Ministerpräsidentin Dreyer (SPD) jetzt auch noch neue Vorsitzende des ZDF-Verwaltungsrates

(Bild: JouWatch)
Malu Dreyer (SPD) (Bild: JouWatch)

Das Personal der Rundfunkräte in den jeweiligen öffentlich-rechtlichen Sender von ARD und ZDF rekrutieren sich aus Funktionären der jeweiligen etablierten Parteien und deren Interessensverbänden. Wer hier noch an eine unabhängige Medienlandschaft glaubt, glaubt auch, dass es purer Zufall ist, dass die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nicht nur Präsidentin des Bundesrates und die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder ist, sondern nun auch noch die neue Vorsitzenden des ZDF-Verwaltungsrates.

Am Dienstag vergangener Woche konstituierte sich der ZDF-Verwaltungsrat des öffentlich-rechtlichen Senders neu und die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) löste ihren Genossen Kurt Beck (SPD) als Vorsitzenden auf dem Verwaltungsratsessel ab.

Von wegen mehr „Staatsferne“

Dreyer wurde ganz in sozialistischer Manier nicht nur mit 100 Prozent der Stimmen gewählt, sondern vereint gleich mehrere Posten auf ihre Person. Neben dem Ministeramtsposten in Rheinlandpfalz, sitzt ihr 56-jähriger Berufspolitikerhintern auch noch im Sessel der Vorsitzenden der Rundfunkkommission der Länder, in dem der Präsidentin des Bundesrates und nun, seit letzter Woche auch noch in dem der Vorsitzenden des ZDF-Verwaltungsrates.

Auf der Seite der rheinland-pfälzischen Landesregierung ist neben überschwänglichen Freude der Sozialistin über den einflussreichen Posten noch zynischer Weise zu lesen, dass sich der ZDF-Verwaltungsrat im siebtgrößten Bundesland erstmals nach dem novellierten ZDF-Staatsvertrag zusammensetzt, der am 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist. Entsprechend dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 25. März 2014 zur Staatsferne der Aufsicht ist die Anzahl der „staatlichen und staatsnahen“ Mitglieder jetzt auf maximal ein Drittel der insgesamt zwölf Verwaltungsratsmitglieder beschränkt.

Reichsministerin für Volksaufklärung und Propaganda

Unsinnig zu erwähnen, dass die Zusammensetzung des ZDF-Verwaltungsrates vor Staatsergebenheit nur so strotzt. Ein Blick auf die betreffende Seite genügt. Die studierte Juristin, die sich nach ihrem Staatsexamen sofort in die staatliche Rundumversorgung begeben hat, verkündet wie nahezu alle Politiker aus den etablierten Parteien worthülsenartig, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk und der angeblich dort vertretende „Qualitätsjournalismus“ von elementarer Bedeutung in einem pluralistischen und demokratischen System sei.

Dass bei den ÖR seit geraumer Zeit bereits weder Qualitätsjournalismus noch eine pluralistische Demokratie hoch gehalten werden, zeigte auf beschämende Weise nicht nur der vor kurzem aufgeführte Affentanz um eine unliebsame Dokumentation. „Fake News“ könnten am besten durch gut recherchierte Nachrichten und Hintergrundberichte entlarvt werden. Dafür stehe auch das ZDF, so die rheinland-pfälzische SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer, der ob ihrer Ämterhäufung und ihrem enormen politischen Einfluss auf die Bundesbürger durch deren Zwangsabgaben sie sich auch gleich zur Reichsministerin für Volksaufklärung und Propaganda des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hätte ausrufen lassen können. (BS)

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.
Loading...