Hysterie: Von Affen und Sportreportern

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Fußball in heißem Spruchmantel (Foto: Pixabay)

Fußball-Kommentator Tom Bartels ist ins politisch-korrekte Fettnäpfchen getreten, wie gmx meldet: Beim Halbfinale des Confederation Cups zwischen Deutschland und Mexiko ist dem Sportreporter eine Redewendung im Zusammenhang mit dem dunkelhäutigen DFB-Spieler Antonio Rüdiger herausgerutscht – für die er sich noch während der Partie live am Mikrofon entschuldigen musste.

Es geschah beim Spiel Deutschland gegen Mexiko (4:1), als es um den Einzug ins Finale des Confederation Cups in Russland ging. Sportreporter Tom Bartels legte während eines Wortgefechts zwischen Mexikos Javier „Chicharito“ Hernandez und dem dunkelhäutigen DFB-Abwehrchef Antonio Rüdiger dem Mexikaner den folgenden Spruch in den Mund: „Ich hab dich geschubst, aber jetzt mach hier mal nicht den Affen und leg dich da auf den Boden.“

Hernandez, der in der Bundesliga für Bayer Leverkusen spielt, hatte sich eindrücklich bei Rüdiger darüber beschwert, dass der sich nach einem Körperkontakt übertrieben theatralisch hatte fallen lassen und mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen den Schwerverletzten mimte – und Tom Bartels hatte den Text dazu frei erfunden. Was Hernandez tatsächlich zu Rüdiger sagte, war außerhalb des Spielfeldes natürlich nicht zu hören. Daß Fußball-Reporter Spielern bei ihren ad-hoc-Kommentaren gerne einmal irgendwelche Worte in den Mund legen, ist an sich nicht ungewöhnlich. Doch hier hatte Bartels die Rechnung, wenn er denn überhaupt eine gemacht hat, ohne den deutschen Fernsehzuschauer gemacht. Sofort rief eine nennenswerte Zahl beim Sender an und beschwerte sich über Bartels´ „Rassismus“. Der wurde daraufhin über seinen Kopfhörer auf die Zuschauerreaktionen hingewiesen und sah sich auch prompt zum Zurückrudern veranlaßt.

O-Ton Tom Bartels, sichtlich erschrocken: „Ich bitte Sie, das ist in keiner Form rassistisch gemeint gewesen, um Gottes Willen! Es war ausschließlich darauf bezogen, dass – bitte sehen Sie mir diese Formulierung nach, das habe ich Chicharito quasi in den Mund gelegt: ‚Lass dich da nicht fallen und markier da‘. Wenn sich da jemand verletzt fühlt oder meint, ich hätte das unglücklich formuliert, gebe ich Ihnen recht, aber bitte, Antonio Rüdiger soll keinesfalls hier beleidigt werden.“

„Sich zum Affen machen“ ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine geläufige Redewendung. Tom Bartels deswegen Rassismus zu unterstellen, wäre also absurd.

Nachdem Bartels befehlsgemäß zurückgerudert war, gab es auch viel Lob von den Reporterkollegen. Zitat gmx: „Viel Zuspruch für integeren Bartels.“

Ein integerer, also anständiger Bartels hätte einen Pfifferling auf die Hysteriker unter den Fernsehzuschauern gegeben und hätte folgendermaßen reagiert: „Liebe Fernsehzuschauer, hiermit bitte ich die Flachpfeifen unter Ihnen,  sich die Lindenstraße anzuschauen. Für Fußball fehlt Ihnen die nötige Reife.“ (ME)

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