Adenauer, Merkel und mein Dompfaff …

Ein Dompfaff (Foto: Von © Francis C. Franklin / CC-BY-SA-3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37675952
Ein Dompfaff (Foto: Von © Francis C. Franklin / CC-BY-SA-3.0, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37675952

Gestern auf dem Balkon. 30 Bäume, die in den letzten 30 Jahren gepflanzt wurden, längst zehn Meter hoch und höher. Unten, an Sabines grüner Sommertafel, sitzt der leuchtend rote Dompfaff wie jeden Morgen. Diesmal hat er seine blassere, aber ebenso hübsche Partnerin mitgebracht – Brutpause. Kleiber, Goldammer, Rotkehlchen, Meisen sitzen schon Schlange. Ganz unten wuseln zwei dicke Mäuse: „Hänsel & Gretel“, die halbtauben, weißen und schwarzen Kätzchen sind noch nicht so weit – Frühchen halt. Irgendwo auf der Auweide wiehert ein Fohlen in der kleinen Herde von Carlo, dem Reiterhotelier von nebenan…

Von Peter Bartels

Alt werden ist schön. Und trotzdem Scheiße. Auch wenn das Wasser im Planschbecken jetzt wärmer ist, der Kaffe länger heiß bleibt. Alt werden ist Scheiße, weil sich alles wiederholt. Nicht nur Weihnachten und Ostern. Weil man so  vieles und viele überlebt …

*Die tschechische Lokomotive Emil Zatopek, die 10.000 Meter runter stampfte und immer gewann. Werner Fütterer, der in der Staffel immer durch die Kurve rasen musste, weil ein Bein kürzer war. Der „Blonde Blitz“ Manfred Germar, der die 100 Meter trotzdem nie schneller lief als der „Weiße –Blitz“ Fütterer –  10,2! Auch wenn sein Finish alle „stehen“ ließ. Armin Hary, mit 10 Sekunden der „schnellste Mensch aller Zeiten“ und Gold in Rom. Martin Lauer, der die 110 Meter Hürden rasierte, wie sonst (fast) keiner, dann nur noch die „Letzte Rose der Prärie“ sang, weil eine Knochenhautentzündung im Fuß ihn zum Invaliden machte …

*Das Wunder von Bern! Fritz Walter, „Boss“ Helmut Rahn, Werner Liebrich, „Fußball-Gott“ Toni Turek;  sogar „Katze Beara“ im Jugo-Tor kannten wir Pimpfe auf dem Pausenhof. Die 8:3-Schmach gegen die Ungarn, das Endspiel gegen dieselben, „Unbesiegbaren“. „Kapitän“ Fritz Walter vs. Major Ference Puscas.“3:2“. Weltmeister. Neun Jahre nach dem Krieg – Deutschland war wieder wer … Dann Beckenbauer, erst Weltmeister als Spieler, dann Weltmeister als Trainer. Er war schon grau, als er die WM nach Deutschland schnippelte. Sommermärchen ohne Happy End. Und viele Wadenbeißer hinterher, von SPIEGEL bis ZEIT. Heilige halt.

*Adenauer im Mäuse-Kino, das Fernseher hieß. Der ewige Nörgel-Opa Ollenhauer. Der dicke, nette Carlo Schmidt. Der schwule Brentano. Ludwig Erhard, der Dicke, der das Wirtschaftswunder herbei paffte, Nazi-Backpfeife Kiesinger, Weinbrand-Willy Brand, Heidschnucke und Postillion Scheel, Besserwisser Helmut Schmidt, Schwarzer Riese Kohl, Brioni-Sozi Schröder. Und dann watschelte eine DDR-Ente in den Reichstag… Und von da an ging’s bergab.

Dabei hatte doch dieser Sozi-Schröder, der den Schwarzen Riesen trotz Einheit flach legte, sich nie die Haare färbte, gerade das Fundament für ein neues Wirtschaftswunder gelegt. Ein Wirtschaftswunder, das bis jetzt selbst eine Sozialistin wie Merkel, oder ihre längst rot/grünen Gartenzwerge nicht weg islamisieren konnten. Mit dieser, Schröders, Hilfe wird sie sogar gerade wahrscheinlich zum 4.Mal Kanzlerin. Und diesmal setzen Adenauers Diadochen ihr sogar das Diadem auf, für das die DDR nie genug Nickel in der Sozialistischen Schublade hatten. Die Hofschranzen von BILD bis SPIEGEL stehen schon Spalier …

Zum Glück weiß mein Dompfaff nix von Adenauer. Nichts von Erhard,  Brandt, Schmidt und Kohl. Nichts, von der wunderbaren Zeit der Demokratie, als der „ewige Kommunist“ Herbert Wehner (SPD) im Plenum einen wie Kohl (CDU) noch mit  „Düffel-Doffel“ zum Schweigen bringen konnte. Als einer wie Franz Josef Strauss höhnte: „Ich will lieber ein kalter Krieger sein, als ein warmer Bruder!“ Und der Grüne Weltkrieg brach trotzdem nicht aus… Als die Göre Cornelia sang: „ Pack die Badehose ein“, oder „Hei, hei, hei so eine Schneeballschlacht“. Je nachdem. Oder Dalida später: „Am Tag als der Regen kam…“. Oder Rudi Carrell: „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ Je, nachdem, eben. Ozonloch? Waldsterben? Rinderwahn? Die Welt ging erst unter, als die GRÜNEN aufstiegen. Früher bauten wir  vom Club der „Weißen Rose“ (Astrid Lindgren)  mitten im Pott  „original Eskimo-Iglus, Mama!“ Oder wir spielten „Mensch ärgere dich nicht“, wenn’s regnete. Es gab halt nur Wetter, kein „Klima“.Und im Fernsehen?

Für den, der beim Nachbarn durfte: „Familie Schölermann“, „Millowitsch“, „So weit die Füße tragen“, Peter Frankenfeld. Später, vor der eigenen Glotze dann Lou van Burg, Kuli Kulenkampff, Peter Alexander, Dieter Thomas Heck und seine Zett-De-Eff – Hitparade, die „Lach und Schießgesellschaft“, Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“.

Und im Radio sang Ivo Robic im weißen Dinnerjacket „Mit 17 fängt das Leben erst an“. Und „Morgen“… Da schmachtete der schöne Jugoslawe: „Morgen … lacht uns wieder das Glück … Gestern … liegt schon so weit zurück … Sind wir heut auch noch allein … Aber Morgen, Morgen kommt die schöne Zeit zu uns zurück … Heute?? Merkel, Mainstream, Moslem!  Doch der „Blaue AfD- Reiter“ reitet schon, überall, von Bayern bis Sachsen und Thüringen. Hoffentlich vergaloppiert er sich nicht …

Wandere aus, solange es noch geht!
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