Sensation! Generelle Todesursache gefunden!

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Die Ursache allen Übels: Der Storch (Foto: Pixabay)

Kennen Sie das auch? Man sitzt lesend am Tisch, während die Holde auf der Couch lümmelt und mit ihrem Laptop beschäftigt ist. Im Garten zwitschern die Vögel, auf dem Parkett räkelt faul sich der Hund. Platz des Himmlischen Friedens. Plötzlich verstärkte Schallwellen. Von der Couch her raunt es resignativ: „Alle, alle Krebsarten werden durch das Rauchen verursacht. Absolut alle, alle, alle …“. Der Hund hält sich aus Erfahrung bereits die Ohren zu. Sie schalten die Nebelscheinwerfer ein und linsen mißbilligend durch den Qualm in Richtung Couch …

Von Max Erdinger

Ich bin diese Diskussionen vor allem wegen der Zeitverschwendung leid. Nicht mit mir. Aus diesem Grunde habe ich kurz und erfolgreich überlegt: Gibt es eine Generalursache für sämtliche Todesarten? – Bamm! – Nächste Sekunde – es gibt eine. That was quick.

Die Generalursache für sämtliche Todesängste, Todeszeitpunkte und Todesarten ist der Storch. Frisch vom Storch auf der Welt angeliefert – schon verloren.

Angenommen, die Deutschen mit ihrer Angst vor allem würden durch einen Vulkanausbruch verschüttet werden wie anno dazumal die Dekadenten in Pompeij – und Schliemann der Fünfundzwanzigste würde sie irgendwann ausbuddeln: Was würde er finden? Mumifizierte mit einem Fahrradhelmchen auf dem Kopf und dem Apothekenblättchen in der Hand! Den Anblick würde Schliemann der Fünfundzwanzigste nicht überleben. Lachanfall. Tot. Grund: Schliemann kam vorher irgendwann mal zur Welt – und mit ihm sein Humor. Absolut tödlich.

Das Leben, liebe Leute, gibt es in unterschiedlichen Längen. Das war schon immer so. Reise nach Jerusalem, vom ersten Tag an. Denken wir an die Säuglingssterblichkeit. Kaum da, schon wieder weg. Frage: Hatte das Neugeborene kein Leben? – Nicht? Hatte wenigstens Mozart eines? Der Mann ist mit 35 Jahren gestorben. Mozart hat weder geraucht, noch ist er vom Fahrrad gefallen. Aha.

Wir haben also gefälligst den folgenden Verdacht zu haben: Je nachdem, wie einer lebt, stirbt er auch.

Mir als einem passionierten Bewegungsvereffizienzierer und Raucher wird es niemals passieren, daß man mich neben einem verbeulten Rennrad wie eine blutige Preßwurst im gelben Lycra-Darm unter der Straßenbahn hervorzieht, ein quietschbuntes und zerquetschtes Papageienhelmchen auf der Matschbirne. Leute, die auf die Art während der letzten 50 Jahre ihr Leben der Ewigkeit rücküberantwortet haben, habe ich auf jeden Fall schon mal überlebt. Das nennt man einen gesunden Lebensstil. Geht jetzt dieses Feuerzeug schon wieder nicht? – Hust …

Wenn sich um seine Gesundheit jeder so sorgt wie ich mich um die meine, – danke für das Feuerzeug! – hat jeder das Leben, das ihm gehört. Das kann lang, nicht so lang oder sogar kurz sein. Es wäre auf jeden Fall ein Menschenleben. Soll jeder so machen, wie er meint. Die Fakten sind bekannt.

Churchill wurde 90 Jahre alt. Sein Motto: No sports! Seine Vorlieben: Hochprozentiges und dicke Zigarren. Helmut Schmidt war starker Raucher und starb mit 96 Jahren. Ein quietschbuntes Fahrradhelmchen hatte keiner der beiden jemals auf dem Kopf.

Was in Zeiten der Islamisierung aber trotz allem nicht das allerdümmste sein kann, das wäre eine hochstabile Kohlefaser-Halskrause mit einem hochprofessionell verschlüsselten Zahlencode-Schloß. Hülfe gegen Kopflosigkeit. Ohne Kopf hat nämlich keiner mehr die Gelegenheit, an Krebs zu versterben. Von der Straßenbahn wird er allerdings auch nicht mehr überfahren.

Es ist so: Würde man in den Massenmedien eindringlich vor den Gefahren der Islamisierung warnen, während sie gerade stattfindet, könnte man sich die ganze Angstmacherei wegen Polschmelze, Rauchen, Autofahren, Abgas- & Klimadingens, Trinken, Drogen – & Frauenfeindlichkeit ans Bein schmieren. Das würde kein Mensch mehr ernst nehmen, die Zeitungen würden dünner, die Nachrichten kürzer, die Entlassungen häufiger, die Arbeitslosigkeit würde steigen – und ganz generell: Obergefahr sticht Untergefahr. Viele Untergefahren machen dickere Zeitungen als eine Obergefahr. Auf dickere Zeitungen steht aber der Holzfäller.

Wir lernen: Je mehr Krebsarten es gibt, desto schuldiger wird das Rauchen. Meine Mittelohrvergiftung und mein Augenkrebs samt der depressiven Gemütstrübung, die mich ergreift, wenn ich die Angstmache vor dem Leben tagtäglich in meine Gehörgänge und meine Pupillen geschmiert bekomme, bleiben natürlich unbehandelt. Ich werde gesundheitspolitisch diskriminiert, oder wie man da sagt …

 

 

 

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