Höcke-Bashing: Wie perfide ist der FOCUS wirklich?

Kommt immer mit zwei blauen Augen daher - und auch davon: Björn Höcke (Foto: Metropolico/Jouwatch)

Der FOCUS, das Fachblatt für Alarmismen aller Art, über die „Gefährlichkeit des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke„. Eine Medienkritik.

Von Max Erdinger

Zitat: „Björn Höcke – Acht Zitate zeigen, wie gefährlich der AfD-Rechtsaußen wirklich ist.“

Macht nichts. Ich werde jetzt mal zeigen, wie perfide der FOCUS wirklich ist.

Zitat: „Er kommt mal wieder mit einem blauen Auge davon: Der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke muss die Partei trotz seiner umstrittenen Äußerungen zum deutschen Geschichtsverständnis nicht verlassen.“ – Zitatende.

Logisch, Focus: Höcke hat immer blaue Augen. Deswegen kommt er auch immer davon, ohne seine Augenfarbe zu wechseln. „Umstritten“ ist übrigens Klasse in der Demokratie. Unumstrittene Einigkeit herrscht auf dem Friedhof. Dort lebt keiner mehr vom demokratischen Streit. Außerdem ist „umstritten“ immer noch besser als dämlich. Das Urteil „dämlich“ ist nämlich eine abschließende Wertung, während „umstritten“ bedeutet, daß ein Streit um eine Sache noch nicht abschließend geklärt ist. Insofern wäre also zu bemängeln, daß weder der FOCUS von der Bundespressekonferenz ausgeschlossen wird, noch die Kanzlerin aus dem Kanzleramt oder Katrin Göring-Eckardt aus Deutschland.

Zitat:>“Der AfD-Bundesvorstand sprach sich nach Parteiangaben bei einer Telefonkonferenz am Montag lediglich für ein Ordnungsverfahren aus. (…) Der Bundesvorstand stellt fest, dass die Äußerungen von Björn Höcke im Rahmen seiner ‚Dresdner Rede‘ vom 17. Januar 2017 dem Ansehen der Partei geschadet haben“, heißt es in dem Beschluss des AfD-Vorstands.< – Zitatende.

Unumstritten ist, daß der Parteivorstand mit seiner Behauptung, Höcke habe mit seiner Rede dem Ansehen der Partei geschadet, der Partei schadet. Schon ein Ordnungsverfahren gegen Höcke schädigt das Ansehen der AfD.

Zitat: „Medienberichten zufolge fiel der Beschluss nach einer lautstark geführten Telefonkonferenz mit zehn zu drei Stimmen für den Verbleib Höckes.“ – Zitatende.

Parteischädigend war die Veröffentlichung des Gedankens, Höcke aus der Partei auszuschließen. Nichts von dem, was man ihm vorwirft, ist tatsächlich haltbar, es sei denn, der AfD-Parteivorstand wäre der Meinung, daß es parteischädigend ist, die Wahrheit zu sagen. Wenn dem so wäre, dann wäre wohl auch der einst von der AfD beschworene „Mut zur Wahrheit“ nicht mehr parteikompatibel. Der Vorstand müsste eventuell erörtern, ob er sich selbst aus der Partei ausschließen will.

Zitat: „Höcke hatte offensichtlich unter Anspielung auf das Holocaustmahnmal in Berlin von einem „Denkmal der Schande“ gesprochen.“ – Zitatende.

Genauso wie Rudolf Augstein, der verstorbene SPIEGEL-Gründer, im Jahre 1998. Unterschied: Augstein wurde von niemandem dafür kritisiert. Und Augstein war beileibe nicht der einzige, der das so gesehen hat. Die ganze Welt weiß, daß Deutschland das einzige Land der Welt ist, das sich ein Denkmal der eigenen Schande leistet. Die deutsche Schande ist unumstritten. Und die Tatsache, daß es nur in Deutschland ein gigantisches Denkmal der eigenen Schande gibt, ist ebenfalls unumstritten. Was gibt es an Augsteins Äußerung zu kritisieren? – Nichts. Wenn aber Höcke dasselbe sagt, dann drehen alle durch. Warum? – Weil es nicht um Denkmal und Schande geht, sondern um Höcke.

Zitat: „Doch es war längst nicht die erste Aussage des AfD-Rechtsaußen, die seine bedenkliche Gesinnung zum Vorschein kommen lässt.“ – Zitatende.

Von der bedenklichen Gesinnung hinter diesem FOCUS-Artikel ganz zu schweigen. Willkommen im Gesinnungswächterstaat Deutschland. „Bedenkliche Gesinnung“ – anders hätten sich die Nazis auch nicht ausgedrückt.

