Der Endsieg der Herzen

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Deutschland nach der Ära Merkel (Foto: Durch leungchopan/Shutterstock)

Schon einmal hatten wir einen Selbsternannten, der dem deutschen Volk eine große Aufgabe stellte. Als fast alle tot waren, wand er sich enttäuscht ab. Es war halt nicht mehr sein Land.

Von Volker Kleinophorst

Als kleines Kind habe ich unheimlich gerne auf den Knien meines Großvaters gesessen und mir seine „Döntjes“, Anekdoten, erzählen lassen. Er war ein begnadeter Erzähler.

Sehr zum Missfallen meiner Oma ging es dabei natürlich auch oft um „den Krieg“. Denn Opa war sowohl im 1. als auch im 2. Weltkrieg dabei und in französischer und englischer „Gefangenschaft“ gewesen. Auch die Besetzung des Ruhrgebiets durch „die Belgier“ hatte er miterlebt. Er war schon ein wilder Kerl, hatte im Knast gesessen wegen Kohleklau (so zumindest die Familienlegende), war überall tätowiert und in jungen Jahren wohl ziemlich gefürchtet. Er hasste Pfaffen und Politiker mit glühender Leidenschaft. „Als wenn jemand gerne in den Krieg zieht. Gefragt wird man da nicht. Man wird einberufen. Beim 1. war ich noch dumm, aber als Hitler Russland angriff, wussten wir doch schon, wie böse es enden wird.“ Leider war auch damals Angst ein schlechter Ratgeber, an Niederlage zu denken, verboten.

Als er merkte, dass mich das Gewesene interessierte, hatte auch mein Vater einiges beizutragen. Er war bei Kriegsende gerade 16 Jahre alt. Seine Erzählung von einer Bombennacht, in der er mit dem Rad am Niederrhein unterwegs war, eine Überdosis Wirklichkeit zwischen größtem Feuerwerk aller Zeiten und nackt in der Hölle. Von ihm ein Satz, der mehr Wahrheit hat als jahrelanger Geschichtsunterricht: „Wir wussten doch nix. Wenn der Lehrer erzählt hätte, hinter den Karpaten leben Kannibalen mit drei Köpfen, ich hätte das geglaubt.“

Meine Oma war während des Krieges lange mit meiner Mutter allein. In Duisburg. Bombennächte, Luftschutzkeller, so oft verschüttet, dass meine Mutter nicht mehr weiß, wie oft. Noch heute ist sie stolz darauf, mit einem Liter Wasser drei Tage auszukommen, denn „im Luftschutzkeller war man ein liebes Kind, wenn man nicht weinte und nicht aufs Klo musste.“

Eine Sache fiel mir schon als Kind ins Auge: Die Geschichte vom Endsieg, die ja in der Nazi-Propaganda immer größeren Raum einnahm, je übler es stand. Als Oma und Mutter also nächtelang im Luftschutzbunker ausharrten, während oben das Inferno tobte, war Kritik oder auch nur die Wahrheit lebensgefährlich. Selbst wer jetzt das Offensichtliche aussprach, dass man den Krieg verlöre, wurde erschossen wegen „Wehrkraftzersetzung“. Dieser Terror wurde bis in die letzten Kriegstage knallhart durchgezogen. Der Endsieg kommt. War ja ein Führerbefehl.

Denn das ganze Chaos war damals laut Propaganda nur Hitlers größter Trick, quasi den Feind mit seiner gesamten Militärmaschine mitten ins Land zu locken, in Siegesgewissheit zu hüllen, um ihm dann schwupps komplett von der Platte zu putzen.

Endsieg halt, man hatte noch ein paar überlegene Waffen im Keller, oder wie es heute heißt: „Ich habe einen Plan.“ Leider in beiden Fällen ohne das Kaninchen, dass man am Ende überraschend aus dem Hut ziehen müsste.

Meine Oma: „Natürlich hat da kein Mensch mehr dran geglaubt. Wunderwaffen. Ha Ha. Wer den Krieg verlieren würde, dröhnte einem jede Nacht in den Ohren, sah man jeden Tag auf den zerbombten Straßen. Aber die Nazis waren unerbittlich. Für die Deutschen hatte Hitler nix übrig.“

Da nehmen sich unsere GröKazIn und der olle GröFaz nichts.

Und das ist es längst nicht mit den Gemeinsamkeiten:

Aus „Volksverhetzung“ wurde „#Hatespeech“.

Aus „Volk ohne Raum“ „Raum ohne Volk.“

Aus „ethnische Reinheit“  „ethnische Vielfalt“

Aus „Grenzen überrennen“ wurde die „offene Gesellschaft“.

Früher war jeder Nichtarier ein Untermensch, heute lassen wir uns im eigenen Land Ungläubiger, was nichts anderes heißt als Untermensch, nennen.

Aus SA mach Antifa.

„Führer wir folgen dir“, ruft sich heute „alternativlos“, mit fescher „Raute“ statt „Hitlergruß“. Trademark muss sein.

Mutti Merkel im Bunker der Phrasen: „Integration kommt nicht.“ „Aber ich habe doch einen Plan.“ Das hat doch bereits was von den letzten Tagen im Bunker, als nur noch Fantasiearmeen auf den Kartentischen bewegt wurden.

Das deutsche Volk auch bekannt unter „Die schon länger hier leben“ übernimmt die Rolle der verfolgten Minderheiten. Einer muss ja der Arsch sein.

Wir verhalten uns ja schon so. Jede neue Zumutung wird ertragen, in der Hoffnung diese sei jetzt die letzte. Brav bis zur Rampe.

„Wir schaffen das“ ist der Endsieg der Herzen.

Wird natürlich genauso in die Hose gehen, für Alle die es mit dem Kapieren nicht so haben.

Vielleicht liegt es einfach daran:

„Ich fange am falschen Ende an. Das muss so sein, denn das ist die deutsche Idee“, schrieb Mark Twain in seinem Buch „Bummel durch Europa“, dass er 1867 bereiste.

Ich bin ich mir sicher. In 70 Jahren wird man sich fragen, wieso man einer alten Frau im Clownskostüm, die aussieht wie ein Mischung aus Stephen Kings „Es“ und „Chucky der Mörderpuppe“, ohne nennenswerten Widerstand, gestattet hat, ein ganzes Land, ja einen Kontinent in Klump zu hauen, wie man es sich heute bei dem österreichischen Strizzi und seiner Gaunerbande fragt.

Hinterher ist man immer klüger.

Darin sind wir Weltmeister.

Wandere aus, solange es noch geht!
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