Propaganda on the Rocks

Foto: Nico Bae/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/
Merkel-Fan Campino live - und mit den Taschen voller Staatsknete (Foto: Foto: Nico Bae/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/

Früher hab ich Zeitungen und Magazine gekauft wie blöde. Mittlerweile nicht einmal mehr die „alternativlosen“ Musikzeitschriften. 

Von Volker Kleinophorst

Schon als Kind, bevor ich überhaupt lesen konnte, war ich ein Zeitungsmann.

Meine Mutter erzählt heute noch gerne, das ich auch damals immer behauptet hätte, ich würde lesen, obwohl ich mir ja nur die Bilder in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung WAZ, unserem Hausblatt anschaute

Als ich auf der letzten Seite „Aus aller Welt“ die Comics mit Dankwart Bumskopp und seiner Blondie entdeckte, musste mein Vater sie mir abends vorlesen, gegebenenfalls erklären. Später dann auch einzelne Artikel der Seite, was dazu führte, dass mein Vater mir das Lesen beibrachte. Nichts im Leben habe ich so schnell gelernt, wie das Lesen. Vielleicht, weil ich unbedingt wissen wollte, was da steht.

Diese Leidenschaft blieb, als Schüler gab ich mein knappes Taschengeld aus für Schallplatten und Zeitschriften. Schülerzeitung, Publizistikstudium, ich wurde Journalist. Und kaufte den Kiosk leer.

Bis heute bin ich so ein Bekloppter, der einen Schwung Zeitschriften ins Altpapier wirft, dabei noch mal in ein Heft guckt und dann einen guten, aber bereits gelesenen Artikel an der Mülltonne stehend noch mal kurz überfliegt.

Doch so ab 2010 war vieles, was ich früher am Erscheinungstag begierig verschlang, zu meinem Leidwesen austauschbar geworden. Ein Trend der sich verstärkte. Bild, Zeit, Welt oder Spiegel, irgendwie egal. Stern, Taz schon ewig nicht mehr relevant und mittlerweile nicht einmal mehr interessant. Es ist einfach langweilig, wenn man schon vorher weiß, was in einem Artikel steht.

Las ich anfangs noch zur Info, die Webseiten des Mainstreams, so interessieren mich auch da bei meinen früheren Leitmedien heute nur die Kommentare der Leser. Wer keine Kommentare zulässt, ist eh raus.

Foto: Autor
Zeitschriften für die Papiertonne (Foto: Autor)

Übrig geblieben: die Musikzeitschriften. Die erste hatte ich im Schreibwarenladen an der Ecke so mit 15 erstanden. „Sounds“. Obwohl ich damals schon viel Musik hörte, sagte mir kaum eine der dort besprochenen Gruppen was. Erinnerlich ist mir noch ein ellenlanger Text über „Roxy Music“, von denen nicht nur ich damals noch nichts gehört hatte. Obwohl der Text wirklich interessant zu lesen war, konnte ich mir nicht vorstellen, wie die sich anhören. Aber ich fand es spannend. Dass meine Eltern die Stirn runzelten, fand ich jetzt auch nicht so schlimm. Bald kam der Musik Express ME hinzu, den es im Gegensatz zum Sounds immer noch gibt.

Als ich 2009 meine Sammlung von Musikzeitschriften aus Platzgründen zum Altpapiercontainer brachte, musste ich mit einem Sharan zweimal fahren.

Neben den bereits genannten, hatte ich noch den Rolling Stone, Classic Rock, Rocks, Eclipse, jede Menge Kurzlebiges, Fanzines, Ausländisches…

Wahre Liebe halt, denn die meisten Hefte hatte ich mehr oder weniger komplett gelesen, ja studiert. Beruflich habe ich das Genre sogar bewusst gemieden. Irgendwo muss man auch mal Privatmann sein.

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich Einzelnes als störend erlebte. Modestrecken zum Beispiel, die, wie jeder Insider weiß, doch eher den Anzeigenkunden, denn den Leser interessieren. Passte nicht.

Der dazu im ME mit Modetipps aufwartende Angelhutträger namens Joswig war noch nicht einmal POP sondern höchstens Nerd. Dann der unglaubliche Hype um Künstler oder Bands, die einen aus der LBGT* Gemeinde als Front-„Was auch immer“ haben oder sich Aktivisten nennen. Die Musik? Hier geht es um Haltung. Musikalisch hätte es Conchita Wurst ja auch sicher nicht auf das „Cover of the Rolling Stone“ geschafft.

