My home is your castle, lieber Flüchtling!

(Symbolbild: JouWatch)
"Refugee welcome" bis zum finanzielle Ruin (Symbolbild: JouWatch)

Baden-Württemberg/Lörrach – Ein Ehepaar aus dem baden-württembergischen Lörrach nahm auf Anregung einer Bekannten zwei jung, syrische „Flüchtlingsbrüder“ in ihrem Reihenhäuschen auf. Später kam noch die Schwester und Mutter hinzu. Aus der gutmenschlichen „Übergangswohngemeinschaft“ ist nun jedoch eine Dauerlösung geworden, da die Stadt sich nicht mehr in der Pflicht sieht, dem Ehepaar die „Flüchtlinge“ abzunehmen.  Die Gutmenschenwelt bekommt Risse.

Sie wollten doch nur helfen und nahmen im Frühjahr 2016 zwei junge syrische „Flüchtlinge“ auf. Das Ehepaar Uhrmeister machte aus lauter Gutmenschentum heraus kurzer Hand aus ihrem Heim eine Multi-Kulti-Übergangs-Wohngemeinschaft, in die dann die beiden syrischen Brüder, bislang in einer Immigrantenunterkunft untergebracht, einzogen.

Es wird etwas eng in der gutmenschlichen Wohngemeinschaft

Ein Dreivierteljahr später kam dann auch noch die Mutter und die Schwester der beiden Brüder nach Deutschland und zogen ebenfalls mit ein. Und seither ist es ein bisschen eng geworden im ehemaligen trauten Heim der Familie Uhrmeister. Denn: das flüchtlingsaffine Ehepaar muss sich seither nicht nur die Küche mit der syrischen Familie, die nun zwei Zimmer des Häuschens bewohnt, teilen. Gemeinsam essen würde man meist nicht, da beiden Familien gleichsam ihre „Esskultur“ wichtig sei. Jedoch richten sich die neuen Bewohner des kleinen Reihenhauses rücksichtsvoll  nach den Essenszeiten derjenigen, die schon länger dort wohnen, so der explizite Hinweis.

Trotz des tollen multikulturellen Austauschs scheint das Ehepaar nun doch genug von soviel Nähe gehabt zu haben und strebt an, die Wohngemeinschaft aufzulösen, obwohl die Uhrmeisters vom Jobcenter pro Person 150 Euro monatlich als Miete kassierten. Denn, so eine der Klagen, die eigenen Kinder könnten bei einem Besuch nicht mehr im Elternhaus übernachten.

Die Stadt ist draußen aus der Zuständigkeit

Der Ruf nach der vermeintlichen Zuständigkeit der Stadt war aber bislang vergebens, denn die sieht sich nicht in der Pflicht, so die Badische Zeitung.  Da die Familie bereits eine Wohnung/Zimmer gefunden hat, befinde sich diese in der Anschlussunterbringung. Aus diesem Grund stehe sie laut einem Pressesprecher der Stadt nicht mehr auf der Liste der zu versorgenden Menschen. Zudem sei das Landratsamt seit dem Auszug aus der Gemeinschaftsunterkunft, die den Brüdern zur Verfügung stand, nicht mehr zuständig.

Eine Freundin, die die Uhrmeister und ihre Schutzsuchenden zusammenbrachte, kritisiert, dass man nicht davon unterrichtet wurde, dass eine private Hilfsmaßnahme als Anschlussunterbringung eingestuft werde.  Die Stadt empfahl der syrischen Familie, sich in die Warteliste der Wohnbau, auf der rund 3.000 weitere Personen als  Wohnungssuchende geführt werden, einzutragen.

Ungut auch, dass das Ehepaar wegen persönlicher Umstände wohl zeitnah ihr Haus verkaufen müssen. Und auch hier argumentiert die Stadt, die vom nahenden Hausverkauf unterrichtet wurde, dass wie bei jedem anderen Mietvertrag der neue Eigentümer diesen übernehmen müsse. „Doch wie wahrscheinlich ist es, dass ein neuer Hausbesitzer auch in einer deutsch-syrischen Wohngemeinschaft leben will?“, so die Gretchenfrage der dann doch etwas enttäuscht zurückgelassenen Gutmenschen.

Bürger sollen für Flüchtlinge aufkommen

Wer sich noch weiter aus dem Fenster lehnte, um als „engagierter Bürger“ „Flüchtlingen“ anhand von Bürgschaften finanziell unter die Arme zu greifen, damit diese ihre Sippschaft nach Deutschland holen konnten, erlebt nun ein helles Erwachen. In Mittelhessen hatten mehrere Dutzend Helfer der Flüchtlingshilfe sich verpflichteten, eine Weile den Lebensunterhalt der Schutzsuchenden zu zahlen.

Wie das Westfalen Blatt berichtet, beklagen sich die Bürgschaftsgeber nun, dass man nun für seine Schützlinge weiterzahlen müsse. Man sei sich dem Risko einer Bürgschaft zwar bewusst gewesen, jedoch davon ausgegangen, dass mit Bewilligung des Asylantrags diese erlischt. Das ist jedoch nach Auffassung des Bundesinnen- und das Bundesarbeitsministerium nicht so. Die Haftung der Bürgen bleibe bestehen. Und das kann teuer werden. So klagt nun ein solcher Gutmensch gegen die Stadt Minden, da diese 22.000 Euro an Sozialleistungen zurück haben möchte. Das betroffene, flüchtlingsaffine Pärchen hatte 2014 eine Bürgschaft für ein syrisches Ehepaar unterschrieben. Wie das Westfalen Blatt weiter berichtet, sollen von rund 15 Flüchtlingsbürgschaftler 9.000 bis 28.000 Euro von der Stadt Minden eingefordert werden.

Wie viele Gutmenschen bundesweit solche Verpflichtungserklärungen unterschrieben haben, sei nicht bekannt. Die Immigrationsfunktionäre von Pro Asyl geben an, dass bis zu 1.000 dieser Erklärungen für Syrer und Iraker abgegeben wurden. (BS)

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