Metz: Hier entsteht das zweite Calais!

(Foto: Screenshot/Twitter)
Das neue Calais (Foto: Screenshot/Twitter)

Keine Entspannung in Sachen Migranten in Frankreich. An die 600 Illegale sind seit der Räumung im Oktober vergangenen Jahres nach Calais zurückgekehrt. Und nun entsteht ein zweites Lager im „Dschungel-Style“ im Nordosten des Landes.

Von Marilla Slominski

Gewalt, Alkoholmissbrauch und Geschichten über Vergewaltigungen sind zur täglichen Routine für die Einwohner der nordfranzösischen Stadt Metz geworden.

Die Behörden räumen das Camp, die etwa 700 Migranten errichten es immer wieder aufs Neue – ein Katz- und-Maus-Spiel.

„Das Problem muss schnell gelöst werden, zu ihrem und unserem Wohl“, so eine Anwohnerin. Selbst sogenannte Flüchtlingshelfer fühlen sich dort, in dem „menschlichen Slum“ nicht sicher: „Es gibt Probleme mit Alkohol und Gewalt. Selbst ich als Helfer habe Schwierigkeiten. Sie haben nichts zu essen, aber schaffen es, sich Alkohol zu besorgen. Wir wissen nicht, wie wir mit der Situation fertig werden sollen. Es gibt nicht genug Sicherheitskräfte für die große Zahl von Leuten hier,“ erzählt der Helfer.

Anwohner berichten, viele der Probleme werden von den Behörden heruntergespielt. “Es gibt eine Menge Einbrüche. Viel Aggression. Sie klauen den Frauen die Handtaschen, doch im Fernsehen wird nicht darüber berichtet. Die Migranten sind überall in der Stadt“, so ein Taxifahrer aus Metz.

Als ein Team des Senders RT im Camp filmen will, verbieten das selbsternannte Aufseher. „Wir wollen hier keine Journalisten. Die Leute verstecken sich vor denen, die in ihren Heimatländern nach ihnen suchen“, werden die Reporter zurechtgewiesen.

Erst vor wenigen Tagen hat der amtierende französische Präsident Emmanuel Macron verkündet, er werde rigoros gegen die Camps im Land vorgehen. Die Regierung hat bereits 62 Billighotels aufgekauft, um Migranten dort einzuquartieren.

„Bis Ende des Jahres will ich keine Frauen und Männer mehr auf den Straßen und in den Wäldern Frankreichs sehen. Jeder muss ein Dach über dem Kopf bekommen, das ist eine Frage der Menschlichkeit,“ so Macron.

Doch dagegen regt sich Widerstand, viele Franzosen verlieren angesichts der Migrantenströme die Geduld. Am Montag bauten wütende Anwohner in Séméac eine 18 Meter lange und fast zwei Meter hohe Mauer um ein ehemaliges Hotel, in dem illegale Migranten untergebracht werden sollen.

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