Abt. Teslafilm: Hochspannung für die ganze grüne Familie

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Grüner zur Elektromobilität (Foto: Pixabay)

Kennen Sie den „Tesla“? Das ist ein voll knorke-hippes Automobil, welches in großen Stückzahlen in Kalifornien produziert wird. Es fährt elektrisch statt superisch. Wenn der liebe Gott ein Grüner wäre, dann würde er sich in so einem durch das Himmelreich chauffieren lassen. Ha-ha, Späßchen! So blöd ist der liebe Gott nicht.

Von Max Erdinger

Deutschland ist das Land von Mittelstreifen, goldener Mitte, Mittelmaß und Mittelstand. Es liegt bekanntlich mittig zwischen zwei extremistischen Ländern, die nicht so mittelmaßgläubig sind. Schweden ist so etwas wie Deutschland in einem fortgeschrittenen Verfallszustand, also bereits weit unter Mittelmaß, und die Schweiz ist weit über dem Maß Deutschlands, wo man sein Mittelmaß für das Maß aller Dinge hält. Jedenfalls kommt der Verrat an der mittelmäßigen deutschen Elektro-Euphorie aus diesen beiden Ländern.

Die Schweden haben eine Studie zur Umweltschädlichkeit von Elektroautos veranlaßt – und die Schweizer haben das Ergebnis veröffentlicht – und zwar hier. Unter der reißerischen Schlagzeile: „So schmutzig ist der >>grüne<< Luxusschlitten“, behauptet der „Blick“ tatsächlich, alleine die Produktion der Batterie eines Tesla verursache 17 Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß. Das wäre so viel, wie ein herkömmliches Auto bei durchschnittlicher Nutzung in acht Jahren in die liebe Umwelt entläßt! Langsamere Elektroautos als der Tesla, also entsetzliche Gurken wie der Nissan Leaf etwa, bräuchten auch nur kleinere Batterien. Deren Herstellung würde nur so viel Kohlendioxid-Ausstoß verursachen, wie ein herkömmliches Auto der gleichen Bescheidenheitsklasse in drei Jahren aus dem Auspuff pustet. Kleinere Elektroautos könnte man also beinahe als umweltfreundlich bezeichnen, wenn sie nicht schon ebenfalls so verdammt umweltschädlich wären. Sozusagen …

Da fällt mir gerade die Kretschmann-Story ein, mit der JouWatch für ein Rauschen im Blätterwald des energiewendebewegten Mittelmaßlandes gesorgt hat. Ging es denn dabei nicht darum, daß der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann nur noch  Worte des Zorns für seinen Parteivorsitzenden Hofreiter gefunden hat, während der, am Rednerpult des Grünen-Parteitags stehend, eine Lobhudelei nach der nächsten auf das Elektroauto vom Stapel ließ? Zu dem Zeitpunkt war die Studie des schwedischen Umweltministeriums bereits bekannt. Mir jedenfalls.

Womöglich hat Kretschmann seinem Parteichef Unrecht getan? Hofreiter liest wahrscheinlich keine Zeitungen. Der schaut nur Videos. Man sollte ihm vielleicht mal einen Teslafilm zeigen. Der Teslafilm ist nämlich hochspannende Unterhaltung für die ganze grüne Familie.

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