jäger!!! Egal welcher politischen Farbrichtung!!!“, so eine der noch netteren Antworten auf den argumentativ doch mehr als dünnen  DJV-Rechtfertigungsversuch.

Die AfD hat „jagdpolitische“ Positionen – die grünen Ökosozialisten auch

Um es nicht all zu spannend zu machen und in aller Kürze: Die AfD bekennt sich zu den bewährten Grundsätzen der waidgerechten Hege und Jagd. Wir sehen Jäger als Naturschützer, deren Fachkenntnisse wieder stärker berücksichtigt werden müssen. Darüber hinaus setzt sich die AfD dafür ein, dass Schulen über die Jagd sachlich und ohne ideologische Scheuklappen informieren. „Ziel muss es sein, die Jagdausübung und das Waidwerk als das darzustellen, was es ist: eine in unserer gewachsenen Kulturlandschaft zentrale Form des Umwelt- und Naturschutzes“, so eine der „jagdpolitischen“ Positionen der AfD.

Interessant an dieser Stelle das Ergebnis, das agrarheute.com durch seinen ‚Agrar-O-Mat‘ zur Bundestagswahl ermittelte: Bei der direkten Stimmabgabe, welche Parteien die agrarpolitischen Positionen am ehesten vertreten würde, stimmen 25 Prozent der Befragten für die AfD (JouWatch berichtete). Die grünen Ökosozialisten schnitten wie bei den Landwirten auch bei den Jägern besonders schlecht ab und erhielten für ihre geschellschaftsklempnerischen Positionen vier von vier möglichen „braunen “ Trauer-Smilies. (BS)