Hamburger Attentäter war als „Gefährder“ bekannt

Ahmad A. nach seiner Festnahme (Bild: Screenshot YouTube / ITALIONO48)

In der Hafenstadt hatte ein muslimischer Asylbewerber unter „Allahu Akbar, (Allah ist groß) Rufen auf Passanten eingestochen. Ein 50-jähriger Deutscher starb. Wie so häufig in diesen Fällen war der Täter den Sicherheitsbehörden als „Islamist“ bekannt. Die Abschiebung hätte dennoch nicht weiter beschleunigt werden können, erklärt Hamburgs Innensenator.

„Eigentlich ganz gut gelaufen“, meint Hamburgs Innensenator Andy Grote und meinte das Verfahren zur Rückführung des Palästinensers. Schließlich hätte der „ausreisepflichtige“ abgelehnte 26-jährige Asylbewerber bei der Ausreise freiwillig mitgewirkt. Günstig sei gewesen, dass Ahmad A. im Frühling 2015 nach Deutschland eine Geburtsurkunde mitgebracht hätte, was eher selten sei.

Dieser letztlich günstige Verlauf ließ daher keine Möglichkeiten offen, die Abschiebung noch weiter zu beschleunigen. Sein Ausreisewille sei sehr wechselhaft aber zuletzt von dem Wunsch zur Rückkehr geprägt gewesen.

Aus dem Koran rezitiert

Bis zur Tat lebte der Palästinenser in einem „Flüchtlingsheim“. Nach Erkenntnissen des Hamburger Verfassungsschutzes habe der jetzt Festgenommene vor kurzem jeden, zuvor wohl umfangreichen, Alkoholkonsum aufgegeben und sich immer stärker dem Islam zugewandt, wie die Hamburger Sicherheitsbehörden heute auf einer Pressekonferenz bekannt gaben. So habe er in einem „Flüchtlings-Café“ aus dem Koran rezitiert.

Dennoch habe man aufgrund der vorliegenden Informationen den sich radikalisierenden als psychisch Instabilen geführt. Als „Islamist“ habe man den Asylanten jedoch nicht geführt. Diese Entscheidung müsse in der Nachbetrachtung nochmal genau überprüft werden, erklärte der Hamburger Verfassungsschutz.

Bei dem Anschlag hatte er sich ein Messer aus dem Edeka-Laden angeeignet und das spätere Todesopfer niedergestreckt und zwei weitere Opfer verletzt. Danach stürmte er auf die Straße und verletzte dort weitere Personen.

Couragierte Bürger stoppten ihn und die Polizei konnte den Messerstecher, nachdem er nochmals entkommen war, festnehmen. (CJ)