Zitat: „Acht Zitate zeigen, wie radikal der 44-jährige Geschichtslehrer wirklich ist“ – Zitatende.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, FOCUS. Jetzt schauen wir erst einmal, ob die Liste der hier angeführten Zitate wirklich geeignet ist, Höckes angeblichen Radikalismus zu zeigen, oder ob die Tatsache ihrer Auswahl zum Zwecke des Beweises seines angeblichen Radikalismus´ nicht viel eher zeigt, wie dämlich der FOCUS in seiner ganzen Perfidie ist. Auf geht´s …

Zitat: „1. „Im 21. Jahrhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp.“ (in einem Vortrag über Asylbewerber aus Afrika, 21. November 2015)“ – Zitatende.

Daß ausgerechnet ich hier den FOCUS an einen seiner alten Slogans erinnern muß, ist schon ärgerlich. „Fakten, Fakten, Fakten!“, war der Werbeslogan, mit dem Helmut Markwort den FOCUS einst auf dem deutschen Pressemarkt einführte. Hier die Fakten: Die Bevölkerungszahl Afrikas wächst wöchentlich (!) um eine Million Menschen. Die Europäer haben jedoch ein sich seit Jahrzehnten zeigendes, demografisches Problem. Die Sterblichkeitsrate liegt weit über der Geburtenrate. Und jetzt mal mitgedacht, FOCUS: Wenn also Afrikaner und Europäer zusammentreffen, wer trifft dann auf wen? – Genau: Der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp trifft auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp. Das ist ein Faktum. Sind Fakten neuerdings radikal?

Zitat: >2. „Ich will, dass Deutschland nicht nur eine tausendjährige Vergangenheit hat. Ich will, dass Deutschland auch eine tausendjährige Zukunft hat.“ (auf einer Kundgebung im Oktober 2015)< – Zitatende.

Höcke wünscht uns Deutschen also für die Zukunft alles Gute. Wahnsinnig radikal, oder?

Zitat: >3. „Thüringer! Deutsche! 3.000 Jahre Europa. 1.000 Jahre Deutschland – ich gebe euch nicht her!“ (auf einer Demonstration in Erfurt, September 2015)< – Zitatende.

Höcke ist nicht der einzige von denen, die „schon länger hier leben“ (Merkel), der sich stilistisch hin und wieder ein wenig vergaloppiert. Radikal ist das allerdings nicht.

Zitat: >4. „Der Syrer, der zu uns kommt, der hat noch sein Syrien. Der Afghane, der zu uns kommt, der hat noch sein Afghanistan. Und der Senegalese, der zu uns kommt, der hat noch seinen Senegal. Wenn wir unser Deutschland verloren haben, haben wir keine Heimat mehr!“ (ebenfalls auf einer Demonstration in Erfurt, September 2015)< – Zitatende.

Das ist richtig. Wenn wir unseren Geldbeutel verloren haben, dann haben wir kein Portemonnaie mehr. Deswegen müssen wir gut aufpassen, daß wir ihn nicht verlieren. Schließlich kann man sich nicht darauf verlassen, daß die lieben Syrer alle hierbleiben, um unsere verlorenen Geldbeutel wiederzufinden. Oder kann man sich darauf verlassen? Weiß man diesbezüglich vielleicht mehr beim FOCUS? – Dann raus mit der Sprache!

Zitat: >5. „Christentum und Judentum stellen einen Antagonismus dar. Darum kann ich mit dem Begriff des christlich-jüdischen Abendlands nichts anfangen.“ (auf einer Veranstaltung der „Jungen Alternative Berlin“ am 26. September 2015)< – Zitatende.

Der Antagonismus ist ein Streit zwischen zwei Parteien. Und in der Tat: In der europäischen Geschichte gab es oft Streit zwischen Juden und Christen. Das ging immer zu Ungunsten der Juden aus, allein schon wegen der Mehrheitsverhältnisse bei den Streitparteien. Unzweifelhaft war Europa hauptsächlich vom Christentum geprägt, wie man an den vielen prächtigen Kathedralen erkennen kann. Daß das Judentum ebenfalls in Europa vertreten gewesen ist, ändert daran nichts. Wenn nun Höcke mit dem Begriff des christlich-jüdischen Abendlandes nichts anfangen kann, heißt das noch nicht, daß er mit dem Judentum nichts anfangen kann. Es könnte auch heißen, daß Höcke mit dem Antagonismus als einer identitätsstiftenden Basis nichts anfangen kann und würde dann bedeuten, daß er eben den historischen Streit zwischen dem Judentum und dem Christentum nicht als Basis eines kulturellen Selbstverständnisses herausgehoben haben möchte, sondern eher die Gemeinsamkeiten. Höcke weiß selbstverständlich, wieviel wir jüdischen Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern kulturell zu verdanken haben – und das hat er auch noch nie in Abrede gestellt.

Zitat: >6. „Sigmar Gabriel, dieser Volksverderber, anders kann ich ihn nicht nennen.“ (auf einer Demo in Erfurt, März 2016. Den Begriff „Volksverderber“ verwendete Adolf Hitler bereits in „Mein Kampf“)< – Zitatende.

