Von nun an gings bergab

Foto: Collage
Vom Merkel zum Mensch (Foto Collage)

Eigentlich sollte ein perfektes Bild entstehen: Angela Merkel im Kreis der gleichgesinnten und von ihr orchestrierten Staatsschefs vor der spektakulären Kulisse der Elbphilharmonie. Leider haben Frauen selten einen Plan B. Wenn sich eine Idee festgesetzt hat, wird die Realisierung durchgezogen, auch wenn sich alle Kräfte dagegen verschworen haben und die kleine oder große Welt drum herum in Scherben fällt.

Von Wolfgang Prabel

Schon der Blick auf das Bauwerk des Hamburger Musiktempels ist durch die Kostenerhöhungen und die lange Bauzeit getrübt. Der Wähler wurde durch Ole von Beust verschaukelt, unrealistische Baukosten wurden vorgegaukelt, um den Baubeschluß durch die Bürgerschaft zu erlangen. Aber das störte die Kanzlerin nicht. Im Februar 2016 verkündete sie die Durchführung des Gipfels in Hamburg. Die nächste Pleite für Merkel war die Amtseinführung von Donald Trump als amerikanischer Präsident im Januar 2017. Einmütigkeit wie bei einem SED-Parteitag war beim Gipfel nicht mehr zu erwarten. Ein weiterer kleiner Kratzer entstand, als König Salman den Besuch absagte. Kein goldener Thron in Hamburg, keine malerischen Kamelritte zwischen den Locations des Treffens. Und Präsident Erdogan hat den Lieblingsjournalisten der deutschen Linkspresse seit Monaten eingebuchtet.

Jahrelang hatte die Bundesregierung Ablaßhandel mit den Nichtregierungsorganisationen betrieben. Sie bekamen insbesondere über das Ministerium von Manuela Schwesig und das Kanzleramt Subsidien, in der Hoffnung, daß sie die Ziele der Bundesregierung nicht zu militant bekämpfen. Fast könnte man behaupten, daß sich Merkel, Schwesig, Maas und andere Politiker mit ihren Fördertöpfen als Terrorpaten betätigt hätten. In der Politik gibt es keine Dankbarkeit. Die NGO´s revanchierten sich für das Fördergeld in Hamburg mit Feuereifer. Bereits vor Beginn des Treffens nach der Anreise der Staatsschefs begannen die Krawalle, zunächst in Moll, in der nächsten Nacht in Dur. Statt Bilder von den Großen der Welt gingen Videos mit einer brennenden, geplünderten und demolierten Stadt um die Welt. So mag Rom nach der Eroberung durch die Vandalen ausgesehen haben. Das Schlimmste: Die Stadt war von der Polizeiführung aufgegeben worden, um ein Konzert zu schützen, das sich die Kanzlerin ins Köpfchen gesetzt hatte.

Die laut Forbes einst mächtigste Frau der Welt wurde als tragische Figur wie Cleopatra oder Maria Stuart vorgeführt, die die Macht über ihre Reiche verloren hatten. Totaler Kontrollverlust. Totaler Gesichtsverlust. Bereits am Vortag des Gipfels wurde offenkundig, daß sich die europäische Zentrale von Berlin nach Wien verlagert hat. Ein Treffen der Drei-Meere-Initiative aus zwölf Ländern zwischen Ostsee, Adria und Schwarzem Meer tagte in Warschau. Habsburg ist auferstanden, und nicht nur das: Der Einfluß reicht inzwischen bis an die griechische Grenze und bis nach Estland. Das hätte selbst Kaiserin Maria Theresia in ihren kühnsten Träumen nicht erahnt. Selbst Schlesien, welches ihr im Siebenjährigen Krieg verlorenging, ist inzwischen wiedergewonnen. Merkels kleines Reich endet nicht einmal eine Autostunde östlich von Berlin. Sachsen und Bayern fühlen sich entsprechend jahrhundertelanger Tradition mehr nach Wien hingezogen, denn in die dümmste Hauptstadt der Welt.

