SPD-Scholz: Der Gipfel der Unverfrorenheit

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Überflüssig: SPD (Foto: Collage)
Harte Zeiten für Olaf Scholz (SPD), den lässigen Bürgermeister des vandalisierten Hamburg. Erst jüngst hatte Scholz zu tun, die maximal mögliche Mediendistanz zwischen sich und seinen Ex-SPD-Sprecher, Bülent Ciftlik, zu bringen. Ciftlik ist letzten Monat zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ihm waren Vermittlung einer Scheinehe und Anstiftung zu Falschaussagen in elf Fällen zur Last gelegt worden. Der SPD-Sprecher galt lange Zeit als Olaf Scholz´ Busenfreund.
Von der Falschaussage zur retrospektiv falschen Aussage: Sie fiel vor dem G-20 Gipfel und stammt von Olaf Scholz. Der regierende Bürgermeister gewohnt lässig …
– Zitat: „Seien Sie unbesorgt: Wir können für Ihre Sicherheit garantieren.“ – Zitatende.
Heute sind alle schlauer und wissen: Die Garantie war nichts wert. Das ist äußerst schlecht für Scholz. Schon sind aus der CDU Rufe nach seinem Rücktritt laut geworden. Ein Albtraum für den Genossen, der vor zwei Wochen noch als der SPD-Kanzlerkandidat für 2021 gehandelt wurde. Schadensbegrenzung ist angesagt. Scholz mimt nach dem Gipfel-Desaster lieber den Zerknirschten.
Zitat Scholz:„Das ist sehr bedrückend, dass uns das nicht gelungen ist.“ – Zitatende.
In der Tat, das ist es. Vor allem, wenn man bedenkt, wie sehr sich Scholz angestrengt hat, damit es ihm gelingt. Chaos bei den Mächtigen? – Niemals. Olaf Scholz ist bei ihnen gewesen und hat für ihre Sicherheit gesorgt. Am Freitag beim Beethovenkonzert und am Samstag bei einer Führung im Rathaus für Melania Trump. Wie hätte er ahnen sollen, daß er seine Garantie im Schanzenviertel hätte einlösen müssen?
Zitat Scholz daher: „Das darf doch nicht sein, solche Dinge dürfen doch in unserem Hamburg nicht vorkommen.“ – Zitatende.
Genosse Scholz ist also von dem überraschenden Gewaltausbruch im falschen Stadtteil so schockiert wie alle anderen. Daß es aber auch so viel Schlechtigkeit gibt auf der Welt! Man fragt sich bei allem geziemlichen Mitleid mit dem Schockierten, warum er vorher Sicherheitsgarantien abgeben zu müssen glaubte. Jedenfalls dankt der Schockgenosse erst einmal …
Zitat Scholz:  – “ …danke, dass Sie diese Situation mit uns gemeinsam aushalten“. – Zitatende.
Scholz hat schon wieder Oberwasser und dreht den Betroffenheitsspieß raffiniert von sich weg. Er lobt und dankt. Wer lobt üblicherweise wen? – Der Chef den Untergebenen. Der Genosse findet es also lobenswert, daß ihn die Hamburger nicht im Stich gelassen haben, als er unter Lebensgefahr Beethoven aushielt und anderntags die schöne Frau Trump. Ein Lob dem Bürgercharakter! Die betroffenen Hamburger hätten ja gehen können. Scholz hingegen nicht.
Daß sie ihm jedoch in seinen schwersten Stunden beistanden, um in unverbrüchlicher Solidarität mit – „uns“ –  alles „gemeinsam auszuhalten“, das verdient schon Dank. „Die“ mit „uns“. Wer sich bedankt, sammelt Pluspunkte.
Und wer vor Rührung darüber ein paar „Tränchen der Menschlichkeit“ vergießt, daß der hohe Herr Bürgermeister sich herabläßt, um dem einfachen Volke recht scheinhöflich für die untertänige Unterstützung in seinem Überlebenskampf zu danken, – dem gehört nichts anderes, als daß er einen Scholzen zum Bürgermeister hat. (ME)

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