Tausende Großfamilien im Anmarsch

Foto: Durch Zurijeta/Shutterstock
Oh ja, man kann sich als arabische Großfamilie schon wohl fühlen in Deutschland (Foto: Durch Zurijeta/Shutterstock)

Die Familienzusammenführung von Asylbewerbern in Deutschland läuft wie am Schnürchen!

Von Marilla Slominski

Die 17jährige Mahdia freut sich schon auf das Wiedersehen mit ihrem Zwillingsbruder, der in Deutschland auf sie wartet. Mit ihr kommen Vater, Mutter und ihre sieben Geschwister.

Im Augenblick bereiten fleißige Helfer mit deutscher Gründlichkeit die Papiere im Büro der IOM in der irakischen Kurdenhauptstadt Irbil vor und dann geht´s dank Angela Merkel hoffentlich bald los ins gelobte (Deutsch)Land. Die elfköpfige jesidische Familie floh 2014 vor dem IS und verbrachte die vergangenen drei Jahre in einem Flüchtlingscamp.

Die Großfamilie gehört zu 200 Menschen, die täglich in die Büros der IOM dürfen, um ihren Abflug im Zuge des Familienzusammenführungsprogramms vorzubereiten.

In der Nähe des Eingangs steht praktischerweise schon ein Fotoautomat, damit die zukünftigen deutschen Neubürger nicht nochmal einen Extraweg für nicht vorhandene Passbilder bewältigen müssen. Eine deutsche Behörde denkt an alles: Für die Kinder gibt es ein Spielzimmer mit extra viel Spielzeug und professionellem Betreuungspersonal, damit bei den Kleinen auch keine Langeweile aufkommt.

Weil der Andrang von Syrern und Irakern so groß ist, wurde das Zentrum in Irbil zusätzlich zu den vorhandenen in der Türkei und im Libanon eröffnet.

Bis jetzt haben 380 000 sogenannte Flüchtlinge ihren Asylstatus und somit Anrecht darauf ihre Lieben nachzuholen.

Damit auch alle gleich Bescheid wissen, was auf sie zukommt in ihrer neuen Heimat, sind sämtliche Leistungen des IOM Zentrums natürlich umsonst, nur eine kleine Registrierungsgebühr in Höhe von knapp 8 Euro ist zu leisten.

Bevorzugt behandelt werden alle Angehörigen von sogenannten Minderjährigen, die in Deutschland oft vom rechten Weg abkommen, vielleicht hofft man auf die strenge väterliche Hand…

In nur vier Monaten hat das IOM 4000 Anträge an das Konsulat zur endgültigen Entscheidung weitergeleitet. 1200 Visa wurden bereits bewilligt. Tausende von Anträgen liegen noch unbearbeitet in der Türkei, dem Libanon und im irakischen Ibril.

Und Dunkeldeutschland freut sich auf 380.000 neue und meist moslemische Großfamilien, die in Zukunft unsere Schulen, Häuser und Straßen durch ihr buntes Treiben verschönern und ein wenig heller werden lassen.

Irland ist diesbezüglich schon weiter und könnte ein Vorbild für Deutschlands Willkommensklatscher sein:

In Irland haben mehrere Senatoren einen Gesetzentwurf zur Erweiterung des Familiennachzuges von Asylbewerbern eingebracht. Danach sollen sogenannte Flüchtlinge ihre Großeltern, Cousinen und Cousins, Neffen, Nichten und Geschwister nachholen können.

Bisher können ihnen „nur“ ihre Ehepartner, Eltern oder Kinder unter 18 nachfolgen.

Der Gesetzentwurf soll heute Nacht diskutiert werden und wird von den Grünen, Labour, Sinn Féin und Fianna Fáil in the Seanad unterstützt. (MS)