„Ich musste aus Deutschland fliehen, weil der Mob mich verfolgt hat“

Foto: Sreenshot/Youtube
Musste aufgrund von Todesdrohungen aus Deutschland fliehen: Der preisgekrönte Journalist Tim Pool (Foto: Screenshot/Youtube)

Der freie US-Journalist Tim Pool wurde bei den G20-Demos fälschlicherweise als Nazi diffamiert und verfolgt, weil er mit Lauren Southern gesehen wurde. Hier berichtet er von seinen erschütternden Erlebnissen aus London.

Von Collin McMahon

Auch fünf Tage nach den brutalen Attacken von Hamburg auf unabhängige Journalisten  weigert sich die deutsche Presse beharrlich, darüber zu berichten. Wir haben bereits am Montag bei vielen führenden Chefredakteuren Deutschlands nachgefragt, warum sie diese Skandalgeschichte nicht bringen: Bei Kai Gniffke, Tagesschau, Kurt Kister, Süddeutsche Zeitung, Ulf Poschardt, Die WELT, Julian Reichelt, BILD, und Frank Niggemeier, Hamburger Morgenpost. Eine Antwort haben wir von keinem erhalten. Die Zeitungen für die der Doxxer Sören Kohlhuber gearbeitet hat, Die ZEIT und der Tagesspiegel haben unseres Wissens auch noch kein Wort zu diesem Skandal gemeldet, außer dem knappen Statement der ZEIT, sich von Kohlhuber getrennt zu haben.

Stattdessen hat ein Kollege Kohlhubers bei Arbeitgebern dieses Korrespondenten angerufen, und ihn – ähnlich wie Kohlhuber es gemacht hat – als „Identitären“ dargestellt, ohne Beweise vorlegen zu können. Eine Erklärung warum er das gemacht hat oder seine Zeitung nicht lieber über die Attacken auf ausländische Journalisten berichtet, die durch einen ihrer Autoren verursacht wurden, anstatt Kollegen hinterher zu recherchieren, wollte er bisher nicht geben.

Nun berichtet der US-Journalist Tim Pool von London aus von seiner Flucht aus Deutschland:

„Ich bin jetzt in London und wollte euch auf den neusten Stand bringen. Wie man sieht bin ich nicht mehr in Hamburg, was Kacke ist, weil der G20 Gipfel superwichtig ist, aber reine ‚Krawallpornos’ zu drehen finde ich nicht sehr ergiebig. Es tut mir sehr leid, dass ich nicht dabei sein kann, weil dort jede Menge krasses Zeug passiert. Ich möchte mich bei euch entschuldigen, dass ich nicht mehr aus Hamburg berichten kann, aber es versteht wohl jeder, wenn man mit meinem Bild Jagd auf mich macht, und mich bedroht, kann etwas passieren. Ich glaube nicht, dass es schon so weit ist, dass ich nicht mehr auf die Straße gehen kann, aber es waren wohl eher unglückliche Umstände, dass diese Leute sich so haben hinreißen lassen, was Scheiße ist.

Dieser Antifa-Journalist, der das Foto von uns allen gemacht hat, sagt jetzt, dass er Todesdrohungen bekommt und angegriffen wird. Luke Rudkowski von WeAreChange hat ein Video gemacht, in dem er den Journalisten identifiziert hat. Ich habe bisher weder seinen Namen noch sein Foto oder sein Twitternamen benutzt, und habe das auch nicht vor, weil ich nicht denke, dass man Unrecht mit Unrecht vergelten sollte. Er hat unsere Identitäten preisgegeben und dafür gesorgt, dass wir Ärger bekommen, und so etwas will ich nicht machen. Ich glaube nicht, dass man mit solchen Taktiken eine bessere Welt erreichen kann. Das geht immer nach hinten los.

Luke hat es jedoch gemacht, und jetzt wird er bedroht, und das höre ich ungern. Ich bin gegen Gewalt. Dieser Typ hat einen Fehler gemacht, er  hat mich angepisst, er hat mich in Gefahr gebracht und mich gezwungen, meine Berichterstattung abzubrechen. Er ist ein Ignorant und erhebt immer noch falsche Anschuldigungen. Das ist Kacke, aber das gehört zu meinem Job dazu. Es gibt Leute, die mich nicht mögen, aus welchem Grund auch immer. Es gefällt ihnen nicht, was ich sage, und das ist ihr gutes Recht.

Aber dieser Typ hat eine rote Linie überquert als er einfach einen deutschen Journalisten, den wir kennen (Max Bachmann hier im Interview) beschuldigt hat, der dann verprügelt wurde. Dieser Typ ist ein Fanatiker. Er hat uns auf seinem Blog beschuldigt, eine Gruppe aus Alt-Right Trollen aus den USA zu sein. Aber wie ihr seht bin ich hier allein! Nicht Teil einer Gruppe. Er hat zutreffend darin geschrieben, dass meine Berichte auf vielen Medien geteilt werden. Ich habe Preise als Journalist gewonnen. Aber weil jemand von der Antifa mich einmal als Alt-Right Troll bezeichnet hat, hat der das auch in seinem Bericht geschrieben.

Man muss wirklich die Hirnakrobatik bewundern, zu der diese Typen fähig sind. Ich will ja nicht angeben. Aber ich habe tatsächlich einen Preis für meine Arbeit bekommen als Bester Journalist in den sozialen Medien, ich war für meine Berichte über die Krawalle in Ferguson  auch Finalist für einen Preis. So jemanden zu nehmen, und mich als Alt-Right Troll darzustellen zeigt mir nur, dass dieser Kerl nicht recherchiert hat und das gar nicht will. Es geht nur um Ideologie, ums Gewinnen. Das führt dazu, dass Menschen verletzt werden. Und dann entschuldigt er sich nicht mal dafür.

Luke ist 100%iger Pole, er wurde in Polen geboren und wanderte in die USA ein.Ich glaube, er hat die doppelte Staatsbürgerschaft. Dass so einer dann ausgerechnet von Deutschen verprügelt wird, die ihn als „Nazi“ anbrüllen – das ist völlig verrückt.

Ich will mich ja nicht beklagen und rumwinseln. Das gehört irgendwo zum Job dazu. Und je mehr ich mache, desto mehr Follower bekomme ich. Manche werden mich mögen, manche werden mich hassen, und das kann auch mal gefährlich sein. Ich werde weitermachen. Das ist jetzt das dritte mal in sechs Jahren, dass ich bei der Arbeit angegriffen werden. Das ist nicht so übel.

Ich bin jetzt hier in London und werde versuchen, in Europa  weitere Geschichten aufzutun. Morgen habe ich ein Interview mit Sargon of Akkad, der zufällig in der Stadt ist. Bitte schickt mir eure Kommentare oder unterstützt mich unter patreon.com/timcast. Meine Inhalte werden immer kostenlos sein, aber ich freue mich über jeden Unterstützer.“

 

 

 

 

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