Der ganzen Welt wurde aus Hamburg ein anderes Deutschlandbild vermittelt, als sie es gewohnt war. Der Exportweltmeister bricht zwar im Handel alle Rekorde, kann sich gegen ausländische Invasoren aber nicht mehr verteidigen. Die kampfstärksten Bataillone kamen offensichtlich aus Griechenland, Italien, Frankreich und der Schweiz. Selbst aus Amerika kamen Aktivisten. Als Vertreter von Killary schlug der Bürgermeister von New York auf. 20.000 Polizisten waren nicht in der Lage etwa 10.000 Randalierer im Zaum zu halten. Hauptgrund: Die deutschen Mainstreammedien und die Justiz stehen fest an der Seite der Brandstifter und Plünderer. Das wird man im Ausland mit Argusaugen beobachtet haben. Es wird abschrecken, dem deutschen Weg der Grenzenlosigkeit, des Globalismus und des Kuschelkurses mit Extremisten zu folgen. Merkel hat trotz Richtlinienkompetenz des Kanzlers nie etwas gegen die Erosion der Rechtsordnung getan. Das fällt ihr jetzt auf die Füße.

In Wien wird man angesichts der Bilder aus Hamburg triumphieren und sich in der Ablehnung des Merkel-Kurses bestätigt fühlen. Die Videos von der Waterkant sind Öl auf die Mühlen von Kanzler Kern, Oppositionsführer Strache und Außenminister Kurz. Mit dem Ausgang des Deutsch-Österreichischen Krieges von 1866 schien die Frage entscheiden, ob Berlin oder Wien Mitteleuropa dominiert. Diese Frage wird gerade neu gestellt und ausgefochten. Dieses Mal ohne Pulver und Blei, sondern mit Zwillen und Molotow-Coctails. Wer das eigene Haus nicht in Ordnung halten kann, wird international und europaweit nicht mehr bestimmen können, wo es langgeht.

Die Kanzlerin hatte sich ihren Wahlkampf so vorgestellt: Auf der Welle außenpolitischer Erfolge wird sie begleitet von schönen bunten Bildern – sie trug einen roten Hosenanzug – aus der Hansestadt mühelos ins Amt getragen. Doch jeglicher Glanz fehlte diesem Treffen. Erdogan, Trump, Putin und wohl auch der abwesende König Salman opferten nicht mit Merkel am Klimaaltar, bei der Durchsetzung des Kulturimperialismus der Kanzlerin gibt es auch viele Schwachstellen. Die Türkei und China haben nach wie vor ganz eigene Vorstellungen von Menschenrechten. Außerdem wird offenkundig, daß die G20-Staaten weder eine Vorbildfunktion für den Rest der Welt haben, noch Repräsentanten der kleineren Staaten am Tisch der  Kanzlerin sind. Das Schlimmste: Über den Gipfel wurde kaum berichtet, weil Hamburg gerade rauchte.

Merkel muß ihren Wahlerfolg nun angesichts desaströser Videos von brennenden Autos und zerstörten Geschäften ihrer Untertanen ins Ziel wackeln. Profitieren kann sie nur noch davon, daß SPD, Grüne und Linke durch die Randale mit beschädigt sind. Gerade hatte sich die Linkspresse darüber aufgeregt, daß die AfD eine Demokratieklausel bei der Vergabe von Staatsknete fordert. Die WELT N 24 hatte am 30.06.2017, kurz vor dem G20, ein schadenfrohes Video eingestellt:

„Die AfD ist mit ihrem ersten Antrag im Landtag in NRW gescheitert. Die Partei hatte eine „Demokratieklausel“ für Organisationen und Initiativen gefordert, die Fördermittel zur Extremismusprävention beantragen.“

Übrigens hatte das genau auch die Hamburger AfD schon gefordert. Eine Woche später sieht man, wie wichtig diese Demokratieklausel gewesen wäre. Plötzlich schimpfen auch die Systemmedien über ausufernden von staatlichen Stellen gepamperten Linksextremismus. Eine erste Umfrage von INSA nach dem Krawallgipfel zeigt Verluste der CDU und Gewinne der AfD. Für die Linkspartei, die Grünen, die CDU und die AfD könnte die vergangene Woche Probleme bereiten bzw. Chancen eröffnen. Viel größer als die innenpolitischen Auswirkungen von Hamburg sind jedoch die weltpolitischen.

Hildegard Kneef hatte 1968 ein Chanson gesungen, welches auf die Forbes-Preisträgerin Merkel paßt:

bekam einen Preis und wurde verwöhnt,
doch nach einer Pleite war ich verpönt:
von nun an ging’s bergab.

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

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