Der 1,2-Billionen-Euro-Markt der Halal-Dealer

(Foto: Durch Mila Supinskaya Glashchenko/Shutterstock
Die Halal-Industrie erobert die Welt (Foto: Durch Mila Supinskaya Glashchenko/Shutterstock)

Wenn es ums Geldverdienen geht, ist es der Wirtschaft egal, unter welchem ideologischen System sie Kohle macht. Demokratie oder totalitaristisches System, egal, Hauptsache der Rubel rollt.

Von Marilla Slominski

In ihrem Buch „Le marché halal ou l’invention d’une tradition” beschreibt die französische Anthropologin Florence Bergeaud-Blackler die Entstehung der immer beliebter werdenden Halal-Lebensmittel.

“Der Halal-Markt war solange nicht existent in der moslemischen Welt, bis die großen Lebensmittelkonzerne ihn erfanden und exportierten. Er entstand in den 70 und 80er Jahren mit dem Aufleben der Fundamentalisten im Iran auf der einen Seite und dem Neoliberalismus von Thatcher und Reagan. Diese beiden Ideologien griffen ineinander und ermöglichten es der Halal-Industrie, Fuß zu fassen“, erklärt Florence Bergeaud-Blackler.

Jahrhunderte lang existierte der Begriff des moslemischen Halal-Lebensmittels nur im Zusammenhang mit dem Schweinefleischverbot im Islam. Alle Lebensmittel, auch die, die von Juden oder Christen hergestellt worden waren, galten als halal, wenn sie kein Schwein enthielten, so die Autorin Bergeaud-Blackler.

In den 70er Jahren stieg der Bedarf angefeuert durch den Iran und Saudi Arabien, die so ihre Islamische Weltsicht verbreiteten und den weltweit agierenden Konzern Nestlé, der die globalen Gewinnmöglichkeiten erkannte.

Beide, die Lebensmittelindustrie und die Islamisten sahen ein gemeinsames Interesse, die neue Idee zu verbreiten, Moslems hätten ganz spezielle Ansprüche an ihr Essen. Radikale, wie der Moslembruder Yusuf al-Qaradawi änderten nun ihre Sicht und verkündeten, Essen, dass in sekulären Ländern produziert worden ist, sei „haram“, also verboten und so begann der Aufstieg der Halal-Lebensmittel, die heute auch in deutschen Supermärkten immer mehr Verbreitung finden.

So zogen Islamisten zusammen mit der Lebensmittelindustrie eine hohe Mauer, zwischen der moslemischen und restlichen Welt, die über den Esstisch hinausreicht: „Zwei Welten zu erschaffen, in der das eine erlaubt und das andere verboten ist, führt auch zu einem Vermeidungsverhalten. Wenn Du Dich Halal ernährst, wirst Du niemanden mehr zu Dir nach Hause einladen, der das nicht tut, denn es könnte eine Gegeneinladung folgen, bei der Du vor „unreinem“ Essen sitzt“, beschreibt die Anthropologin das immer weiter Auseinanderdriften dieser beiden Welten.

“Die politischen islamischen Führer schaffen es über die Halal-Vorschriften, moslemische Kinder zum Beispiel von Schulkantinen fernzuhalten. Das wiederum hilft ihnen dabei, die moslemische Jugend von der Schule und der Gesellschaft zu isolieren“, sagt Gilles Kepel (62), Sozialwissenschaftler und Professor am Institut d’études politiques de Paris.

Laut Kepel ist das die zweite Kampffront, die die Moslems in Frankreich und Europa eröffnet haben. Erst war es das Kopftuch für Frauen, jetzt ist es das islamisch korrekte Essen: „Halal-Lebensmittel werden als Genussmittel dargestellt, als ein wichtiger Teil der Konsumwelt. Wir essen vegan, bio oder halal. Die Supermärkte bieten eine enorme Bandbreite an islamisch korrekten Lebensmitteln in ihren Regalen an. Es ist ein 5 Milliarden Euro schwerer Markt geworden. Die islamischen Akteure sehen, dass sie über Halal-Produkte die Gemeinschaft kontrollieren und so auch die angestrebte Radikalisierung verschärfen können.“

In Frankreich wird “Halal” in der Arbeitswelt zu einem immer größeren Konfliktpotential. Firmen sehen sich immer häufiger der Forderung nach Halal-korrektem Essen in ihren Kantinen gegenüber und geben, aus Angst als „rassistisch“ gebrandmarkt zu werden, nach.

Laut einer Studie machten die Konzerne mit Halal-Produkten 2014 mehr als unglaubliche 1,2 Billionen Euro weltweit und ein Rückgang ist nicht abzusehen.

Je mehr Produkte im Namen des Islam „verboten“ sind, desto mehr „erlaubte“ können die großen weltweit agierenden Konzerne an die „guten gläubigen“ Moslems verkaufen.

Für die Islamführer heißt dieser Trend auch, je mehr Moslems sich ihm anschließen, ihre Frauen verschleiert und in Burkinis sehen wollen, desto leichter lassen sie sich von der Gruppe der Nichtmoslems trennen und absondern.

Die moslemische Gemeinschaft in Europa ist inzwischen unter fast vollständiger kultureller und religiöser Kontrolle der islamischen Organisationen, wie Salafisten und Moslembruderschaft. Bereits im vergangenen Jahr gaben 70 Prozent der in Frankreich lebenden Moslems an, ausschließlich halal-Fleisch von geschächteten Tieren zu kaufen, 22% kaufen es manchmal, nur 6% nie. Tierschutz und Mitgefühl haben unter dem Einfluss des Islam keinen Platz mehr in diesem „neuen“ Europa.

Nachdem Essen und Verschleierung abgearbeitet sind, steht als nächster Punkt die Einführung der Scharia und islamischer Gerichte auf dem Plan, wie bereits in Großbritannien durchgesetzt. Das zukünftige Europa wird sich in zwei Welten aufteilen, eine islamische und eine nichtislamische, denn die Politiker dieses Kontinents setzen der Islamisierung nichts entgegen, im Gegenteil, sie fördern  und unterstützten sie, wo sie nur können. Eine „schöne“ neue Welt, in die wir die kommenden Generationen entlassen!

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