Bargeldverbot durch „Bomben-Geschäfte“ oder Bombengeschäfte mit dem Bargeldverbot?

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Kohleausstieg für Hofreiter (Foto: Collage)

„Nur Bares ist Wahres“, diese Weisheit gilt für viele Menschen, die den digitalen und sehr bequemen Zahlungsverkehr nutzen, schon lange nicht mehr. Und viele sind der Meinung, dass man Bargeld tatsächlich nicht mehr braucht. Bargeldgegner, wie z. B. unsere Damen und Herren Abgeordneten, wollten am liebsten heute als morgen die Münzen und Scheine aus dem Verkehr nehmen. Ihre öffentlichen Argumente sind die Transparenz und die Terrorbekämpfung. Schließlich werden Gewehre, Kanonen, Sprengstoff oder Drogen ja meist bar bezahlt. Klar. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Von Klaus Peter Schäfer

Denn auch beim Bargeldverbot geht es letztlich nur ums Geld

Und das kommt so … Wer in einem Geschäft eine Hose oder eine Jacke kauft, macht sich kaum Gedanken, dass es für den Händler einen – zumindest – theoretischen Unterschied macht, ob der Artikel bar oder mit Karte gezahlt wird. Das Bargeld wandert direkt in die Kasse. Seh- und greifbar. Zahlt der Kunde mit einer Girokarte (altertümlich: EC-Karte) oder einer Kreditkarte, dann fallen für den Händler noch ein paar Gebühren an. Die sind unterschiedlich hoch und liegen zwischen 0,2 % und bis zu 3 % des Umsatzes. Zahlbar an die Bank oder die Finanzdienstleister. Denken Sie nun nicht, dass der Händler sich darüber wirklich ärgert – diese Gebühren sind im Preis bereits kalkuliert. Noch komplizierter und damit etwas teurer wird es, wenn eine Bankkarte auch noch über V-Pay von Visa oder den Mastercard-Dienst Maestro verfügt. Letztlich zahlt aber immer der Kunde die Gebühren und Händlerverluste.

Es gibt also ein ernsthaftes Interesse der Finanzbranche aus „Bargeld“ „war (mal)-Geld“ zu machen

Wie lässt sich nun für Banken und Finanzdienstleister mit dem bargeldlosen Zahlungsverkehr Geld verdienen? Gerade die Banken sind über die Niedrigzinsphase sehr verärgert und suchen nach Möglichkeiten an ihren Kunden Geld zu verdienen. Deshalb bietet jede moderne Bank auch die Abwicklung von elektronischem Zahlungsverkehr an. Für uns Normalbürger ist der bargeldlose Zahlungsverkehr mit seinen Gebühren und Kosten eine Art zweite Umsatzsteuer. Klingt kompliziert, ist es aber nicht. Denn egal, ob wir ein Hotel mit der Karte bezahlen, mit der Karte tanken oder einen Einkauf machen … die Gebühren sind für uns überschaubar. Aber sie summieren sich für die Banken enorm. Wer Monat für Monat über seine Karte 1.000 Euro ausgibt, erwirtschaftet für Banken oder Finanzdienstleister rund 500 Euro Gebühren pro Jahr.

Umso mehr Menschen also bargeldlos bezahlen, umso größer ist diese Art Zusatzsteuer und der Handel preist den immer größer werdenden Gebührenposten mit ein. Dass der Staat wiederum von den immer steigenden Preisen die Mehrwertsteuer kassiert, ist das Bonbon des „bargeldlosen Gelddruckens“. Insgesamt doch ein Bombengeschäft? Und wenn man nun die Macht der Banken in der Europäischen Union bedenkt, ist es kein Wunder, dass sich immer mehr Amtsträger gegen das Bargeld aussprechen. Schließlich verdient man daran ganz gut und kann auch noch gleich alles und jeden überwachen.

Die Horrorvision für uns Bürger hätte allerdings auch einen winzigen Vorteil (Achtung, jetzt kommt etwas Ironie!!). Denn mit welcher Begründung sollte man von uns eine Steuererklärung verlangen können, wenn der Staat doch sämtliche Zahlungsbewegungen und persönliche Daten einsehen kann. Die Steuererklärung wird dann genau genommen hinfällig. Man bekäme nur noch den digitalen Bescheid und – je nach Ausgang der fiskalischen Abrechnung  – ein Guthaben überwiesen, oder eine Rechnung.

 

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