Abt. Vereinte Nationen: Bestandserhaltende Migration

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Hat Abt.: Die UN (Foto: Pixabay)

Als ordentlicher Mensch habe ich alles schubladisiert und nach Buchstaben geordnet. Die Vereinten Nationen befinden sich bei mir unter „V“ wie Vereinte Nationen.

Max Erdinger

Bei den Vereinten Nationen selbst gibt es allerdings eine Abteilung Bevölkerungsfragen, die dort unter „B“ zu finden ist, weswegen sie mir bisher nicht aufgefallen war. Bei mir läuft das Thema „Bevölkerungsfragen“ nämlich ebenfalls unter „V“ wie „Vereinte Nationen“ oder „Volk“. Schließlich hat selbst bei den Vereinten Nationen noch nie jemand von der internationalen „Bevölkerungsverständigung“ geredet, sondern immer von der Völkerverständigung. Buchstabe „B“ also, wie „Bevölkerung“. Da muß man erst einmal draufkommen, bevor man bei den Vereinten Nationen etwas zur „bestandserhaltenden Migration“ findet. Was man dann allerdings zu lesen bekommt, verschlägt einem schier die Sprache.

Bei der Abteilung Bevölkerungsfragen der Vereinten Nationen hat man sich nämlich schon länger den Kopf darüber zerbrochen, wie man wohl der Schrumpfung bestimmter Völker entgegenwirken könnte, die aufgrund einer zu geringen Geburtenrate und eines ständig ansteigenden Durchschnittsalters ihrer wirtschaftlichen Leistungskraft verlustig zu gehen drohen. Genauer angesehen hat man sich bei den Vereinten Nationen die Entwicklungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, der Republik Korea, der Russischen Föderation und in den Vereinigten Staaten. Besonders interessiert war man an Europa und der Europäischen Union.

Damit ist auch schon erklärt, wie es kommt, daß man dort beim Buchstaben „B“ gelandet ist, anstatt bei „V“. Es ist ja auch logisch: Wer über den Bestand einer gewissen Zahl von Menschen in einem bestimmten Gebiet sinniert, kommt bei „Bevölkerung“ heraus, nicht bei „Volk“. „Volk“ wäre nicht von einer bestimmten Zahl abhängig. Die Deutschen wären auch mit 20 Millionen noch immer das deutsche Volk.

Eine wirtschaftlich besonders leistungsfähige Nation wären sie dann allerdings nicht mehr, jedenfalls nicht, wenn man sie mit einem 80-Millionen-Volk von Deutschen vergliche. Deswegen heißt die Abteilung bei den Vereinten Nationen „Bevölkerungsfragen“. Es geht um die Frage, wie man ein aussterbendes, ehemals leistungsfähiges Volk durch eine ebenso leistungsfähige Bevölkerung ersetzt. Dadurch landet man dann automatisch bei der „bestandserhaltenden Migration“.

Was man bei den Vereinten Nationen übersehen zu haben scheint, das ist, daß sich eine stetig schrumpfende Schafherde lediglich nach dem Kriterium „Stückzahl Tiere“ wieder mit Fröschen auffüllen läßt, daß das aber nicht unter „bestandserhaltend“ zu subsumieren wäre, weil der Schafsbestand nicht erhalten, sondern ersetzt werden würde. In dem Fall würden Schafe durch Frösche ersetzt und der Wollexport würde dennoch zusammenbrechen. So gesehen lassen sich die Erkenntnisse der Vereinten Nationen zur „bestandserhaltenden Migration“ kurz und treffend mit einem Wort zusammenfassen: „Quak“!

Darüber, daß man sich bei den Vereinten Nationen über „bestandserhaltende Migration“ den Kopf zerbricht, obwohl ein aussterbender Bestand nicht zu erhalten ist, braucht man sich nicht zu wundern. Schließlich ist die „Weltbevölkerung“ das, womit man sich dort laufend beschäftigt. Die wiederum besteht nicht aus Völkern, Kulturen und Ethnien, sondern aus einer stetig wachsenden Zahl von „die Menschen“. Und was sind „die Menschen“, wenn sie als Studienmaterial zur „bestandserhaltenden Migration“ herhalten müssen – und um die Sache nicht so zu komplizieren, daß Vertreter dümmerer Völker gedanklich nicht mehr folgen könnten, schon, weil sie gar nicht folgen wollen würden? – Genau: Gleich sind „die Menschen“.

Deswegen stellt man die eigene Arbeitshypothese bei den Vereinten Nationen dortselbst gar nicht infrage. Um allerdings eine Antwort auf die wesentliche Frage zu erhalten, anstatt eine auf eine lediglich arbeitshypothetische, hätte man bei den Vereinten Nationen die sehr viel interessantere Untersuchung machen müssen, ob sich Deutsche ohne weiteres durch Massai oder Afghanen ersetzen lassen, um die wirtschaftliche Leistungskraft der Nation Deutschland zu erhalten. Wie eine solche Untersuchung ausgegangen wäre, war wohl selbst M´debele Ognatudulele klar, der für das wirtschaftlich etwas schwachbrüstige Land Bimboria im Expertenrat der Abteilung für Bevölkerungsfragen bei den Vereinten Nationen sitzt.

Jedenfalls: Was die Experten für „bestandserhaltende Migration“ bei den Vereinten Nationen herausgefunden, dann in Zahlen gegossen und veröffentlicht haben, läßt den Schluß zu, daß Angela Merkel nichts lieber liest, als Expertenberichte aus Abteilungen der Vereinten Nationen. Für das Bevölkerungsgebiet der Europäischen Union sieht die von Experten u.a. aus Bimboria, dem Bongo und Zimtpapwe errechnete Zahl zur „bestandserhaltenden Migration“ für den Zeitraum 1995 bis 2050 so aus: 47 Millionen bestandserhaltende Migranten, also knapp eine Million pro Jahr – und möglichst beseelt von einem unbändigen Fortpflanzungswillen.

Daß die wiederum, wenn sie erst einmal in der EU sind, vor allem nach Deutschland wollen, versteht sich von selbst. Hier erhalten sie bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie erstmalig des aussterbenden Deutschen Produktivität ersetzen, am meisten finanzielle Ausbildungsbeihilfe. Und während der aussterbende Deutsche rackert wie ein Weltmeister, um die Steuermittel zu erwirtschaften, mit denen sein Bestand ersetzt werden soll, lacht sich M´debele Ognatudulele aus Bimboria ins schwarze Fäustchen. Ihm ist völlig egal, ob die Italiener aussterben, solange sie nicht ebenso viel an die Bestandserhalter bezahlen wie die Deutschen.

Eine ausführlichere Zusammenfassung des Berichts zur „bestandserhaltenden Migration“, herausgegeben von den Experten für Bevölkerungsfragen bei den Vereinten Nationen, läßt sich hier nachlesen. Sicherlich interessant für jeden, der sich für „Bestandserhaltung nach Stückzahl unter Ausschluß sämtlicher weiterer Kriterien“ interessiert, so, wie höchstwahrscheinlich die Bundeskanzlerin.  (ME)

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