OK, kann man drüber weg lesen. Der Kauf aller wesentlichen Hefte stand immer noch nicht zur Diskussion.

Mit Pegida, Willkommenskultur und ganz besonders Trump war die Lesefreude endgültig vorbei.

Als erstes flog der Rolling Stone RS, lange mein Favorit, von der Leseliste.

Da erinnere ich noch genau an den Auslöser. Es war der Artikel von Jenny Zylka (früher TAZ heute Springer) „Der Bähubläh“ (Bayerisch für blöder Hund, blöder), in dem sie schlicht und ergreifend jedem, der nicht ihrer Meinung ist, erklärt, er würde eh nur Blähubläh absondern und da will sich die „damische Gretel“ (um im Idiom zu bleiben) nicht mit auseinandersetzen.

Zitat gefällig: „Vielleicht ist es effektiver, sofort mit Flüchtlinge zu arbeiten, als zu versuchen die ungastlichen Gastgeber zu ERZIEHEN.“

Drei Beispiele, wie eine ERZIEHUNG z.B. im Sprachkurs a la Zylka abzulaufen hätte:

  1. Petra ist lesbisch. Gemeinsam mit ihrer Freundin Susanne hat sie einen Sohn. Die Familie ist glücklich. (Adjektivierendes Suffix zum Wort „Glück“.)
  2. Fritz zündet ein Haus an. Dort ziehen Menschen ein, die Fritz nicht kennt. Fritz ist ein Widerling. (Derivation von Eigenschaft, „widerlich“ plus männliche Wortformen.)
  3. „Horst (Anm.: hier ist Seehofer gemeint, hat Angst, dass neue Haut- und Haarfarben sein (Bundes-)Land kaputtmachen. Horst ist ein „Blähubläh“.Kein Suffix, passt aber trotzdem gut.“ (RS 254, 12/2015, S. 31)

Ich möchte mich aber von Frau Zylka nicht ERZIEHEN lassen. So einen Blödsinn, den ein Chefredakteur eigentlich seiner schreibenden Aktivistin mit den Worten „Regierungspropaganda mit eigenen Worten ist kein Journalismus“ um die Ohren hauen müsste, kann sicher auch ohne meinen finanziellen Beitrag auskommen.

Natürlich sollte Meinung auch politische, ihren Platz in einer „Kulturzeitschrift“ wie sich der Rolling Stone ja nennt, haben. Mein Problem: Es ist immer die gleiche Meinung und die wird einem penetrant um die Ohren gehauen. Wer eine andere hat, wird ignoriert oder gefragt, um vorgeführt zu werden, wie wir es ja aus den TV-Talks kennen.

Der ME war der Nächste, der einfach keinen Spaß mehr machte. Er ist ja ebenfalls wie der RS seit geraumer Zeit bei Springer: Konnte ja nichts werden.

Leserbriefe kann man sich da sparen, denn „falsche Leser“ braucht man ja nicht mehr. Kein Rock wenn man nicht die rechte, in dem Fall die linke, Gesinnung hat.

Den Auflagen tut es nicht gut. Der RS hat sich seit den späten Neunzigern halbiert. Heute gute 51.255 (Verlagsinfo), 1/1998 111.004 (RS, IVW), der ME hatte 1984 gar 181.327  heute 51.085.

Gerne zeigt man schon im Editorial Flagge, ansonsten durchzieht der Meinungsaktivismus alle Heftteile.

Nicht wie sonst immer eingefordert, differenziert, sondern auf Meme-Niveau, Holzhammer. In den Zeiten von „Trump, Pegida, brennenden Flüchtlingsheimen, Rechtspopulismus, Nationalismus“ wird ohne echten Informationsgehalt in die kleinsten Meldungen, ja bis in die Plattenkritiken eingeflochten. Und nie sind es Zeiten von „alltäglicher sexueller Belästigung“, „Messerattacken, „islamischen  Terroranschlägen“ oder gar „Deutschenfeindlichkeit“ oder „des Kopftuchs“. „Linken Terror“ gibt es eh nicht.

Die Interviews sind natürlich die hohe Schule.

