Das Geschwätz: Bundesaußenminister Gabriel rührt Araber zu Tränen

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Einerseits Sigmar, andererseits Gabriel (Foto über dts Nachrichtenagentur)

Berlin  – Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat wegen der Golfkrise einen ernsthaften Dialog zwischen den Beteiligten angemahnt. Ein solcher sei notwendig, „um konstruktive Lösungsansätze durch Verhandlungen zu entwickeln“, wie Gabriel am Montag vor seiner Abreise in die Golf-Region mahnte.

„Auf Augenhöhe“ und „in beiderseitigem Einvernehmen“ hat er vergessen. „Ernsthafter Dialog“ ist aber neu. Bisher waren immer die Lösungsansätze ernsthaft und die Dialoge konstruktiv. Außerdem hat er das „Zeichen setzen“ ausgelassen. Er wird sich doch nicht im Dissens mit seiner Chefin befinden?

„Wir stehen weder auf der einen, noch der anderen Seite. Wir ergreifen nicht Partei“, sagte der Bundesaußenminister.

Das wird bei den Arabern für ein gesteigertes Interesse an Sigmar Gabriels ernsthaften Ermahnungen zum konstruktiven Dia … konstruktiven Ermahnungen zum ernsthaften Dialog … äh … SORGEN!

„Aber: Der Konflikt am Golf geht nicht nur die an, die dort miteinander im Zwist liegen, sondern betrifft auch uns und unsere Interessen.“

Konfliktparteien haben sich schon immer dafür interessiert, welchen Dritten sie mit ihrer Gehässigkeit in die Traurigkeit stürzen. Meistens hörten sie dann auf sich zu streiten und haben mit dem Dritten zusammen voll konstruktiver Betroffenheit in ihre Taschentücher gerotzt.

Das gelte unter anderem für den Kampf gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), aber auch für die Stabilität einer Region, „die von Krisen, Spannungen und Krieg schwer gezeichnet“ sei und vor großen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zukunftsherausforderungen stehe.

Bei deutschen Politikern sehr beliebt: Das kostenlose „Einerseits und Andererseits“. Es sorgt dafür, daß des Politikers Geschwätz hinter einer Pseudo-Intellektwolke aus Rußpartikeln der Gedankenschwere verschwindet. Für den simpel gestrickten Menschen ist ja schon kaum nachvollzuziehen, warum aus sämtlichen Problemen Herausforderungen geworden sind. Aber die „Zukunftsherausforderungen“ erst!? – Gegen die ist jede „Vergangenheitsherausforderung“ ein Kinderspiel. Besonders, wenn die Zukunftsherausforderungen „einerseits wirtschaftlich“ und „andererseits gesellschaftlich“ groß sind.

„Wir sind daher auch der Überzeugung, dass der Golfkooperationsrat ein starkes Forum der Zusammenarbeit und Konfliktlösung werden muss“, so Gabriel.

Scheint nicht so geklappt zu haben mit Sigis Fastenkuren. Anders als mit seinen Diäten. Sonst wäre wohl ein „Ich“ statt einem „Wir“ ausreichend gewesen.

Ein dringendes Gebot der Stunde sei es, die Finanzierung von Terrororganisationen und Extremisten zu unterbinden.

Nein! – Das hat er gesagt? Die Araber werden schamvoll ihre Häupter senken, wenn sie davon hören.

„Wenn es gelänge, dafür bessere Mechanismen zu entwickeln, dann könnte diese Krise am Ende sogar zukünftig unsere Instrumente im Kampf gegen den Terrorismus stärken. Aber dafür braucht es guten Willen, Deeskalation und Dialog auf allen Seiten“, sagte der Bundesaußenminister.

Gelänge … könnte … am Ende … zukünftig … Instrumente stärken. Guter Wille … Deeskalation …. Dialog. Fast glaube ich, die Araber werden den Sigi für einen außenpolitischen Tausendsassa halten, wenn nicht gar für einen Erleuchteten im Range des rasierten Propheten. Also, wenn sie mit dem Schämen fertig sind, meine ich.

Zuvor hatten Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten auf Bitte Kuwaits, das in dem Konflikt vermittelt, ihr Ultimatum an Katar um 48 Stunden verlängert. Die vier Staaten werfen Katar unter anderem vor, islamistische Terrorgruppen zu finanzieren.

Saudi-Arabien wirft einerseits Katar vor, andererseits Terrorgruppen zu finanzieren, sozusagen. Da fehlt bloß noch, daß die Saudis den Iranern einerseits vorgeworfen hätten, es andererseits mit den Hinrichtungen zu übertreiben.

Sie fordern obendrein sowohl die Schließung des Senders Al Jazeera als auch die einer türkischen Militärbasis in Katar.(dts)

Tja, es sieht einerseits ganz danach aus, als würde es für den Genossen Sigmar schwer werden, andererseits zu vermitteln. Schließlich steht Al Jazeera für die von den Sozialdemokraten so überaus geschätzte Rede- und Meinungsfreiheit einerseits – und Erdogan für die Rettung der Demokratie in der Türkei andererseits. Letzteres hat Sigis Chefin allerseits als Parole ausgegeben. Demokratische Militärbasen darf man also nicht schließen. Na ja, der Bundesaußenmnister wird die nötigen Zeichen schon setzen mit seinem globalen Gewicht. Alles wird gut. (ME)

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