Christliche Funkpopulisten in der Mark

Bild: jouwatch
Handyverbot (Bild: jouwatch)

Schlaglicht: Zehntausend Quadratkilometer Brandenburg sind amtlich funkfrei. So konnte man es im Frühling im Innenausschuss des Landtages hören. Das sei eben so, erklärte der rote Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD).

Steilvorlage für die oppositionelle CDU. Anfang Mai starteten die Christen ohne Funk einen so genannten Funkloch-Melder für Brandenburg und dies ausgerechnet über das oft nicht vorhandene Internet. Irgendwie schafften es dennoch 17 900 Menschen, eine Meldung über ihr eigenes Funkloch ins Netz zu stellen. Jetzt folgt die zweite populistische Großoffensive: Hausbesuche der C-Populisten in den Funklöchern.

Abgeordnete der C-Partei schwärmten mit frisch aufgeladenem Akku aus, um zu sehen, was man nicht sehen kann. Vermutlich versuchen es heute noch ein paar ganz Verwegene, einen Kontakt herzustellen, wo es keinen gibt. Der Populismus treibt sie an, denn es ist Wahl.

Und während noch in Brandenburgs Hauptstadt Potsdam dutzende Populismus-Forscher in einem internationalen Kongress den Ursachen des Phänomens „Populismus“ nachsinnieren, versuchen die christlichen Populisten aus dem Rhinowtal im Havelland ein Notsignal zu senden. Vergeblich. Arme Rhinowtaler! Hier haben die C-Populisten wieder ein paar Stimmen gewonnen. Dann zogen sie ab, natürlich nicht, ohne zuvor satte Versprechen abzugeben, die Welt zu verbessern.

Dabei liegt das eigentliche Problem der schlechten Funkversorgung ganz nahe, und zwar in einer von Funk-Populisten übersehenen Verordnung: In Brandenburg muss  jeder Anbieter für seinen Mast erst ein eigenes Genehmigungsverfahren durchlaufen. Jeder Anbieter braucht also einen eigenen Mast. Hat er einen, versucht er die Konkurrenz außen vor zu lassen. Und so müssen Anbieter oft Funkmasten nebeneinander aufbauen, was sie wiederum nicht tun. Sind die Funklöcher also eigentlich da entstanden, wo die C-Populisten herkommen: In der Politik bei schwachsinnigen Verordnungen. Und dies ausgerechnet zu einer Zeit, in der die C-Parteigänger mit an der Macht waren. Blöd auch.

Zum Glück ist der Mensch ja vergesslich. Beschweren wird sich über die stumpfen Funkpopulisten eh keiner. Zumindest nicht per Handy.

Wandere aus, solange es noch geht!
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