Wieso lautet die erste Frage an den Gitarristen Jakko Jakszyk, der wirklich unpolitischen Prog-Legende King Crimson: Der Brexit liegt vier Monate zurück. Wie denkst du darüber? Ernsthaft? (Classic Rock 11/16 ) Brauche ich dafür die Classic Rock, denn mittlerweile hat die Milch der frommen Denkungsart auch die „kleinen Blätter“ erreicht. Rocks, Classic Rock und die musikalisch sehr eloquente Eclipsed drehen jetzt auch gerne mal Aktivistenrad. Nicht wie die Dickschiffe RS und ME, aber wahrnehmbar immer mehr.

Dabei hat doch mittlerweile eh die ganze Welt mitgekriegt, dass die Rockmusik, die Jugend ja eigentlich alle coolen Leute gegen den Brexit und Trump sind. Wen kümmert da noch, dass es Wahlen gab.

Hitler wurde auch gewählt, ist dann der Blankocheck für Alles. (Wolfgang Niedecken, (CR 6/16) Dabei offenbart Niedecken eklatantes Halbwissen. Hitlers Bande war stärkste Partei (November 1932: 33,1 %, März 33 also NACH der „Machtergreifung“ und schon manipuliert: 43,9 %, November 33 Einheitsliste); an die Macht gekommen ist er durch viel Geld und einige windige Manöver rund um Hindenburg. Ergriffen hat Hitler sie mit Notverordnungen und Gesetzesänderungen wie „Ermächtigungs-, Schriftleiter-, und Heimtückegesetz. Wenn alle Deutschen so hinter ihm standen, wie heute behauptet, hätte Hitler auch weiter wählen lassen können. Er wusste schon, warum ihm das mit dem Wählen schnell gereicht hat.

Kann man wissen, wenn man wie Multimillionär und Sozialismus-Fan Roger Waters, als Mitglied von Pink Floyd Trump als den neuen Hitler bezeichnet.

Natürlich – mittlerweile ist ja Trump gewählt – die nächste Eskalationsstufe im Brainwashing – hängt der EX-Pink-Floyd Mann auf seine Konzerten ein „Trump ist ein Schwein“-Banner auf die Bühne und rechnet, auf seinem neuen Album „Is this the world we really want“, wie ich der Eclipsed 6/17 zu lesen, „mit der Welt“ ab.

Darunter hat es der gute Roger, einer der reichsten Musiker der Welt, nie getan. Leider macht er aber seit „The Wall“ immer die gleiche Scheibe und sagt auch immer das Gleiche. Denn seine Haltung ist sein USP, sein Markenzeichen.

Ein paar Weisheiten aus dem Waters-Universum:

„Weißhäutige Menschen verdienen ein abartiges Geld damit, braunhäutige Menschen in aller Welt zu töten.“

„Mein Gott, ich liebe es, hier in New York mit der U-Bahn zur Arbeit zu fahren, damit ich auch mal raus komme aus meiner reichen, privilegierten, weißen Welt. Das Großartige am Bahnfahren ist ja, dass du dort so unendlich viele verschiedene Hautfarben und Kulturen auf engstem Raum erleben kannst. Diese Vielfalt ist einfach so wohltuend und erfrischend.“

„Was zum Teufel stimmt mit den Leuten nicht?“

Was stimmt mit Ihnen nicht Roger, wäre an der Stelle eine gute Frage gewesen?

Verschenk dein Geld, zieh in ein armes Viertel, fahr mit der U-Bahn zur Arbeit. Wenn´s so erfrischend ist.

Hier käme ja mal wieder der Journalismus ins Spiel. Man muss doch nicht die Abspielstation sein von plakativen Statements, man könnte doch auch mal was fragen, wie:

  1. Wenn er wie jeden Winter zur Party Time in die Karibik fliegt, wie viele unbegleitete Flüchtlinge er da mitnimmt.
  2. Wie viele Container er auf seine stattlichen Grundstücke gestellt hat, um zu helfen und ob er es da mit „open borders“ hält.
  3. Ob er George Soros persönlich kennt, schließlich lebt man ja in der gleichen „high-fidelity first class traveling set (Pink Floyd, Money, Dark Side of the Moon)
  4. Da Waters (immerhin) sieht, dass Hillary Clinton eine Kriegstreiberin war. Wer stand denn noch zur Wahl. Gar nicht mehr wählen? Gleich ihn?
  5. Ob seine ehemaligen Floyd-Kollegen wohl in einem von Waters regierten Land leben wollten? Oder seine vier Ex-Frauen?

