13 Festnahmen bei Ausschreitungen in Hamburg – 500 Plünderer

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Linke Brandstifter bei der Arbeit, oder doch "nur" ein V-Mann, oder gar ein Hooligan? (Foto: JouWatch)

Hamburg – Bei den Ausschreitungen in Hamburg sind in der Nacht 13 Randalierer festgenommen worden – die Zahl der Straftäter ist aber weit höher. Das teilte die Polizei am frühen Samstagmorgen mit. Aus einer Gruppe von nach Polizeiangaben rund 1.500 Personen hatten etwa 250 meist jugendliche Vermummte immer wieder brennende Barrikaden errichtet und mit Flaschen und anderen Gegenständen auf die Polizei geworfen.

Immer wieder wurde „Ganz Hamburg hasst die Polizei“ skandiert. Ein Beamter erlitt bei den Ausschreitungen einen Unterschenkelbruch. Die Einsatzkräfte antworteten unter anderem vielfach mit Wasserwerfern.

Ob dabei auch Gewalttäter oder Unbeteiligte verletzt wurden, war unklar. Betroffen waren die Hamburger Stadtteile St. Pauli und Altona, dort insbesondere das Schanzenviertel rund um das linke Kulturzentrum „Rote Flora“. In unmittelbarer Umgebung brannten Autos und Scheiben wurden eingeschmissen, unter anderem eines Supermarkts, eines Drogeriemarkts, eines Geldinstituts, eines Backshops sowie diverser Modegeschäfte.

Auch vermeintlich „linke“ Geschäfte wurden nicht verschont, so war ein Laden mit „FCK NZS“-T-Shirts im Schaufenster demoliert. Anschließend fanden auch Plünderungen statt und teilweise wurden Molotowcocktails und Gasflaschen in die geplünderten Läden geworfen. 500 Personen sollen an den Plünderungen teilgenommen haben.

Viele Geschäfte hatten sich offenbar aus Angst vor Sachbeschädigungen zuvor Plakate in die Schaufenster gehängt, die einerseits gegen den G20-Gipfel gerichtet waren, andererseits um Gnade der Randalierer baten. „No G20 – Spare our Store“ (Kein G20 – Verschont unseren Laden) war darauf zu lesen. Begleitet wurden die gewaltsamen Ausschreitungen in dem Ausgehviertel rund um die „Schanze“ von hunderten Schaulustigen, die die Szenerie vielfach mit Smartphones filmten und dabei Bier tranken. Die Polizei forderte zunächst über soziale Internetnetzwerke dazu auf, das Fotografieren und Filmen zu unterlassen, später bat sie aber um Übermittlung der Dateien auf einem eigens eingerichteten Uploadportal. „Wir bitten alle Personen, die Videos oder Bilder von Straftätern oder strafrechtlich relevanten Ereignissen gefertigt haben, den Medienupload intensiv zu nutzen, um bei der Ermittlung von Straftätern zu helfen“, hieß es auf der Seite der Hamburger Polizei. Gegen 20:30 hatte es zuvor eine „Revolutionäre Anti-G20-Demo“ gegeben unter dem Motto „G20 entern – Kapitalismus versenken“. Rund 1.000 Personen zogen dabei noch weitestgehend friedlich aber zum Teil vermummt bis 23 Uhr über die Reeperbahn, bevor im Anschluss die Randale begann. Erst nach etwa drei Uhr beruhigte sich die Lage und die beiden Hubschrauber, die die Szenerie stundenlang mit Scheinwerfern aus der Luft ausgeleuchtet hatten, landeten…

175 Einsatzkräfte seien dabei bis zum Abend verletzt worden, teilte die Polizei mit. Offizielle Zahlen zu verletzten Demonstranten und Unbeteiligten gab es zunächst nicht. Der Hamburger Feuerwehr zufolge stürzten auf einem Betriebsgelände in Hamburg-Bahrenfeld mehrere Demonstranten auf der Flucht vor der Polizei beim Versuch über eine Mauer mit Absperrgitter zu klettern aus rund vier Metern Höhe ab, als das Gitter brach.

14 Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden, elf von ihnen hätten schwere Verletzungen erlitten. 71 Personen wurden laut Polizei im Rahmen der Krawalle festgenommen, zahlreiche Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Immer wieder seien Beamte angegriffen und mit Gegenständen beworfen worden.

Im Schanzenviertel sei ein Polizist massiv von Gewalttätern bedrängt worden und habe daraufhin einen Warnschuss abgegeben. Tausende G20-Gegner versuchten, zur abgesperrten Elbphilharmonie vorzudringen, wo am Abend die Gipfelteilnehmer einem Konzert beiwohnten. An mehreren Stellen seien Barrikaden errichtet worden, so die Beamten weiter. (dts)

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