„Power-Sigi-Superman“: Gabriel entlässt weder Trump noch Putin

Foto: Sigmar Gabriel (über dts Nachrichtenagentur)
"Power-Sigi-Superman" (Foto: Sigmar Gabriel über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat vor der Begegnung von US-Präsident Trump mit dem russischen Präsidenten Putin beim G20-Gipfel in Hamburg „konkrete Vereinbarungen für die künftige Zusammenarbeit“ der beiden Staaten angemahnt.

Ernstzunehmende Mahnungen, Herr Bundesaußenminister, sind solche, die der Mahner bei Nichtbeachtung kraft seiner Macht auch durchsetzen kann. Sie jedoch sind nicht in der Position, Mahnungen an die oben genannten Herren auszusprechen, ohne daß dabei eine andere Botschaft transportiert werden würde, als die, daß es dem deutschen Bundesaußenminister herzlich egal ist, ob er global als medialer Pimperlwichtig und Medienkasper begriffen wird.

„Wir brauchen endlich einen Neubeginn für Entspannung und Abrüstung“, sagte Gabriel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Wer ist „wir“, Herr Bundesaußenminister? Geht es am Ende wieder einmal um die ganze Welt im Schädel des deutschen Pimperlwichtig? Wenn nein: Wer bräuchte denn dann keine Entspannung und keine Abrüstung? Wie verträgt sich der Gedanke an Abrüstung überhaupt mit den kruppstahlharten Erfolgen der deutschen Rüstungsindustrie im Export? Ich ermahne Sie, sich hierauf eine schlüssige Antwort zu überlegen!

Vereinbarungen zwischen Trump und Putin erhofft sich Gabriel für die Zusammenarbeit in Syrien, bei der Lösung des Ukraine-Konflikts und zu Gesprächen über Rüstungskontrolle und Abrüstung.

Vereinbarungen zu Gesprächen erhofft, also. Das klingt schon sehr viel realistischer, als das größenwahnsinnige „Trump und Putin ermahnt“. Warum nicht gleich so?

„Aus dieser Verantwortung dürfen wir beide nicht entlassen“, fügte Gabriel hinzu.

Aha, also doch nicht auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Nochmal: Wer ist dieser ominöse „wir“, der die Macht haben soll, Trump und Putin weiter in der Verantwortungsgefangenschaft zu halten, anstatt sie zu entlassen?

Trump und Putin wollen sich am Freitag am Rande des G20-Gipfels erstmals persönlich treffen. Der Bundesaußenminister erklärte, das Treffen der beiden Präsidenten sei wichtiger als der vorausgehende Besuch Trumps am Donnerstag in Polen.

„Power-Sigi-Superman“ klärt Relevanzen. Am allerwichtigsten sind die Ermahnungen und Entlassungsweigerungen seines mächtigen „wir“.

Die Visite des US-Präsidenten in Warschau bewertete er als „wichtiges Signal für die Mittel- und Osteuropäer“. Doch unterstrich Gabriel auch, Europa werde sich nicht aufspalten lassen in ein altes gegen ein neues Europa.

Jede Wette: „Wir“ glaubt, daß ein „wichtiges Signal“ in der Hinsicht fast so Klasse ist wie ein sozialdemokratisch „gut gesetztes Zeichen“ gegen die Spaltung des Universums. (ME)

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