G20-Randale: Demo-Anmelder gibt Polizei die Schuld an „Eskalation“

"Welcome to hell" beim NDR (Foto: NDR Screenshot)

Rechtsstaat ist, wenn man sehenden Auges in Zustände hineintaumelt, an deren Ende ein Bild der Verwüstung steht. Man konnte wissen, was den Hamburgern letzten Freitag nachmittag bevorstand, deren Geschäfte in der folgenden Nacht geplündert wurden und deren Autos in Flammen aufgingen. Man wußte es auch. Der Bundesjustizminister hatte der drohenden Gewaltbereitschaft schließlich Tage zuvor schon mit seiner kleinen Bestrafungsbereitschaft gedroht, obwohl er gar kein Richter ist und es die entsprechenden Gesetze bereits gibt.

Wir haben aber keinen Rechtsstaat, sondern einen Super-Rechtsstaat. Ein Super-Rechtsstaat ist, wenn im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, hier beim NDR, jemand Gelegenheit erhält, denjenigen die Schuld in die Schuhe zu schieben, die ihre eigenen Köpfe hinhalten mussten dafür, daß sie gegen vermummte Linksextremisten vorzugehen hatten, die a priori gar nicht am „Demonstrieren“ gehindert werden sollten. Es gab 231 verletzte Polizisten in Hamburg.

Warum die „Demo“ unter dem Motto „Welcome to hell“ stand, wird gar nicht erst gefragt. Was, bitteschön, durfte man vom rechtsstaatlich einwandfreien Verlauf einer „Demonstration“ eigentlich erwarten, die unter dem Motto „Welcome to hell“ stattfinden sollte? – Nichts Übles, weil man in Deutschland keine drei Wörter Englisch zu verstehen hat, wenn es um Gefahreneinschätzung geht, oder was?

Es ist unglaublich: Andreas Blechschmidt, der Demo-Anmelder, wird im NDR interviewt, während im Schanzenviertel Chaos und Verwüstung stattfinden. Er moniert, daß die Polizei die „Demonstration“ angegriffen habe, nur weil etwa 600 Vermummte der zweimaligen Aufforderung nicht nachgekommen waren, ihre Maskierung abzulegen. Von deren Maskierung wäre die Welt nicht untergegangen, meint er. Daß die Vermummten deswegen maskiert waren, um unidentifizierbar Steine zu werfen, Autos anzuzünden und Geschäfte zu plündern – davon kein Wort.

Im Super-Rechtsstaat wird ein Andreas Blechschmidt, nachdem er noch im Studio eine persönliche Distanzierung von der Gewalt des schwarzen Blocks ablehnt, nicht etwa per Arschtritt aus der Sendung befördert, sondern er wird höflich verabschiedet. „Vielen Dank, daß Sie zu uns gekommen sind, Herr Blechschmidt!“

Man stelle sich nur einmal vor, ein Identitärer würde nach einer der geistreichen und friedlichen Aktionen der Identitären im öffentlich-rechtlichen Fernsehen interviewt, erhielte Redezeit zu seiner Darstellung des Sachverhalts und würde dann noch mit Dankesworten aus dem Interview verabschiedet. Es gibt eben Dinge, die selbst in einem Super-Rechtsstaat jede Vorstellungskraft sprengen. (ME)

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