 

Auch Tom Morello (CR 3/17) musikalisches und ideologisches Mastermind der „Wutbürger“ „Prophets of Rage“, darf mal rumtrumpen. Und damit er es nicht vergisst, wird gleich zweimal danach gefragt. Die „Was für ein Arsch“-Antwort hat man mittlerweile schon so oft gehört. Es hat was von Selbstbefriedigung, wie man sich immer wieder gegenseitig versichert, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Differenzierung, Fragen die den Namen verdienen, zum Beispiel, was eigentlich so genial war an der Politik vor Trump, braucht man noch nicht einmal mehr zu hoffen. Obama ist ja eh Pop.

Natürlich haben Musiker ein Recht auf ihre Meinung, ich frage mich nur, wieso plötzlich die politischen Ansichten eines jeden Gitarrenshredderers solche eine unglaubliche Relevanz haben sollen. Das ist einfach Propaganda auf niedrigstem Niveau. Denk nicht, das hat deine Lieblingsband schon für dich getan.

Außer:

Ja, außer du sagst etwas, wenn gegen die Gesinnungsdiktatur und deren diverse heilige Kühe verstößt, wie Morrissey zum islamischen Attentat in Manchester und eben zum Islam.

Da heißt es sofort irritiert, befremdet, bizarr, verstörend, wettert, äzt…

Nun ist der ehemalige Smith-Sänger ja ein bekannter Querkopf, war ja auch schon für den Brexit.

Nicht einmal, wenn man selbst auf der Bühne steht, wenn die Kugeln fliegen, darf man sagen, was er denkt, wie Jessie Hughes von den „Eagles of Death Metal“ erfahren durfte, als er im Online-Magazin Taki-Mag seine Eindrücke vom Attentat im Bataclan im November 2015 beschrieb, bei dem er ja nun mal auf der Bühne stand.

Zusammenfassung: „Islam ist das Problem und Political Correctness bringt uns im wahrsten Sinne des Wortes um. Es ist schon richtig, wenn wir Moslems gegenüber wachsam sind.“

Daß er schnell zurückrudern (musste)… Wird aber nix nützen.

Denn ganz schnell war man dabei, ihn zu diskreditieren.

Politische Korrektheit war auch schon vorher nicht die Sache von Jesse Hughes, der Mitglied der US-Waffenlobby NRA ist und den damals noch Präsidentschaftskandidaten Donald Trump unterstützt, war der Tenor in nahezu allen Medien und natürlich auch in der Musikpresse. Die Frage, ob an dem was er gesagt hat, etwas dran sein könnte, wird nicht mal mehr gedacht.

Festivals luden die „Eagles“ aus.

Ein Journalist des französischen Magazins „L’Obs“ (ehemals Nouvel Observateur, neuer Beobachter) glänzte gar mit dem Statement: „Bei so einem Idioten gehen unsere Kinder ins Konzert, um sich von Terroristen abschießen zu lassen“. Mit dem Islam hatte das Attentat in seiner Wahrnehmung nichts zu tun. Die Band ist das Problem. Wäre die politisch korrekt, müsste sich niemand blitzradikalisieren.

Aber als dann das Bataclan am Jahr nach dem islamischen Terroranschlag wieder eröffnet wurde, war alles wieder gut in Schneeflöckchens Traumland: Eagles of Death Metal durften noch nicht einmal als Gäste rein.

Sting eröffnete.

Auf seiner Setlist „Inshallah“, einer neuer Song von ihm, der sich die „Flüchtlingskrise“ zum Thema gemacht hat. War natürlich berührend.

Xavier Naidoo und seinen Song „Marionetten“ lassen wir mal außen vor. Der war ja so wahr, das hat ja den Rahmen der „Musikzeitschriften“ locker gesprengt.

Traurig: Mir fehlen die Musikzeitschriften. Da hab ich entspannt, früher. Manchmal kaufe ich dann doch noch, wenn ich mal keinen Bock auf Buch habe, unterwegs bin…

So kam es, dass ich die Dezemberausgaben von RS und ME in die Hand kriegte. Sehr heilsam.

Auch hier glänzt Jenny Zylka im RS mit ihrem infantilen „2016 gehört abgeschafft“, weil nicht so gelaufen, wie Klein-Jenny das gerne hätte. Deswegen  Augen zu, dann verschwinden ja die Monster unter dem Bett.

Doch es geht einfach nichts über den Jahresrückblick 2016 im ME 1/17. Schon auf dem Titel kündigt man entlarvend an: 2016 dreht durch – Wir machen mit.

