Flüchtlingskrise: „Fucking enough“ – Italien sagt „Basta“

Alle Mann ins Boot und ab nach Europa (Foto: Durch Alexyz3d/Shutterstock)

Italiens “Willkommenszentren” für sogenannte Flüchtlinge stehen vor dem Kollaps, nachdem sich in den vergangenen Tagen tausende Afrikaner auf die Seereise von Libyen Richtung Europa machten.

Von Marilla Slominski

Gestern landeten 8 500 illegale Migranten auf 14 verschiedenen Schiffen an der italienischen Küste, am Montag waren es 5000.

Inzwischen fangen die ersten Medien und Politiker offen an, von einer „Invasion“ zu reden. Das Land sei am Ende seiner Kapazitäten angelangt, heißt es.

Seit Anfang des Jahres kamen 65 000 Afrikaner nach Italien, ein weiterer Anstieg um fast 15 Prozent zum vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres.

Die illegalen Migranten wollen weiter nach Deutschland und Schweden, doch im Augenblick sind die Grenzen zu Frankreich, der Schweiz und Österreich dicht.

Der größte Teil der Afrikaner hält sich laut Innenministerium in der Lombardei auf (13 %), darauf folgt Latium in Mittelitalien mit Rom und Kampanien mit Neapel mit jeweils 9%, das Piemont mit Turin, Venetien, Emilia-Romagna mit Bologna mit jeweils 8%, sowie die Toskana, Apulien im Südosten und Sizilien mit 7 %.

Anhand dieser Zahlen kann man sehen, dass die illegalen Migranten sich Richtung Norden bewegen und sich dort zu Tausenden sammeln.

“Die Regierung zeigt weiterhin Handlungsunfähigkeit angesichts der sich Tag für Tag dramatisch verschlimmernden Situation“, klagt Paolo Romani Mitglied der Forza Italia. Er mahnt Premierminister Paolo Gentiloni  „die nationalen Sicherheitsinteressen zu wahren, auch wenn das  bedeuten sollte, den Zugang zu allen italienischen Häfen zu sperren.“

Romani hat auch den EU Sicherheitsrat angerufen einzugreifen, um die „Deportationen“ aus Libyen zu stoppen. Der Sicherheitsrat solle auch die Schiffe der NGOs verbieten, die mit ihrem Schuttle-Service die Situation verschlimmern.

Sein Forza Kollege Renato Brunetta hat Innenminister Marco Minniti aufgefordert, die Migrantenschiffe zu blockieren und die illegalen Migranten mit Hilfe der EU auf andere europäische Mittelmeerhäfen umzuleiten.

„Eine Bedrohung der nationalen Sicherheit“ sieht auch der italienische Anti-Terror Staatsanwalt Franco Roberti in der neuen Migranten-Welle der letzten Tage.

Der Kopf Liga Nord, Matteo Salvini, geht angesichts der gestrigen 8 500 Neuankömmlinge in einem Tweet noch weiter: „Diese Regierung tut nichts. Es ist an uns, jede legale Möglichkeit zu nutzen, die wir haben. Es ist „Fucking enough“, schreibt er in seinem hashtag #stopinvasione auf Twitter.

Die ersten 400 afrikanischen Migranten haben bereits versucht, nachts illegal die Grenze von Ventimiglia nach Frankreich zu überqueren. Die Männer sollen aus dem Sudan stammen und konnten nur mit Tränengas von der Polizei aufgehalten werden. Die kleine norditalienische Stadt liegt an der Grenze zur französischen Riviera und gilt schon als das neue „Mini-Calais“.

Noch hält Italien still. Es bleibt abzuwarten, wie das nach der Bundestagswahl in Deutschland angesichts der Migrantenströme, die in das Land kommen, aussehen wird. Angesichts der dramatischen Lage, wird den italienischen Nachbarstaaten kaum eine andere Möglichkeit bleiben, als die Grenzen zu öffnen und die Migranten nach Deutschland durchzuwinken, wenn das Land nicht im Chaos versinken soll. Denn was passiert, wenn Migranten festsitzen, kann man seit Jahren am Beispiel Calais studieren, wo es den ersten toten Autofahrer wegen brennender Barrikaden gab.

Und es ist unverantwortlich, dass die deutschen Medien mit der Merkel-Regierung eine Art Stillschweigeabkommen beschlossen haben, um ihre Wiederwahl nicht zu gefährden, denn spätestens nach dieser Wahl wird in Europa ein Sturm losbrechen, den niemand mehr beherrschen werden kann.

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