Trump und Bannon: „Dem Honigdachs ist das Scheißegal“

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Der berühmte Honigbär (Foto: Wikipedia)

Ein neues Buch erklärt wie Steve Bannon dem Außenseiter Donald Trump ins Weiße Haus geholfen hat: Mit einem Fokus auf den normalen Bürger statt Politeliten und auf Recht und Ordnung statt illegaler Masseneinwanderung.

Von Collin McMahon

„Dem Honigdachs ist das scheißegal,“ kommentiert der Erzähler in einem viralen Video über den afrikanischen Marderartigen, der es routinemäßig mit Kobras und Bienennestern aufnimmt. „Er ist einer der  zähesten Viecher, die es gibt.“ Der Honigdachs wurde im Vorfeld der Präsidentschaftkampagne zum Maskottchen von Donald Trump und Breitbart News unter der Leitung von Steve Bannon.

JouWatch berichtete bereits ausführlich über Bannons Weltbild.

Nun hat der Autor Joshua Green ein Buch über die Kampagne geschrieben, die einen völligen Außenseiter gegen den Widerstand aller Medien, seiner Partei und des Politestablishments ins Weiße Haus spülte, „Devil’s Bargain: Steve Bannon, Donald Trump, and the Storming of the Presidency“. Es ist das nach Milo Yiannopoulos’ „Dangerous“ das zweite wichtige Buch, das diesen Monat erscheint, für jeden, der die epochale Zeitwende der konservativen Revolution verstehen will. Es beinhaltet auch wertvolle Einsichten für den deutschen Wahlkampf.
Joshua Green zeichnet die Geschichte nach, wie Bannon Trump ab 2012 ermutigte, sich mit dem Volk, dem arbeitenden Steuerzahler und nicht mit den fetten Parteibonzen zu solidarisieren. Zu dieser Zeit war Trump in erster Linie Reality-TV-Star und bei Schwarzen und Latinos beliebter als bei weißen Zuschauern.

Nach der Wiederwahl von Barack Obama hatte die Parteiführung der Republikaner beschossen, dass die Wahlen künftig links der Mitte gewonnen würden (ähnlich wie heute Merkels CDU). Ihre einzige konkrete Reform nach der Niederlage von Mitt Romney war also die Forderung einer allgemeinen Amnestie für illegale Einwanderer. Trump dagegen wusste von seinem Twitter-Konto als TV-Promi, dass keine Tweets so gut funktionieren wie die, in denen er für eine Beschränkung der illegalen Masseneinwanderung warb.

Trump entschloss sich mit Bannons Ermutigung, sich von den „weißen, verweichlichten Golfklub-Republikanern“ abzuwenden und sich  der arbeitenden Bevölkerung, „die mit den Händen arbeiten“ zuzuwenden – Menschen, die er jeden Tag auf seinen Baustellen traf und mit ihnen sprach. Es war eine heimliche Trennlinie innerhalb der Republikanischen Partei, die die Wall-Street-Globalisierer und „Davos-Clique“ innerhalb der Konservativen, die hauptsächlich an billigen Arbeitskräften interessiert waren, von ihrer hart arbeitenden Wählerschaft absetzte. Diese tektonische Trennlinie nutzte Tump aus, obwohl die gesamte Pateiführung sich auf ihrem Weg nach links entsetzt gegen ihn wandte. Paul Ryan zeigte sich „angewidert“, Jeb Bush nannte Trumps Kommentare gegen illegale Einwanderung „außergewöhnlich hässlich“. Auch das konservative Flaggschiff Fox News wandte sich gegen ihn, was zur legendären Schlammschlacht zwischen Trump und Fox-Star Megan Kelly führte.

Um die Präsidentschaft als kompletter Außenseiter zu gewinnen, wandte sich Trump stattdessen an Steve Bannon und konservative Gegenmedien wie Breitbart und Drudge Report. Ein politischer völliger Außenseiter, der mit Hilfe von alternativen Medien den arbeitenden Bürger und Steuerzahler gnadenlos in den Mittelpunkt stellt und sich gegen alle Widerstände und alle Medien an die Macht kämpft? JouWatch bleibt gespannt!

Foto: Verlag
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Lesen Sie hier mehr über die Geburt von Breitbart.com.

Collin McMahon ist Autor („Lukas und Skotti“) und Übersetzer („Gregs Tagebuch“). Er schreibt gerade an einem Buch über Donald Trump. Bei Verlagsinteresse bitte Zuschrift.

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