Im Editorial ist man dann schon wieder ganz bei Verlagskollegin Jenny:

„Dieses Jahr hat offensichtlich einen Sockenschuss.“

Dennoch bekennt man sich dazu, in die „Vernunftfalle“ getappt zu sein, „dort argumentieren wir mit Argumenten, versachlichen Sachen, dulden Geduld.“

Im Jahresrückblick das sieht dann so aus:

Respekt für Jennifer Rostocks Anti-AFD Song.

Sexmobs – eine Krawallmedienschöpfung. Nicht hilfreich. (beide S.41)

Mutige Aktion von Alica Keys. Sie zeigte sich ungeschminkt. Ein Befreiungsschlag für die Frau. #nomakeup

Kleine Hetze gegen Jesse Hughes von den Eagles of Death Metal. „Opfer, Freund und (Waffen)Narr“.

Kurzes Stück: Burkini ist Freiheit. (Alle S. 43)

Comedians gegen Trump (S. 44 – 47)

Polizeigewalt gegen Schwarze

Rassismus bei den Oscars ( beide S. 48)

Die Bedeutung der All-Female-Neuauflage von Ghostbusters bei dem wohl das einzig Gute war, dass „Sexisten ihn gehasst hätten.“ (S.49)

Ab Seite 53 erklärt man uns, warum alle relevanten Platten mit Haltung von Frauen gemacht wurden, auf S.56 was Flüchtlingscamps mit Rockfestivals (S. 56) gemeinsam haben.

Das Schlimmste: Man könnte ewig so weitermachen. Keine Seite ohne Meinungsmache bis hin zur Hetze.

Warum das so ist, hatte man ja bereits im Juli 2016 auf der to-do-Liste (S. 10) des Monats selbstentlarvend deutlich gemacht:

„Nicht immer nur Trump (Anm.: der ja damals noch nicht mal gewählt war), Freiwild und AFD haten. Unsere Welt hat doch noch so viel mehr Grundverkehrtes!“ Ausrufungszeichen, also ganz wichtig.

Wenn ich jetzt „Heimweh hab“ reicht mir der Blick auf die Webseite, um zu sehen, dass ich nichts verpasse:

„Depeche Mode – 3 gegen Trump“ war wohl die Titelgeschichte des RS im März.

Zu der Absage des Bråvalla-Festivals in Schweden wegen  Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen, gibt man der schwedischen Radio-Moderatorin Emma Knyckare Raum ein Festival nur für Frauen anzukündigen, bis „MÄNNER sich zu benehmen lernen.“

Welche Männer? Na Alle. Differenzierung nicht nötig.

Man merkt die Absicht und ist verstimmt.

In einem Gespräch mit einem anderen Musikfan, kam die Frage auf: „Was würde denn dein Säulenheiliger Hunter S. Thompson (1937 – 2005) zu Trump sagen?“

Die Antwort ist einfach: Den fände er Scheiße. Hillary Clinton, Obama, die Pussy-Hat Bewegung aber auch. Und islamophil wär er sicher auch nicht.

Nein, ein Mann wie Thompson, der ja den Aufstieg des RS ebenso befördert hat, wie der RS seinen, dürfte heute sicherlich nicht mehr für den RS schreiben.

Schon gar nicht für die deutsche Ausgabe.

Ein Zitat:

„Freiheit gab es gestern in diesem Land. Ihr Kurs ist gesunken.“ (Königreich der Angst, S. 24)

Wir können natürlich auch einen Musiker zu Wort kommen lassen:

„Politik ist die Unterhaltungsabteilung der Wirtschaft.“ Frank Zappa (1940-1993)

Aber: Rock & Roll will never die

Zur Zeit riecht er aber ziemlich übel. Und zwar nach Feigheit, Überheblichkeit, Gesinnungsdiktatur.

Sie halten sich für Revolutionäre und plappern doch nur die Mainstream Propaganda nach, erdacht von Leuten wie Soros, die schon längst planen, sie selbst abzuschaffen und durch andere Menschen zu ersetzen, die man (vermeintlich) noch besser kontrollieren kann.

Dummheit ist keine Haltung.

Mir bleibt jetzt nur noch Geo-Epoche. Das Sonderheft zum Thema „Russische Revolution“ sei allen Musik-Journalisten hiermit nachdrücklich empfohlen.

Wandere aus, solange es noch geht!
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