Wenn ich mir die Mühe machen würde, herauszufinden, wer in Deutschland tagtäglich Begriffe verwendet, die auch Hitler schon verwendet hat, fände ich Radikale allüberall. Ich müsste beispielsweise nur in der Sozialgesetzgebung nachschauen, um Gesetze und Verordnungen zu finden, die von Nationalsozialisten erlassen worden sind – und von Sozialdemokraten heute noch für gut befunden werden. Und das Schlimmste: Die radikalen Sozialdemokraten nennen diese Gesetze noch immer so, wie sie Adolf Nazi schon genannt hat. Aber Höcke wäre deswegen (rechts)radikal? Etwas anderes ist der Fall, FOCUS: Ihr habt dieselbe Neurose wie wahrscheinlich die Mehrzahl eurer Leser.

Zitat: >7. „Unsere einst geachtete Armee ist von einem Instrument der Landesverteidigung zu einer durchgegenderten multikulturalisierten Eingreiftruppe im Dienste der USA verkommen.“ (Dresden, 17. Januar 2017)< – Zitatende.

Diesen unschönen Sachverhalt wahrheitsgetreu wiederzugeben wäre also radikal? Wie das denn?

Zitat: >8. „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ (Dresden, 17. Januar 2017, über das Holocaust-Denkmal in Berlin)< – Zitatende.

Das ist völlig unbestreitbar – also unumstritten – genau so und kein Stück anders. Wir sind das einzige Volk, das sich ein Denkmal seiner eigenen Schande ins Zentrum seiner Hauptstadt gestellt hat. Das gibt es sonst nirgends. Die Wahrheit ist aber auch sowas von radikal, oder, FOCUS?

Zitat: „Fazit – Wenn ein Berufspolitiker wie Höcke so häufig antisemitische oder rassistische Anspielungen in seinen Reden verbaut, kann man kaum noch von einzelnen Ausrutschern sprechen.“ – Zitatende.

Nein, nein, nein, FOCUS, anders herum wird ein Schuh daraus: Wenn Berufsjournalisten wie die beim FOCUS so häufig Zitate aus dem Zusammenhang reißen, um sie dann als völlig untaugliche Belege dafür anzuführen, daß Höcke angeblich (rechts)radikal sein soll, kann man kaum noch von einzelnen Ausrutschern sprechen. Dann folgen diese Berufsjournalisten keinem journalistischen Auftrag mehr, sondern sie folgen einer politischen Mission. Und dann ist es auch nicht Höcke, der eine „bedenkliche Gesinnung“ zeigt, sondern es sind exakt diese Berufs-Schmieranten.

Zitat: „Man muss davon ausgehen, dass der AfD-Mann diese Provokationen gezielt verwendet. Auffällig sind auch die Begriffe aus der NS-Zeit („Volksverderber, „tausendjähriges“ Deutschland), die einem Geschichtslehrer wohl nicht einfach nur herausrutschen.“ – Zitatende.

Auch nein. Man muss viel mehr davon ausgehen, daß der FOCUS seine unsubstantiierten Hinterfotzigkeiten gezielt verwendet, um sich sein warmes Plätzchen am Tische der Hofberichterstatter zu erhalten. Auffällig ist nämlich, daß dem FOCUS ohne den geringsten Anflug von Scham Begriffe wie „bedenkliche Gesinnung“ und „radikal“ aus dem Schreibgriffel fließen, die einem Berufsjournalisten wohl nicht einfach so herausrutschen, sondern nur dann, wenn er mit der Wahrheit auf Kriegsfuß steht. Die Wahrheit ist nämlich radikal. Es gibt nichts radikaleres als die Wahrheit. Was wahr ist, ist wahr und jede weitere Diskussion darüber, ob wirklich wahr sein darf, was wahr ist, ist einfach dämlich. Ihr seid faktisch dämlich, um genau zu sein.

Wie man mit der Wahrheit umgeht, darüber kann man diskutieren. Nichts anderes tut Höcke. Lediglich diejenigen, die mit der Wahrheit nichts am Hut haben und gesellschaftliche Diskussionen lieber im luftleeren Raum der Meinungsirrelevanz führen wollen, ganz ohne die Wahrheit als Basis der Diskussion herzunehmen, sehen sich veranlasst, die Wahrheit selbst zu diskreditieren. Aber bei allem Respekt, der solchen Schreiberlingen wie euch beim FOCUS gebührt: Ich weiß, daß das zu hoch für euch ist. Ihr Apostel der Dämlichkeit glaubt tatsächlich, ihr kämt auf alle Zeiten damit durch, die Realität zu ignorieren.

Ayn Rand wußte dazu etwas Wahres: Man kann die Realität ignorieren. Nicht ignorieren kann man aber die Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Und wenn euch die einholen, dann gnade euch Gott. Das ist der einzige, der radikal gnädig ist.

Wandere aus, solange es noch geht!
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