Präsident des Herzens: Rettet Donald Trump das Leben von Baby Charlie?

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Sein Leben hängt an einem seidenen Faden (Foto: Screenshot/Youtube)

In Großbritannien kämpfen die Eltern von Baby Charlie seit Wochen einen verzweifelten Kampf gegen Ärzte und Gerichte um das Leben ihres Kindes. Der 10 Monate alte Junge leidet an einer seltenen genetischen Erkrankung. Die Ärzte wollen ihn „in Würde sterben“ lassen und die lebenserhaltenden Maßnahmen abschalten. Chris Gard (32) und Connie Yates (32) hingegen sehen eine Chance für Charlie in einer neuen Behandlungsmethode in den USA – auch Donald Trump hat sich jetzt eingeschaltet.

Von Marilla Slominski

Sie haben fast 1,5 Millionen Euro an Spenden gesammelt, trotzdem haben ihnen drei Gerichten verboten, das Land zu verlassen.

Nun bekommen sie Unterstützung von allerhöchster Stelle. Nachdem sich Papst Franziskus am Sonntag dahingehend geäußert hat, dass der „Wunsch der Eltern, ihren Sohn zu begleiten und sich um ihn bis zum Ende zu kümmern, respektiert werden solle“, mischt sich nun auch der allseits so unbeliebte US-Präsident Donald Trump ein und zeigt Herz.

„Wir wären hocherfreut, wenn wir dem kleinen Charlie Gard helfen können“ twitterte der Präsident, nachdem ein amerikanischer Arzt bekannt gab, das Kind in seinem Krankenhaus kostenlos behandeln zu wollen.

Die Unterstützung des Präsidenten kommt im letzten Moment, denn die Eltern verbringen die letzten Stunden mit ihrem Baby, während die Ärzte alles für sein Ableben vorbereiten.

„Chris und Connie sind überwältigt von der Unterstützung des Papstes und des US-Präsidenten“, teilte ein Sprecher des Paares mit. „Ihre freundlichen Worte geben ihnen viel Trost. Die beiden sind die ganze Zeit an Charlies Seite, sein Zustand ist im Augenblick stabil.“

Mitglieder des Weißen Hauses haben bereits mit dem Londoner Paar gesprochen und ihm Hilfe in dieser „herzzerreißenden“ Situation angeboten.

Nun, da Trump sein ganzes Gewicht mit in den Kampf um das Leben des kleinen Jungen in die Waagschale wirft, stellt sich die Frage, ob der US-Präsident das Recht hat, sich über drei Gerichtsentscheidungen und den Europäische Gerichtshof hinwegzusetzen.

Der Europäische Gerichtshof hatte vor wenigen Tagen entschieden, die Ärzte in Großbritannien können die Behandlung des todkranken Babys abbrechen. Der Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg wies damit eine Beschwerde der Eltern als unzulässig ab.

Und auch stellt sich erneut die Frage, wer am Ende das Recht hat, über das Leben des Kindes zu entscheiden. Ärzte, Gerichte oder die Eltern.

Der Fall erinnert an die Geschichte des an einem Gehirntumor leidenden fünfjährigen Ashya King. 2014 brachen seine Eltern entgegen dem Rat der Ärzte die Behandlung im Southampton Krankenhaus in Großbritannien ab, um mit ihrem Sohn nach Prag zu reisen und ihn dort mit einer Methode behandeln zu lassen, die in Großbritannien nicht verfügbar war.

Brett and Naghemeh King wurden daraufhin in Malaga in Spanien verhaftet und wegen “Vernachlässigung” angeklagt. Die Anklage wurde später fallengelassen, die Eltern reisten mit ihrem Sohn nach Tschechien und ließen ihn dort behandeln. Heute ist der Junge krebsfrei und geht wieder zur Schule.

Die Eltern des 10 Monate alten Charlie teilten nun über Twitter mit, ihnen sei mitgeteilt worden, ihr Kind werde am Freitag sterben. Ihr Wunsch, Charlie dafür nach Hause zu bringen, sei abgelehnt worden.

Ihre Unterstützer protestieren mit Plakaten und Bannern vor dem Buckingham Palace gegen die Gerichtsurteile. „Das ist Mord“, steht auf ihnen und „Wo Leben ist, da ist auch Hoffnung“.

Und die stirbt bekanntlich zuletzt.

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